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Tuomo Hatakkas klares Bekenntnis zum Standort Hamburg

Vattenfall hat am 2. September 2019 die Verantwortung für die Fernwärmeversorgung in Hamburg an die Stadt übertragen. Zum Fernwärmegeschäft gehörten die Erzeugungsanlagen und das Fernwärmenetz. Wir haben mit unserem Deutschland-Chef, Tuomo Hatakka, der zugleich das Wärmegeschäft des Vattenfall-Konzerns verantwortet, darüber gesprochen, was dieser Schritt für Vattenfall in Hamburg bedeutet. 

1. Herr Hatakka, was für einen Stellenwert hat der Standort Hamburg für Vattenfall jetzt, nachdem das Fernwärme-Geschäft verkauft wurde? 

Hamburg bleibt ganz klar für uns weiter ein Kernmarkt, auch wenn wir das Fernwärme-Geschäft verkauft haben. Natürlich hat die Fernwärme mit den großen Kraftwerken und dem Fernwärmenetz einen großen Anteil unseres Geschäfts in Hamburg ausgemacht, aber wir sind neben diesem „klassischen“ Geschäft  mit vielen zukunftsgerichteten Geschäftsfeldern in der Stadt vertreten. Im Großprojekt Norddeutsche Energiewende NEW 4.0  erproben wir gemeinsam mit Partnern Batteriespeicher. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Windsparte treiben die Planungen von Windparks in Deutschland und in unseren anderen Märkten voran. Wir konzentrieren uns außerdem auf die dezentrale Wärmeerzeugung und die weitere Stärkung unserer Wind- und Handelsgeschäfte, die von Hamburg aus gesteuert werden. Auch an der Versorgung unserer Kunden mit Strom und Gas ändert sich nichts. Alles in allem arbeiten immer noch rund 1.700 Mitarbeiter in Hamburg und gestalten von hier aus die Energiewende mit.

2. Aber aus dem Wärme-Geschäft in Hamburg ist Vattenfall raus?

Nein, im Gegenteil. Wir bleiben im Wärmegeschäft als Anbieter von dezentralen Wärme- und Energielösungen aktiv.

Wir haben in Hamburg schon über 100 dezentrale Energieerzeugungsanlagen in Betrieb, und  viele weitere sind in der Realisierung und Planung. Hamburg ist eine wachsende Metropole und wir entwickeln für Gebäude und Quartiere dezentrale Versorgungskonzepte, die innovativ und klimafreundlich sind. Im Harderweg versorgt das Unternehmen ein Wohnhaus CO2-neutral über zwei Holzpelletkessel mit integriertem Pelletlager, die Wärme wird über ein Nahwärmenetz verteilt. In der Kieler Straße erzeugen zwei Biomethan-Blockheizkraftwerke und ein Kessel Wärme und Trinkwarmwasser für barrierefreie Seniorenwohnungen und Gewerbeeinheiten. Zusätzlich findet eine Wärmerückgewinnung aus der Abluftanlage über die installierte Wärmepumpe statt, der Primärenergiefaktor liegt bei 0,0. In der Zeissstraße wird ein Wohn- und Gewerbeobjekt über ein Blockheizkraftwerk in Kombination mit einer Abluftwärmepumpe versorgt. Eine im Keller integrierte Power-to-Heat-Anlage erzeugt und speichert aus überschüssig produziertem Strom effizient Wärme.

Wir liefern nicht nur die passende Technologie, sondern sind gut vernetzter Ansprechpartner für ganzheitliche Quartierslösungen. Dabei vermarkten wir auch Lösungen, die neben den bereits erwähnten Technologien beispielsweise Photovoltaik und Ladestationen für Elektromobilität beinhalten. Sie sehen, wir bringen Stakeholder zusammen und unterstützen auf Wunsch ebenfalls bei der Auswahl des Finanzierungsmodells.

3. Schön und gut, aber wo wird Vattenfall für die Hamburgerinnen und Hamburger denn in der Stadt erkennbar bleiben?

Wir haben in Hamburg rund 700.000 Kunden, die wir zuverlässig mit Strom und Gas versorgen. Wir sind hier in Hamburg Grundversorger. Aber wir machen längst mehr als nur Strom und Gas zu verkaufen. Wir bieten neue Produkte rund um Smart Life und Smart Energy. Zur Energiewende gehört notwendigerweise auch die Elektrifizierung des Verkehrs. Hier profitieren unsere Kunden von unseren neuen Partnerschaften im Bereich urbane Mobilität: Wir kooperieren beispielsweise mit MOIA, dem Hamburger Ride Sharing-Anbieter und mit Emmy, dem Anbieter der roten Elektroroller – ein Teil der Flotte ist mit unserem Logo versehen. Außerdem haben wir mitten in Altona Anfang dieses Jahres ein Ladengeschäft eröffnet, wo Kunden die Möglichkeit haben, sich über ausgewählte Produkte rund um die Themen Mobilität, Smart Home und Entertainment zu informieren.

Sie sehen also, wir sind sichtbar und werden auch sichtbar bleiben. Unser derzeit innovativstes Erkennungszeichen befindet sich in der Planung:  Wir errichten mitten in der HafenCity ein neues Bürogebäude, in das wir 2023 einziehen wollen.


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