Von Sport ohne Grenzen zu den Hamburg Towers

52.000 Menschen leben in Hamburgs Stadtteil Wilhelmsburg, einem sozialen Brennpunkt im Süden der Stadt. Über 70 Prozent der Jugendlichen dort haben einen Migrationshintergrund, ein Viertel erhält Hartz IV. 2006 begann genau hier die Geschichte von Freunden, die in ihrem Stadtteil die Kids mit Basketball von der Straße holen wollten. Heute tun sie das immer noch, mit dem Verein Sport ohne Grenzen, den Piraten und den Hamburg Towers.  

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Marvin Willoughby war einer der besten Basketballspieler Deutschlands. Vor mehr als zehn Jahren dann das Aus: Das Sprunggelenk ist kaputt. Der Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers muss seine Nationalspieler-Karriere beenden und kehrt zurück in seine Heimatstadt Hamburg, nach Wilhelmsburg. Gemeinsam mit Kumpel Jan Fischer entsteht der Gedanke, Camps für Kinder zu organisieren und so Stadtteil- und Sozialarbeit mit Basketball zu kombinieren. „So banal es klingt, am Anfang stand nur die Idee, mit Sport Gutes zu tun, die Kinder von der Straße zu holen, ihnen eine Orientierung zu geben und Werte zu vermitteln“, so Willoughby. Die Resonanz ist riesig, der Verein Sport ohne Grenzen ist geboren.

Das gute Gefühl

Teamfähigkeit, Disziplin, Fairness, richtige Ernährung sind nur einige Schlagworte des Konzeptes. Der Spaß am Sport und die richtige Technik gehören ebenso dazu. Fischer und Willoughby besuchen viele Schulen und entwickeln das Projekt mit Soziologen und Sportwissenschaftlern weiter. „Mit diesem Sozialkompetenztraining versuchen wir den Kindern zu vermitteln, wie eine Gruppe und Zusammenhalt funktionieren, sich aufeinander zu verlassen und Regeln einzuhalten. Sie sollen Spaß haben und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen“, sagt Willoughby. Für die inzwischen zehn Jahre unermüdlichen Einsatzes erhält der 39-jährige die offizielle Anerkennung, das Bundesverdienstkreuz.

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Auf dem Weg nach oben

Aus dem Verein Sport ohne Grenzen heraus entwickelt sich 2009 die nächste Idee: das Piraten-Projekt. Eine Vereins-übergreifende Talentschmiede für die Besten aller Hamburger Basketballspieler aus den Altersklassen U16 und U19. „Wir wollen Jugendspielern vermitteln, ehrgeizig zu sein. Dazu gehört auch, der Beste sein zu wollen und den Ansporn zu haben, jedes Spiel zu gewinnen“, erläutert Cheftrainer Willoughby. „Es ist natürlich ein Anreiz hier zu spielen, um es irgendwann nach ganz oben zu schaffen. Aber wir sorgen auch dafür, dass alle mit beiden Beinen auf dem Hallenboden bleiben und wir keine Luftschlösser bauen.“

Von der Blumenhalle zur Inselparkhalle 

Bis heute kann er selbst kaum glauben, was dann in kurzer Zeit alles passiert: Nach der Internationalen Gartenschau 2013 in Wilhelmsburg überlegt die Stadt, wie die Flächen und die 6.000 Quadratmeter große Blumenhalle weiter genutzt werden sollen. Bei der Truppe um Willoughby keimt gleichzeitig der Gedanke auf, Profi-Basketball in der Hansestadt zu etablieren. Eins kommt zum anderen. Nach Umbaumaßnahmen entsteht aus der Blumen- eine Mehrzweckhalle die InselPark-Arena. Sie bietet Platz für 3.400 Zuschauer und ist eine ideale Heimspielstätte für Basketball. Mit weiteren Partnern gründet Willoughby 2014 die Hamburg Towers. Und durch eine Wild Card startet das Team direkt in der 2. Basketball Bundesliga ProA.

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Die Kleinen ganz groß 

Die Vattenfall Basketball Akademie: Das Projekt verfolgt seit 2016 das Ziel, Jugendliche an Hamburger Schulen für den Basketballsport zu begeistern. In professionell gecoachten AGs werden jährlich bis zu 2.000 Kinder verschiedener Kulturen und sozialer Herkunft nicht nur sportlich gefördert. Sie bekommen dort auch Werte wie Teamfähigkeit, Fairness und Disziplin vermittelt. Ihren Ursprung hat die Akademie im Stadtteil Wilhelmsburg; seit einigen Jahren eine Basketball-Hochburg. Vattenfall unterstützt den Zweitligisten Hamburg Towers als Exklusivpartner. Um sich neben dem Profi-Sport verstärkt für den Nachwuchs zu engagieren, rief das Energieunternehmen gemeinsam mit den Towers und dem Verein „Sport ohne Grenzen“ die Vattenfall Basketball Akademie ins Leben.


 



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