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Kälteeinbruch in Berlin – doch die Wärme ist da

Plötzlich ist er da, der Winter! Über Nacht hat es Berlin eiskalt erwischt - mit Temperaturen um die minus zehn Grad. Der Wintereinbruch sorgte für eisige Straßen, Wasserleitungen drohten zu platzen, Schienenbrüche bei der S-Bahn und somit Verspätungen und Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr. Doch zu Hause ist es gemütlich und kuschelig warm; dank effizienter Fernwärme von Vattenfall Wärme Berlin.

„Die Heizungen in den Berliner Haushalten sind warm, denn die Versorgung mit Fernwärme erfolgt reibungslos“, versichert Elias Jahn. Er ist Einsatzleiter in der Wärme-Leitwarte von Vattenfall in Berlin. An seinem Arbeitsort wird die Fernwärmeversorgung für etwa 1,2 Millionen Wohneinheiten in der Hauptstadt überwacht und gesteuert.

Leitwarte überwacht die Fernwärme

Die Wärmewarte von Berlin, Foto: Vattenfall

Sekundengenau und rund um die Uhr schauen die Mitarbeiter auf eine galaktisch anmutende Projektionswand. Mit ihren 18 Metern Länge und 1,50 Metern Höhe, dominiert sie den Raum. Die Wand zeigt Westeuropas größtes Fernwärmesystem mit 1.940 Kilometern Leitungen, dazugehörigen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Heizwerken und Netzpumpstationen.

Elias Jahn zeigt auf die Projektionswand: „Auch in der bisher für Deutschland kältesten Nacht dieses Winters lief alles störungsfrei. Alle Wärmeerzeugungsanlagen arbeiten, Netzpump- und Übergabestationen versehen einwandfrei ihren Dienst. Für eventuelle Pannen steht der Entstörungsdienst parat, musste bisher aber nicht eingreifen. An keiner Stelle der Stadt ist die Fernwärmeversorgung gefährdet“, sagt Elias Jahn. Er fügt hinzu, dass ein Wintereinbruch für ihn und sein Team nicht aus heiterem Himmel kommt.

Dank Wärmefahrplan bestens vorbereitet

Der Einsatzleiter und sein Team bereiten sich langfristig vor. Sie erarbeiten einen Fahrplan für die Fernwärmeerzeugung. „Wir erstellen diesen Plan auf der Grundlage mittel- und kurzfristiger Wetterdaten, und zwar Wochen im Voraus“, erklärt der 30-Jährige. Der Fahrplan wird täglich angepasst.

Elias Jahn ergänzt: „Wir sprechen hier von einem hochkomplizierten technischen Prozess. Sehr viele Komponenten spielen eine Rolle: Brennstoffbedarf der Berliner Heizkraftwerke, schwankende Preise auf Strom- und Brennstoffmärkten, Handel mit CO2-Zertifikaten, der Wärmebedarf und das Wetter. Im Fahrplan müssen alle Variablen optimal und effizient prognostiziert und gesteuert werden. Falsche Prognosen dürfen wir uns nicht erlauben. Sie können für das Unternehmen teuer werden.“

Neue Technologien bedeutend für Zukunft der Fernwärme

Der Einsatzleiter hat schon einige Winter in der Leitwarte miterlebt. Er weiß, dass jeder Winter anders ist und neue Herausforderungen bringen kann. Sei es das wachsende Fernwärmenetz, die Digitalisierung oder die Erneuerbaren; sie stellen immer neue Anforderungen an den Wärmefahrplan.

Auch Zukunftstechnologien wie Power-to-Heat (PtH) spielen künftig eine entscheidende Rolle. Derzeit entsteht in Berlin-Spandau Europas größte PtH-Anlage. Sie hat eine Wärmeleistung von 120 Megawatt. Im Jahr 2020 soll sie am Standort Reuter West in Betrieb gehen und gleichzeitig einen Kohleblock des Heizkraftwerkes Reuter ersetzen. Mit dieser Technologie werden auch die erneuerbaren Energien der Wärmeversorgung verstärkt ihren Stempel aufdrücken.

