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Leidenschaft für Offshore-Wind

Damit eine einsame Meeresfläche, weit draußen vor der Küste zu einem geschäftigen Windpark wird, bedarf es einer Unmenge an Planungs-, Koordinations-, Vertrags- , Ingenieur- und Bauleistung. Und vor allem braucht es einen, der den Überblick behält und das Ganze steuert. So wie Benjamin Koss. Er ist für den Bau und die Installation der Fundamente von Vattenfalls Windparks HornsRev 3 verantwortlich.

Installationsschiff, umgeben von einem Blasenschleier als Schallschutz, Foto: Ulrich Wirrwa
Foto: Ulrich Wirrwa

Installationsschiff, umgeben von einem Blasenschleier als Schallschutz, Foto: Ulrich Wirrwa

Was haben ein Verkehrstunnel in Rostock, eine Brücke vom Festland zur Halbinsel Zingst, diverse Streckenabschnitte der Deutschen Bahn und der kommende Windpark Horns Rev 3 in der Nordsee gemeinsam? Alle diese Bauprojekte sind eng mit einem Namen verbunden: Benjamin Koss.

Benjamin Koss ist Bauingenieur und Projektleiter mit Leib und Seele. Wer sich mit dem 36-Jährigen unterhält, wird erstaunt sein, wie viel Leidenschaft jemand für seinen Job entwickeln kann. „Offshore ist für einen Ingenieur Faszination pur, weil es dort in den Grenzbereich des technisch Machbaren geht. Wir arbeiten 120 Kilometer vor der Küste, mitten in der Nordsee mit Wind und Wetter und allem was dazu gehört. Wir bewegen Komponenten, die hunderte und tausende Tonnen schwer sind. Wir haben die größten Installationsschiffe und arbeiten mit den größten Baugeräten, die es derzeit weltweit gibt. Das ist aus ingenieurstechnischer Sicht einfach total spannend. Dazu kommt noch die Zusammenarbeit mit internationalen Projektteams, die alle unterschiedliche Kulturen und Arbeitsweisen haben. Herausfordernder, aber auch interessanter kann ein Job kaum sein“, sagt er.

Der Fundamentalist

Monopiles auf dem Installationsschiff für den Windpark Sandbank, Foto: Ulrich Wirrwa

Nach dem Offshore Windpark Sandbank ist Horns Rev 3 das zweite Vattenfall Projekt für den zugezogenen Hamburger, der vor vier Jahren zur Windsparte von Vattenfall kam. Seine Aufgabe als Projektleiter beschreibt er so: „Grob zusammengefasst kann man sagen, es gibt da eine große Wasserfläche und ich sorge dafür, dass dort die Fundamente für einen Windpark installiert werden.“

Das 60m lange Monopile wird in den Meeresboden getrieben, Foto: Ulrich Wirrwa

Was sich so einfach anhört, ist in Wirklichkeit ein anspruchsvoller Job: Benjamin Koss ist verantwortlich für die technische, terminliche und vertragliche Umsetzung des Bauvorhabens, genau gesagt für den Bau der Windpark-Fundamente an Land, für deren Installation auf dem Meer und für den Kolkschutz, also die Sicherungsmaßnahmen an den Fundamenten, damit sie nicht von der Strömung ausgehöhlt werden. Dazu muss er sich mit Baugrund und Bodenbeschaffenheiten auskennen, mit meteorologischen Daten, Planungsdaten, mit statischen Randbedingungen, mit Stahlbau und natürlich auch mit Vertragswesen und Bauverträgen.

Komplexes Arbeitsgebiet

Nach konkreten Beispielen aus seinem Arbeitsalltag gefragt, fällt ihm die Antwort nicht leicht, denn die Aufgaben sind einfach zu vielfältig und komplex um sie einzeln aufzuzählen. „Man kann 50 Prozent des Tages sehr gut planen, aber wie üblich im Projektgeschäft, gibt es jeden Tag irgendwelche kleinere oder größere Überraschungen, um die man sich kümmern muss“, erklärt er. Sei es, dass beim Bau der Fundamente an Land eine Schweißnaht kaputtgegangen ist, dass irgendwo auf dem Transport eine Schleuse nicht funktioniert, dass es mit wichtigen Teilen Lieferschwierigkeiten gibt oder dass ein Pfahl aufgrund der Bodenbeschaffenheiten nicht planmäßig installiert werden kann. Da ist der Projektleiter dann die erste Instanz, die gefragt wird, was zu tun ist.

Keine Angst vor Entscheidungen

Fertige Fundamente des Offshore Windparks Sandbank, Foto: Ulrich Wirrwa

Hat man da keine Angst, mal die falsche Entscheidung zu treffen? Schließlich geht es ja auch um Millionenbeträge. „Wer in diesem Job Angst hat, falsche Entscheidungen zu treffen, der ist hier nicht richtig“, erklärt er entschieden. Das schlimmste, was man machen kann, ist keine Entscheidung zu treffen“.

Entscheidungsprobleme hatte Benjamin Koss nie. Zumindest nicht bei der Berufswahl. Schon als Fünfjähriger stand für den Sohn eines Maurers fest, in welche Richtung es geht: „Ich fand es schon immer spannend, wenn etwas gebaut wurde. Das Schöne daran ist, dass man irgendwann das fertige Ergebnis vor sich stehen hat und konkret sieht, was man geschaffen hat. Das ist ein tolles Gefühl“.

Entwicklungschancen

Mitarbeiter des Windpark DanTysk, Foto: Ulrich Wirrwa

Die Entscheidung, in die Windbranche und zu Vattenfall zu kommen, fiel ihm ebenfalls nicht schwer: „Windkraft bei Vattenfall ist noch ein relativ neuer Geschäftszweig. Während woanders die Prozesse schon etabliert und eingespielt sind, ist bei uns noch vieles in der Entstehung. Das ist eine ungeheure Chance, sich einzubringen, etwas mitzugestalten und sich selber zu entwickeln“, erläutert er. Weitere Faktoren für seine Entscheidung für Vattenfall: „Das gute Arbeitsklima mit vielen jungen Leuten und die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten.“ Also ein Traumjob, Herr Koss? „Für mich ja. Und für jemanden, der mit den Randbedingungen des Projektgeschäfts vertraut ist und ein bisschen Überzeugung und Spaß an der Sache mitbringt, garantiert auch.“

 

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Experte Benjamin Koss

Bauingenieur ist mein Traumberuf. Schon in frühester Jugend stand für mich fest, was ich mal werden wollte. Nach meinem Ingenieurstudium in Hamburg, bin ich gleich in die Baubranche eingestiegen und bin dort in der Planung und im Design von Ingenieurbauvorhaben groß geworden. Dann habe ich mich Richtung Projektmanagement entwickelt und heute bin ich Projektleiter in der Offshore-Sparte bei Vattenfall. Als Package Manager Civil Works für das vor der dänischen Küste geplante Windparkprojekt Horns Rev 3 bin ich verantwortlich für den Bau von Fundamenten für den Offshore-Windpark, für die Installation der Fundamente draußen auf dem Meer und für deren Standsicherheit. Meine Haupt-Arbeitsorte sind Hamburg und das dänischen Kolding.

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