FAQ 6

Q:

Anwohner beschreiben uns, dass es seit Sommer 2016 häufiger Partikel „geregnet“ habe als sonst und dass die Häufigkeit im Sommer 2017 noch weiter zugenommen hat - teilen Sie diese Einschätzung und wie erklären Sie sich diese Veränderung?

A:

Auch in der Vergangenheit ist es gelegentlich zu Partikelausstößen gekommen. Die mögliche Ursache dafür sollte in der Sommerrevision 2016 beseitigt werden. Im Jahr 2016 kam es beim Wiederanfahren des Heizkraftwerks Wedel nach der jährlichen Revision mehrfach zum Auswurf von Gips- und Flugaschepartikeln. Nach der Reinigung des Schornsteins in der Sommerrevision 2016 über die gesamte Höhe mittels Trockenreinigungsverfahren waren bis zur Auskleidung des Schornsteins mit PFA-Folie im Sommer 2017 keine weiteren Partikelausträge erwartet worden.

Die Hinweise auf Staubniederschläge bestanden bis Herbst 2016 im Wesentlichen aus Hinweisen aus der Nachbarschaft. Ungewöhnliche Ereignisse, die einen Partikelausstoß begünstigt hätten, sind nicht aufgetreten.

Im Oktober 2016 wurden Prüfflächen installiert, um einen Partikelausstoß erkennen und einen Zusammenhang mit dem HKW bzw. dem Betriebszustand der Anlage herstellen zu können.

Nach der Umsetzung der verschiedenen Verbesserungsmaßnahmen (siehe unten) hat sich sowohl die Anzahl, der Umfang als auch die Konsistenz der Partikel deutlich verbessert. So haften die Partikel nicht mehr so fest an Oberflächen, dass diese schwierig zu reinigen sind.

In der ersten Jahreshälfte 2017 wurden vereinzelt weitere Partikelniederschläge festgestellt. Im August 2017 kam es nach der Revision mehrfach zu Partikelemissionen, die auf eine Über- bzw. Unterdosierung von Kalkhydrat zurückzuführen waren. Eine Testanlage für die Kalkhydrateindüsung wurde im Januar 2017 für beide Blöcke installiert, um der Entstehung von Partikeln entgegenzuwirken. Bis August 2017 befand sich diese im Testbetrieb und konnte sie eingefahren und justiert werden. Innerhalb der Testphase kam es bei starken Lastwechseln zu Fehldosierungen und in der Folge zu einer verstärkten Partikelbildungen.

Aufgrund der nunmehr erlangten Erfahrungen des Testbetriebes wurde eine optimierte Anlage spezifiziert und beauftragt. Die Optimierung dieser Anlage beinhaltet insbesondere eine feinere und lastabhängige sowie individuelle Dosierung für jeden Block. Die Lieferung und Installation wurde im Februar 2018 abgeschlossen, seitdem befindet sich die Anlage im Betrieb. Die aktuellen Erkenntnisse aus der Inbetriebnahme und der begleitenden Messungen zeigen, dass die Kalkhydratdosierung weiter reduziert werden kann, um Überdosierungen und damit verbundene Partikelemissionen zu vermeiden. Wir gehen davon aus, dass die Partikelemissionen mit fortschreitender Optimierung weiter reduziert werden können.

Dennoch werden auch immer wieder kurzzeitig Partikelniederschläge in Abhängigkeit von den Betriebszuständen der Anlage sowie der äußeren Witterungseinflüsse festgestellt. Es wird allerdings auch nicht möglich sein, diese vollständig zu verhindern.