Berliner Heizkraftwerke kompensieren Ausfälle untereinander

„Für eine sichere Wärmeversorgung im Winter“, so Elias Jahn, „muss im Sommer das gesamte Fernwärmesystem, also alle Heizkraftwerke, Netzpumpstationen und Wärmenetze überprüft und gewartet werden. Dann stellen wir sicher, dass es in der kalten Jahreszeit keine Baustellen und Schalthandlungen gibt und die Brennstofflager gefüllt sind.“

Sollte es dennoch zu Störungen kommen, wenn zum Beispiel ein Block im Heizkraftwerk ausfällt, bleiben die Wohnungen warm. Das Berliner Fernwärmesystem ist so gekoppelt, dass andere Heizkraftwerke in der Stadt die Wärmversorgung mit übernehmen. „Wir sind für den Winter und auch für so einen Kälteeinbruch wie jetzt gut gerüstet“, versichert der Einsatzleiter und blickt auf die große Projektionswand: Die Wärmeversorgung läuft noch immer störungsfrei.

Eiskalter Wind treibt Wärmeverbrauch in die Höhe

Rund 2.500 Megawatt Wärmeleistung benötigt Berlin an einem normalen kalten Wintertag. Bei minus zehn Grad sind es dann schon mal 4.000 Megawatt. Sie werden in hocheffizienten Vattenfall Heizkraftwerken und Blockheizkraftwerken nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Elias Jahn weiß aus Erfahrung, dass die Berliner am wärmebedürftigsten sind, wenn bei eisigen Temperaturen gnadenlos der Wind durch die Stadt pfeift. Auch dies berücksichtigt das Team bei der Erstellung des Fahrplans.

Die Wärme bahnt sich in Form von bis zu 135 Grad heißem Wasser ihren Weg durch die Fernwärmerohre; direkt von den Heizkraftwerken zu den rund 18.000 Übergabestationen. 18 Pumpstationen sorgen für den entsprechenden Druck. Dieser liegt bei extremen Minustemperaturen beispielsweise im Heiznetz Mitte bei etwa drei Bar. Immerhin müssen stündlich rund 40.000 Kubikmeter Heißwasser umgewälzt werden.

Mit welchen Brennstoffen arbeiten Berliner Kraftwerke?

Zur Heißwassererzeugung wird in den Berliner Heizkraftwerken Klingenberg, Mitte, Lichterfelde, Marzahn und Charlottenburg überwiegend Gas eingesetzt. Im Biomasse-Heizkraftwerk Märkisches Viertel ist es zu 100 Prozent Biomasse, in Reuter und Moabit auch Steinkohle. Doch nicht mehr lange.

Holzhackschnitzel aus den gernteten Pappeln der Kurzumtriebsplantagen in Brandenburg, Foto: Vattenfall 

Bis 2030 soll in den Berliner Vattenfall Heizkraftwerken keine Kohle mehr zum Einsatz kommen. Der Anteil der Wärme Berlin am hauptstädtischen Wärmemarkt beträgt rund ein Drittel, der Bedarf an Fernwärme steigt: Denn die Hauptstadt wächst. Jährlich beziehen rund 20.000 neue Haushalte Vattenfall Fernwärme und dafür wird das Netz pro Jahr um rund 25 Kilometer ausgebaut. Doch Vattenfall Fernwärme heizt nicht nur Haushalten und Büros ein, sondern auch prominenten Kunden wie Fernsehturm, Berliner Dom, Potsdamer Platz und Zoo. Erster Fernwärmekunde war übrigens 1912 das Rathaus Charlottenburg, die weitläufige Verteilung von Fernwärme begann 1926 in Charlottenburg und 1927 in Steglitz.


Experte Elias Jahn

Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen. 2008 habe ich bei Vattenfall meine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen. Seitdem arbeite ich in der Wärmeleitwarte im Stadtteil Prenzlauer Berg. Nach der Ausbildung habe ich mich berufsbegleitend zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Heizung, Klima und Sanitär weitergebildet. Seit 2015 bin ich Einsatzleiter in der Wärmeleitwarte und absolviere ein Fernstudium zum Wirtschaftsingenieur. Zu meinen Hauptaufgaben gehören unter anderem die Überwachung und Steuerung des Berliner Fernwärmenetzes, die Einsatzoptimierung des gesamten Anlagenportfolios sowie das Störungs- und Krisenmanagement.

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