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29 Jahre Mauerfall – und wir gehören dazu

Es gibt kaum ein Ereignis, das den Energieversorger Vattenfall und seine Vorgängerunternehmen so nachdrücklich geprägt hat wie der Mauerfall am 9. November 1989 und die folgende Vereinigung Deutschlands. Die Zusammenführung der Stromversorgung in Berlin ging einher mit vielen persönlichen Erlebnissen der Mitarbeiter. Zwei Zeitzeugen aus Ost- und Westberlin erinnern sich.

Ulrich Strasse, heute Leiter der Region Mitte des Mittel- und Niederspannungsnetzes Berlin, war zur Wendezeit verantwortlich für die 42 Ostberliner Umspannwerke mit 160 Mitarbeitern. Dazu gehörte auch das Umspannwerk Jägerstraße. Damals, so sagt er, hieß es noch Otto-Nuschke-Straße. Und von hier aus verlief ab 1992 die erste, zwei Kilometer lange Stromverbindung zwischen Ost- und Westberlin.

Die Strominsel Westberlin wurde nach 40 Jahren erstmals mit Strom von außen versorgt. Die Trasse wurde als Muffenbauwerk errichtet. Diese Bauweise war für uns alle eine spektakuläre Angelegenheit“, erinnert sich Strasse. Und mit einem Schmunzeln denkt er an die Aufregung in Westberlin, weil mit der Notstromverbindung die elektrischen Uhren dort nicht mehr richtig tickten. Tagelang berichteten die Zeitungen darüber.

Grund dafür waren Frequenzprobleme. Die Uhren mussten mit der Hand nachgestellt werden. „Mal abgesehen von den falsch tickenden Uhren – mit dieser Notstromverbindung wurde Geschichte geschrieben. Sie war der Beginn der Zusammenführung der Stromnetze beider Stadtteile“, sagt Strasse.

„Wir merk­ten schnell, dass wir uns mit un­se­rer Tech­nik, un­se­rem Wis­sen und un­se­ren Er­fah­run­gen nicht hin­ter den West­kol­le­gen ver­ste­cken brauch­ten.“ Ul­rich Stras­se

Spannende Zeit voller Herausforderungen

Für ihn war die elektrische Wiedervereinigung eine spannende Zeit voller Herausforderungen. „Es herrschte Aufbruchsstimmung, ja regelrecht Euphorie. Man konnte mitgestalten, sich aktiv einbringen, war Teil einer einmaligen historischen Etappe.“ Und gern erinnert er sich auch an die ersten Begegnungen zwischen Ost und Westberliner Kollegen: „Die Atmosphäre war angenehm und aufgeschlossen. Wir merkten schnell, dass wir uns mit unserer Technik, unserem Wissen und unseren Erfahrungen nicht hinter den Westkollegen verstecken brauchten.“ Gemeinsam wurden Sanierungsstrategien für die Umspannwerke entwickelt. Alte gingen außer Betrieb, neue ans Netz. Viel veränderte sich vor allem für die Ostkollegen auch auf den Gebieten von Arbeits-, Umwelt- und Brandschutz.

Neue Bestimmungen und Steckenpferde

Neue Vorschriften und Gesetze mussten beherrscht und eingehalten werden. Für Strasse wurde die Arbeitssicherheit zu einem besonderen Steckenpferd. Er besuchte Schulungen, Kurse, Managementtrainings. Heute gibt er selbst Schulungen und Kurse. „Ich will mein Wissen weitergeben. Gerade in unserem Job ist so wichtig, dass alle Bestimmungen eingehalten werden, denn Unfälle können schnell passieren. Das musste ich leider in meinen Berufsjahren einige Male erleben.“ Heute hat Strasse sein Büro in der Prinzregentenstraße in „Westberlin“, ist Chef von rund 100 Mitarbeitern und verantwortet die Mittel- und Niederspannung in der Region Mitte. Mit den vergangenen 27 Berufsjahren ist der 63-Jährige außerordentlich zufrieden: „Es ist einmalig, was hier in Berlin passiert ist, was wir alle geschaffen haben. Die Stromversorgung ist so sicher und zuverlässig und sucht ihresgleichen in der Welt. Und die Uhren ticken ja auch längst wieder richtig.“

„Wir hat­ten ähn­li­che Ar­beits­wei­sen und Er­fah­run­gen, haben uns gut er­gänzt und viel von­ein­an­der ge­lernt.“ Uwe Reich

Westberlin war keine Strominsel mehr

Uwe Reich, heute Leiter des Berliner Hochspannungsnetzes der Stromnetz Berlin GmbH, war zur Wendezeit Leiter der Lastverteilung der Bewag in Westberlin. Einschneidendes Erlebnis für ihn war die feierliche Inbetriebnahme der 380-Kilovolt-Verbundleitung am 7. Dezember 1994 im Umspannwerk Teufelsbruch. „Das Ereignis wurde damals sogar live im Fernsehen übertragen. Und auf Wunsch Eberhard Diepgens, dem damaligen Regierenden Bürgermeister, musste der rote Knopf für die Inbetriebnahme des Netzes gegen einen schwarzen ausgetauscht werden. Dann der Knopfdruck und Westberlin war keine Strominsel mehr und nach Jahrzehnten endlich wieder an ein Verbundnetz angeschlossen“, schwelgt der 60-Jährige in Erinnerungen. Seine Aufgabe als damaliger Leiter der Lastverteilung war auch die Zusammenführung der Warten von Ost- und Westberlin. Schon 1984 hatte er die zentrale Steuerstelle für das Westberliner Netz in der Bissingzeile im Tiergarten entwickelt und aufgebaut. Damals ahnte er nicht, dass er rund zehn Jahre der Architekt für die Zusammenführung der Stromwarten in Ost und West werden würde.

Unterschiede nach 29 Jahren verschwunden

Für den jungen Ingenieur eine überaus spannende Zeit, die ihn sehr geprägt hat. Ost- und Westkollegen haben prima zusammengearbeitet. „Bei der Umsetzung gab es hin und wieder unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge, aber wir hatten ähnliche Arbeitsweisen und Erfahrungen, haben uns gut ergänzt und viel voneinander gelernt“, so Reich. „Zwar war die Technik nicht auf dem gleichen Stand, aber fachlich waren die Kollegen alle top.“ Heute, nach 29 Jahren, sind die Unterschiede gänzlich verschwunden.

„Wir haben ein einheitliches Netz, eine einheitliche Stromversorgung, die sicher und zuverlässig ist wie nirgendwo sonst“, sagt Reich, der heute sein Büro in der „Ostberliner Eichenstraße hat und für rund 330 Mitarbeiter und das Berliner Hochspannungsnetz verantwortlich ist. Und mit Blick in die Vergangenheit und die Zukunft ist ihm noch wichtig zu sagen: „Ich habe sehr gern mit den Berlinern und für die Berliner diese Aufgaben erledigt und das wird auch so bleiben.


Experte Uwe Reich

Ich bin mit meinen 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Berliner Hochspannungsnetzes.

  

   

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