Neues Solarfahrzeug Nuna11 präsentiert

Das Vattenfall Solar Team stellte am 8. Juli sein neuestes Solarfahrzeug Nuna11 der Öffentlichkeit vor. Am auffallendsten ist das ungewöhnliche Aussehen: Das Solarfahrzeug ist ein Dreirad mit einem schräg angestellten Sonnenkollektor. Das dritte Rad ist jedoch ungewöhnlich angeordnet. Mit Nuna11 hofft das Team, im Herbst bei der Solar Challenge Marokko die Weltspitze zu schlagen. 

Nuna11 steckt voller neuer technischer Ideen. Die besondere Form des Solarfahrzeugs ergibt sich aus der mutigen Entscheidung, zwei Räder rechts und ein Rad links anzuordnen. Damit sieht Nuna11 sehr ungewöhnlich aus und kann mit Recht als der „Picasso“ unter den Solarfahrzeugen bezeichnet werden. Noch wichtiger ist allerdings: Das innovative Design optimiert die Aerodynamik des Fahrzeugs. „Bei herkömmlichen Dreiradfahrzeugen steht das dritte Rad in der Mitte vor oder hinter den paarig angebrachten Rädern. Dabei muss die Luft an drei verschiedenen Stellen um die Räder fließen. Durch die Positionierung der beiden Räder rechts vor und hinter dem Fahrer sowie eines Rades auf der linken Seite entsteht nur an zwei Stellen Luftwiderstand. „Dies ist die denkbar aerodynamischste Form“, erläutert der Teamleiter Christiaan Wiers diese konstruktive Entscheidung. 

Solarfahrzeug Nuna11
Jorrit Lousberg

Ein Katamaran mit drei Rädern

Diese Bauform wird in der Welt der Solar-Rennfahrzeuge als Katamaran bezeichnet. Mit den Vorgängermodellen Nuna9 und NunaX zeigte das Vattenfall Solar Team bereits, dass es den Wind zu seinem Vorteil zu nutzen versteht. Aufgrund der besonderen Bauweise von Nuna11 wird dieser Vorteil nun kombiniert mit weniger Rollwiderstand aufgrund der nur drei Räder. Ins Auge fällt auch sofort die Tatsache, dass der Sonnenkollektor schräg angestellt ist. Christiaan Wiers erläutert: „Dadurch erzeugen wir am linken Rad mehr Abtrieb. Dies verleiht dem Fahrzeug mehr Stabilität bei stärkerem Wind und es wird dadurch schneller und sicherer.“

Komplexe Lenkung 

Die Anordnung eines Rades links und zweier Räder rechts stellte das Team vor eine gewisse Herausforderung hinsichtlich der Lenkung, berichtet Thies Postma, einer der Fahrer: „Die Räder sitzen nicht auf derselben Achse, wie das sonst bei Solarfahrzeugen üblich ist. Trotzdem müssen sie gut im Verbund arbeiten, damit man gut durch die Kurven kommt. Zur Umsetzung der Vision einer optimalen Aerodynamik in die Realität war deshalb einige Denkarbeit und Kreativität gefordert.“ 

Revolutionäre Motorsteuerung 

Die neue Motorsteuerung fällt zwar weniger ins Auge, stellt aber eine mindestens genauso wichtige Innovation dar. Früher wurde das Teil zugekauft und das Team musste sich entscheiden zwischen Leistung – die man in bergigem Gelände benötigt – und Effizienz. In Nuna11 ist nun die erste selbstentwickelte Steuerung eingebaut, die in beiden Bereichen richtig gut ist. Das Teammitglied Jasper Insinger arbeitete monatelang daran, häufig bis spät in die Nacht. „Wir mussten viel Zeit für die Tests der verschiedenen Leistungsschaltertypen und Konfigurationen aufwenden. Dies zu schaffen war für mich eine wirklich interessante Herausforderung. Mit Nuna11 haben wir nun bessere Beschleunigung, bessere Steigleistung und können gut im Stadtverkehr fahren. Ideal für ein Rennen wie das in Marokko“, sagt Jasper Insinger.

Solar Challenge Marokko 

Das Vattenfall Solar Team mit dem neuesten Solarfahrzeug  Nuna11
Jorrit Lousberg

Das Vattenfall Solar Team will im Oktober mit dem Nuna11 an der Solar Challenge in Marokko teilnehmen und hofft, nach siebenfachem Gold in Australien und dreimal Gold in Südafrika wieder als Gewinner über die Ziellinie zu fahren. Eine große Herausforderung bei so einem Weltklassefeld. Ob das Rennen tatsächlich stattfindet, hängt von den Entwicklungen und den Maßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie ab. Teamleiter Christiaan Wiers sagt: „Wir als Team sind bereit. Deshalb drücken wir jetzt die Daumen, dass die Coronasituation die Durchführung des Rennens im Herbst zulässt.“ 

Neues Rennformat 

In fünf Etappen und genauso vielen Tagen legen die Teams ungefähr 2.500 Kilometer zurück. Die Route verläuft durch den Süden von Marokko, unter Anderem entlang des Atlasgebirges und durch einen Teil der Sahara. Der Höhenunterschied der Strecke ist damit größer als jener in Australien. Start und Ziel liegen in der Hafenstadt Agadir. Das Team, das die Gesamtstrecke am schnellsten zurücklegt, gewinnt das Rennen. 

Mehr zum Thema

Vattenfall Solar Team präsentiert "Geheimwaffe" des NunaX: Haifischhaut (2019)

Mehr Informationen

Luftbild Pumpspeicherwerk Geesthacht

Baustart für Solaranlage am Vattenfall-Pumpspeicher Geesthacht

Vattenfall ergänzt Wasserkraftwerke mit Solarstrom.

Lesen Sie den gesamten Artikel
Vattenfall - Solarpark

Vattenfall gibt grünes Licht für 28-MW-Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern

Langfristiger Stromliefervertrag mit Bosch über 10-MW-Anteil abgeschlossen

Lesen Sie den gesamten Artikel
Windkraftanlagen im Meer

Bei Ausschreibung für schwimmenden Windpark in engerer Wahl

Endrunde der Ausschreibung für schwimmenden 250-MW-Windpark vor der Südbretagne erreicht

Lesen Sie den gesamten Artikel