Berlin City

3 Fragen an Tanja Wielgoß zu gesteigerten Klimaschutzzielen

Vattenfall hat seine Klimaschutzziele weiter erhöht und verpflichtet sich, Maßnahmen zu ergreifen, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das bedeutet, dass wir bis 2030 unsere CO2-Emissionen im Vergleich zu 2017 um 77 Prozent reduzieren – bisher wollten wir sie um 38 Prozent senken. Bis 2040 wollen wir Klimaneutralität erreichen.

Im Interview spricht unsere Berliner Wärmechefin Tanja Wielgoß darüber, was dieses Ziel für den Wärmemarkt in Berlin bedeutet. 

1.      Tanja Wielgoß, welche Auswirkungen haben die neuen Ziele für das Wärmegeschäft in Berlin?

Tanja Wielgoß: Der Vattenfall Wärme Berlin steht von allen Konzerngesellschaften die größte Transformation bevor. An unserem Erfolg hängt die Erreichung des neuen Unternehmensziels. Klar ist schon jetzt, dass wir bis 2030 die Steinkohlenutzung beenden. Bis 2040 werden wir klimaneutral sein. Das ist eine Herkulesaufgabe, denn sie erfordert den nahezu vollständigen Umbau unseres Erzeugungsportfolios – und das in weniger als 20 Jahren. Unsere Beschäftigten sind hochmotiviert und haben hervorragende Fachkenntnisse, um diesen Umbauprozess zu gestalten. Wir werden – zusammen mit den Mitarbeitenden, die noch zu uns stoßen – in den kommenden Jahren Spitzenleistungen erbringen müssen.

2.      Wie will Vattenfall dieses Klimaschutzziel in Berlin erreichen?

Wenn wir uns in anderen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, umsehen, kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Wärmeversorgung in Zukunft auf Stadtwärme und Wärmepumpen basiert. In unserem Stadtwärmesystem können wir die besten Lösungen optimal verbinden. Wir haben drei Szenarien ausgearbeitet, die eine Klimaneutralität bis 2040 ermöglichen. Auf dieser Grundlage entscheiden wir, was wir bis 2030 tun müssen, ohne dabei eine der drei Optionen zu verbauen. Wir müssen uns also heute noch nicht auf ein bestimmtes Szenario festlegen, also ob Wasserstoff, CCS – Carbon Capture & Storage – oder eine Konzentration auf Wärmeerzeugung ohne Stromproduktion die Lösung der Zukunft sein wird. Jetzt liegt der Fokus aber erst einmal auf den nächsten Jahren bis 2030 – hier werden wir aus der Steinkohleerzeugung aussteigen und den Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeerzeugung von heute 7 Prozent mindestens vervierfachen. Gemeinsam mit der Politik werden wir außerdem die Möglichkeiten ausloten, die die Erreichung einer Versechsfachung, also auf 40 Prozent Erneuerbare-Energienanteil, bedeuten.

3.      Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um die CO2-Emissionen aus der Wärmeerzeugung zu senken?

Die Wärmeerzeugung aus Kohle wird im Heizkraftwerk Moabit Anfang der zweiten Hälfte der 20er Jahre und in Reuter West Ende der 20er Jahre auslaufen und durch eine Kombination aus Biomasse, Abwärme der Berliner Stadtreinigung, Erdgas, Power-to-Heat, Großwärmepumpen und Wärmespeicherung ersetzt. Bereits heute nutzen wir Abwärme und Biomasse und betreiben mit 120 Megawatt Europas größte Power-to-Heat-Anlage. Zwei Großwärmepumpen sind zurzeit im Bau – eine kleinere am Potsdamer Platz und eine große, die wir zusammen mit den Berliner Wasserbetrieben in Ruhleben errichten. Last but not least planen wir eine Systemwarte, über die wir die verschiedenen Erzeugungsarten und unser 2.000 Kilometer langes Wärmenetz noch effizienter steuern können.

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