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Bridgestone World Solar Challenge: So geht geniale Technologie

Am 13. Oktober 2019 startet das Vattenfall Solar Team als einer der Favoriten bei der Bridgestone World Solar Challenge in Australien. Der Chief Engineer Fères Hassan erläutert, wie die Technik des NunaX im Vergleich zum Fahrzeug des letzten Rennens nochmal verbessert wurde: „Dieses Jahr wird das Rennen sehr spannend.“

Vattenfall Solar Team zum zehnten Mal bei der Bridgestone World Solar Challenge

Das Rennen von Darwin nach Adelaide findet alle zwei Jahre statt. Die Veranstalter aktualisieren die Regeln für den Bau der Solarfahrzeuge jedoch nur alle vier Jahre. „Im Jahr 2017 konnten alle Teams sich gegenseitig unter die Motorhaube schauen und von deren Innovationen lernen. Das merkt man bei den diesjährigen Modellen“, erläutert Fères Hassan. „Die Fahrzeuge werden sich immer ähnlicher, und dadurch werden Veränderungen im Detail immer entscheidender.“ Und da hat sich bei NunaX einiges getan.

Leichtes und stabiles Fahrzeug

Am meisten lässt sich beim Bau im Bereich Aerodynamik herausholen. Je leichter und kleiner das Fahrzeug ist, desto sparsamer.

Fahrer Tom Salden testet NunaX. Foto Jorrit Lousberg.

„NunaX ist noch leichter als alle seine Vorgänger. Damit ein derart leichtes Fahrzeug möglichst stabil auf der Straße liegt, muss der Schwerpunkt möglichst weit vorne liegen“, erklärt Fères Hassan. „Zwischen den Vorderrädern gab es noch etwas Platz in Form eines kleinen Dreiecks. Nach monatelanger Tüftelei – es ging um Spielräume von weniger als einem Millimeter – konnten wir den Schwerpunkt des Fahrzeugs im Vergleich zum Nuna9 durch eine vollständig neue Batteriekonstruktion um zehn Zentimeter weiter nach vorne verlagern. Es war eine große Erleichterung, als sich herausstellte, dass es genau passte.“

Wind im Rücken

Das Solarfahrzeug ist aber nicht nur leichter und kleiner. Wir haben auch seine äußere Form an einigen Stellen optimiert. So wurden die Radkappen und die Kabinenhaube, die den Bereich des Fahrersitzes abdeckt, überarbeitet: die eine Seite ist flach, die andere Seite ist konvex.

Fahrer Max van der Waals testet NunaX. Foto Jorrit Lousberg.

„Vor zwei Jahren hatten die Fahrer vor allem auf dem Streckenabschnitt im Süden Australiens viel Probleme mit dem Wind“, erläutert Fères Hassan diese kleine Änderung. „Aus dem Nachteil von damals haben wir diesmal einen Vorteil gemacht: Aufgrund der asymmetrischen Formgebung bekommt das Fahrzeug durch Seitenwind und seine Eigengeschwindigkeit eine Art Rückenwind. Das funktioniert so ähnlich wie bei einem Segelboot. In diesem Moment sinkt tatsächlich der Stromverbrauch aus den Sonnenkollektoren ein bisschen, denn der Wind hilft mit.“

Produktion der Kohlefaser-Karosserie. Foto Jorrit Lousberg.

Und obwohl die Kabinenhaube formoptimiert und gewichtssparend ausgelegt ist, werden bei der Sicherheit des Fahrzeugs keine Kompromisse eingegangen. „Die Carbon-Werkstoffe, aus denen das Fahrzeug besteht, vertragen die Kräfte, die NunaX während der Fahrt aushalten muss, sehr gut.“

Verbesserte Software

Damit das Fahrzeug so schnell wie möglich von Darwin nach Adelaide fahren kann, wurde auch die Software des Fahrzeugs komplett überarbeitet. „Unser Software-Ingenieur Pieter hat tausende Code-Zeilen überarbeitet, weil es angesichts der vorigen Rennen dort anscheinend doch kleine Probleme gab“, erläutert Fères Hassan diesen gigantischen Arbeitsaufwand. „Die Daten über NunaX sind jetzt verlässlicher denn je. Ein schöner Nebeneffekt besteht darin, dass sozusagen im gleichen Arbeitsgang der Bildschirm, auf dem der Fahrer alle Daten abliest, eine bessere Form bekam. Die Fahrer können sich also auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: NunaX so schnell und sparsam wie möglich fahren zu lassen.“

Zusätzlicher Lichteinfall für die Sonnenkollektoren

Die verbesserte Aerodynamik, die versetzte Batterie und die intelligente Software verschaffen dem Auto hoffentlich den gewünschten Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Letztendlich müssen die Sonnenkollektoren am Fahrzeug jedoch den benötigten Strom liefern. „Bei NunaX wurden die Kollektoren intelligenter eingeteilt als beim Nuna9. Dadurch nutzen sie die australische Sonne optimal“, erläutert Fères Hassan. Außerdem wurden die Sonnenkollektoren mit einer zusätzlichen Schutzschicht versehen, in die eine Prismenstruktur eingearbeitet ist. Diese sorgt für zusätzlichen Lichteinfall, weil das Licht, das die Sonnenzellen reflektieren, aufgefangen wird und erneut verwendet werden kann.

Produktion der Solarmodule, NunaX-Teammitglied Daan van der Tuin. Foto Jorrit Lousberg

„Alles kleine Details. Aber da die Konkurrenz immer näher kommt, entscheidet sich das Rennen mit solchen Details“, sagt Fères Hassan abschließend. „Wir werden auch dieses Jahr als Team unser absolut Bestes geben, damit wir wieder als Erster ins Ziel kommen. Denn auch gute Kommunikation und Teamwork können den Unterschied zwischen Gewinnen oder Verlieren ausmachen.“

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