Pressemitteilung 17.01.2019 11:16 CET

Kernkraftwerk Brunsbüttel: Kavernenleerung erfolgreich abgeschlossen

Handhabungskonzept hat sich bewährt

Jan Philipp Albrecht, Minister für Energie, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein, hat sich heute im Kernkraftwerk Brunsbüttel über den Abschluss der Kavernenleerung informiert. Insgesamt 626 Fässer mit Filter- und Verdampferkonzentraten wurden seit Februar 2016 aus den sechs, nur von oben zugänglichen Stauräumen der Anlage gehoben. Insgesamt 46 endlagergerechte Container wurden befüllt. Sie lagern bis zur Überführung in das Bundesendlager „Schacht Konrad“ in der Transportbereitstellungshalle auf dem Kraftwerksgelände.

Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter Vattenfalls für Hamburg und Norddeutschland: „Die Leerung der Kavernen war ein anspruchsvolles Projekt. Die größte Herausforderung dabei war der Zustand der Fässer, der insgesamt schlechter war, als wir nach der Kamerainspektion erwartet hatten. Durch unsere motivierten und engagierten Mitarbeiter, die sich dabei zu Spezialisten entwickelt haben, konnten wir das Projekt erfolgreich abschließen. Nun konzentrieren wir uns auf die nächste Herausforderung: die ersten Rückbaumaßnahmen.“

Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht: „Auf dem langen Weg zum endgültigen Atomausstieg können wir nach rund sieben Jahren eine bedauerliche Sonderetappe immerhin mit einem erfreulichen Ergebnis beenden: Obwohl viele der über 600 Fässer in den Kavernen durch Korrosion stark beschädigt waren, ist es im Laufe der Bergungsarbeiten nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen für beteiligte Personen oder für die angrenzende Bevölkerung gekommen. Das ist dem Einsatz aller Beteiligten, auch der Betriebsmannschaft in Brunsbüttel, zu verdanken.“

In die rund sechs Meter tiefen, mit tonnenschweren Betonriegeln verschlossenen Stauräume im Kontrollbereich des Kernkraftwerkes waren seit Ende der 70er-Jahre sukzessive Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Betrieb der Anlage eingelagert worden. Zu diesen Abfällen gehören Filterharze und Verdampferkonzentrate, also Abfälle aus der Abwasseraufbereitung bzw. aus den Prozesskreisläufen des Kernkraftwerks.

Ende 2011 war nach Umsaugen eines Fassinhalts in einen endlagergerechten Gusscontainer bei dem leeren Fass ein Korrosionsschaden festgestellt worden. Anschließende Untersuchungen zeigten bei weiteren Fässern zum Teil erhebliche Korrosionserscheinungen. Nach Inspektion aller sechs Kavernen mit einer eigens entwickelten Spezialkamera wurden 626 Fässer nach dem Ausmaß ihrer Beschädigung in fünf Kategorien eingeteilt. Keine oder nur geringfügige äußerlich erkennbare Auffälligkeiten (Kategorien 1 und 2) wurden bei 336 Fässern festgestellt. Mittelschwere äußerlich erkennbare Auffälligkeiten (Kategorie 3) wiesen 78 Fässer auf. Die Zahl der Fässer mit starken Schädigungen (z.B. großflächige Korrosion) in Kategorie 4 und besonderen Auffälligkeiten (z.B. Stauchungen) in Kategorie 5 belief sich auf insgesamt 212. Weitere sechs Fässer mit Metallschrotten befinden sich noch in Kaverne 5.

Während der Arbeiten wurden 24 Fässer neu kategorisiert, 23 davon wiesen stärkere Beschädigungen auf als bei der Kamerainspektion erkennbar, bei einem Fass waren die Schädigungen geringer.

Dem Beginn der Kavernenleerung im Februar 2016 war eine dreijährige Vorbereitungszeit vorausgegangen, in der spezielle Werkzeuge für die anstehenden Arbeiten entwickelt und ein Handhabungskonzept erarbeitet wurden. Organisatorische und technische Vorkehrungen für den Strahlenschutz sorgten dafür, dass eine Gesundheitsgefährdung für das Personal und die Bevölkerung ausgeschlossen war. Grenzwerte wurden nicht überschritten. Die Person mit der höchsten Strahlenbelastung aus diesem Kavernenprojekt (maximale Individualdosis) hatte eine Dosis von 4,383 Millisievert (mSv); laut Strahlenschutzverordnung (StrSchV) sind 20 mSv pro Jahr zulässig. Insgesamt waren 192 Personen an diesem Projekt im Kontrollbereich beteiligt. Ihre Kollektivdosis lag für die Gesamtzeit der Handhabung bei 59,143 mSv. Das entspricht in den Jahren 2017 und 2018 für alle Arbeiten im Kontrollbereich einem Anteil am Jahreskollektivwert des Kernkraftwerks Brunsbüttel von rund 20 Prozent.

Schaubild - Handhabung von Fässern mit Filterkonzentraten_680.jpg
Schaubild - Handhabung von Fässern mit Filterkonzentraten

Schaubild vergrößern

Weitere Informationen finden Sie im Vattenfall Blog:
Spezialgreifer für Fässer im Kernkraftwerk Brunsbüttel

 

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Barbara Meyer-Bukow, barbara.meyer-bukow@vattenfall.de
Vattenfall GmbH, Media Relations & Editorial,
Telefon +49 40 2718 3732, Fax +49 40 2718 3770

 

Blog
19.02.2019

Energieholz: Brandenburger Holzhackschnitzel heizen ein

Nördlich von Berlin hat die Erntezeit der Biomasse begonnen.

Blog
Pressemitteilung
18.02.2019

Vattenfalls neue Hamburg-Zentrale in der HafenCity

Das Unternehmen wird im Jahr 2023 mit rund 1.200 Mitarbeitern in das Elbbrückenquartier in...

Pressemitteilung

Mediathek

Besuchen Sie unsere Mediathek zum Auffinden von Bildern.