Pressemitteilung 30.01.2019 3:43 CET

Vattenfall und Cementa gehen nächsten Schritt zur klimaneutralen Zementherstellung

Vattenfall und der Zementhersteller Cementa, ein Unternehmen der HeidelbergCement-Gruppe, sehen gute technische Voraussetzungen für die Zementherstellung mit Hilfe von fossilfreiem Strom. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie im Rahmen des Projekts „CemZero“, das beide Unternehmen im Jahr 2017 initiiert haben. Die Studie gibt nun grünes Licht für weitere Untersuchungen, wie eine Pilotanlage zur strombasierten Zementherstellung konkret umgesetzt werden könnte. Durch eine vollständige technische Umstellung können die gesamten CO2-Emissionen Schwedens bis 2030 um fünf Prozent sinken.

Das Ziel von CemZero ist es, eine elektrifizierte Zementproduktion mit Hilfe fossilfreier Elektrizität aufzubauen, die aus dem schwedischen Energiesystem stammt. Hierzu wurde jetzt ein Statusbericht an die schwedische Energieagentur übermittelt, die die Studie mitfinanziert. Im Rahmen der Studie wurde anhand verschiedener Technologien betrachtet, wie fossilfreie Elektrizität die für die Zementherstellung nötige Wärme (1.450 Grad Celsius) anstelle von konventionellen Brennstoffen liefern kann.

„Um drastische Emissionsreduktionen bei der Zementherstellung zu erzielen, benötigen wir fortschrittliche Technologien. Mit dem Projekt CemZero beschreiten wir hier einen interessanten Pfad, den wir jetzt gerne weitergehen“, sagt Cementa CEO Magnus Ohlsson.

„Es ist für uns ein sehr positives Signal, die Arbeit an der Elektrifizierung der Zementindustrie fortsetzen zu können. CemZero ist eines der wichtigsten Beispiele für eine neue Zusammenarbeit mit Blick auf die technologische Entwicklung und kann einen entscheidenden Beitrag für eine fossilfreie Zukunft liefern“, sagt Magnus Hall, Präsident und CEO bei Vattenfall.

Die Studie kommt zu folgenden, grundsätzlichen Resultaten: 

  • Das Erhitzen der Rohstoffe mit Hilfe von Elektrizität ist im Zuge der Zementproduktion technisch grundsätzlich machbar. Es konnte unter anderem gezeigt werden, dass sich sogenannter Zementklinker komplett mittels Plasmatechnologie herstellen lässt. Das Verfahren soll nun in größerem Maßstab weiter erprobt werden.

  • Diese „elektrische“ Lösung ist wettbewerbsfähig im Vergleich zu alternativen Verfahren, die ebenfalls die drastische Emissionsreduktion zum Ziel haben. Der Studie zufolge würden sich die Herstellungskosten für Zement zwar in etwa verdoppeln. Dennoch würden sich die Gesamtkosten für fertige Gebäude oder andere Infrastruktur lediglich um wenige Prozent erhöhen.  

  • Simulationen für die Cementa-Produktion auf der Insel Gotland haben gezeigt, dass die Elektrifizierung dieses Standortes sehr gut im Einklang stünde mit dem weiteren Ausbau der Windenergie auf Gotland, insbesondere mit Blick auf Überkapazitäten.

Cementa hat das Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen bei der Herstellung seiner Zementprodukte auf null zu senken. Hierfür braucht es den Einsatz neuer Technologie. Für Vattenfall ist dieses Industrieprojekt ein wesentlicher Teil der Strategie, seinen Kunden innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Projektes ist die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Energiesektor und der schwedischen Energieagentur. Vattenfall und Cementa werden 2019 CemZero fortsetzen. In einer weitergehenden Studie sollen nun die Voraussetzungen für den Bau einer Pilotanlage definiert werden. Die Plasmatechnologie wird weiter getestet, um technische Risiken zu reduzieren und das Verfahren in größerem Maßstab erproben und implementieren zu können.

 

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Lutz Wiese, lutz.wiese@vattenfall.de
Vattenfall GmbH, Media Relations & Editorial Germany
Telefon +49 30 8182 2332

 

 

 

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