Unsere energiepolitischen Forderungen

Deutschland muss mehr für die Energiewende tun, um das nationale Klimaschutzziel 2030 zu erreichen. Dies sind unsere Forderungen an die Energiepolitik:

Energiepolitik - was getan werden muss

Deshalb brauchen wir…

Q:

Mehr Offshore-Wind, um 65-Prozent-Ziel des Koalitionsvertrages zu erreichen

A:

Wir brauchen mindestens 20 GW als Offshore-Beitrag bis 2030 (+ 5 GW im Vergleich zum aktuellen EEG 2017), um das Ziel 65% erneuerbaren Stroms bis 2030 umzusetzen. Offshore-Strom bietet Versorgungssicherheit mit grundlastnahen 4.500 Volllaststunden. Der Zubau greift erst in den Jahren 2026 bis 2030. Deshalb müssen jetzt die Netze optimiert und der Netzausbau beschleunigt werden, damit planmäßig ab 2025 Strom über die HGÜ-Leitungen SuedLink/SuedOstLink in die Verbrauchszentren transportiert wird.

Q:

Den Wendepunkt für das Gelingen der Energiewende: Beschleunigter Netzausbau

A:

Zusammen mit den Übertragungs- sowie Verteilnetzbetreibern und der Bundesnetzagentur (BNetzA) müssen ab sofort die Weichen für einen Zubau der leistungsstarken Gleichstromtrassen gestellt werden: Erweiterung der Vorhaben von bisher je zwei auf je drei bis vier GW-Übertragungskapazitäten. Gleichzeitig müssen regulatorische Anreize für Übertragungsnetzbetreiber geschaffen werden, um die Kosten für den Netzausbau zu senken und die Netznutzung zu optimieren. Die Digitalisierung der Netze ermöglicht eine Real-Time-Optimierung, die zu Kapazitätssteigerungen von bis zu 40% bei Bestandsnetzen führen kann.

Q:

Ein angepasstes Fördermodell für Offshore-Wind, um die Projektrealisierung zu gewährleisten

A:

Mit Null-Euro-Geboten steigt das Risiko, dass Windparks bei ausbleibender Strompreisentwicklung nicht gebaut werden. Eine zweiseitig symmetrische Marktprämie füllt den Gebotspreis bis zu einer Konvergenz mit dem Strom-Marktpreis auf. Oberhalb des Gebotspreises fließen die Mehrerlöse auf das EEG-Konto.

Q:

Politische Klärung der Zukunft der Kohle, weil das Planungssicherheit schafft

A:

Bis 2030 sind in Deutschland 60 Prozent weniger Kohlekapazitäten notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Sie wären auch versorgungssicher machbar und für die Wirtschaft verkraftbar. Unsere Analysen zeigen, dass auch bei einem forcierten Abbau von Kohlekapazitäten (20-27 GW bis 2030) lediglich mit einem Preisanstieg von etwa 3 bis 4 Euro/MWh zu rechnen ist.

Q:

Eine nationale CO2-Steuer, um Investitionen in neue Heizungsanlagen und Wärmewende auszulösen

A:

CO2 muss im Wärmesektor – sowie im Verkehrssektor – durch eine nationale Steuer einen Preis bekommen (Heizöl unterliegt aktuell nahezu keiner Besteuerung). Bis 2030 besteht ein Potenzial von 70 Million Tonnen zur CO2-Einsparung durch den Ersatz alter Öl-Heizungsanlagen, Effizienzmaßnahmen bei Gebäuden und in der Industrie sowie dem Ausbau der Fernwärme.

Q:

Eine fortgesetzte Förderung der Kraftwärmekopplung (KWK) bis 2030, weil das den Umstieg von Kohle auf Gas befördert

A:

Das aktuelle Kraftwärmekopplungsgesetz (KWKG) fördert bis 2025 die effiziente Erzeugung von Strom und Wärme in einem Prozess. In 2018 muss rechtzeitig eine Anschlussregelung für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 getroffen werden, um den Neubau und die Umstellung von Steinkohle-KWK auf Gas-KWK sicherzustellen. KWK leistet einen erheblichen Beitrag zur CO2-Einsparung und zur Versorgungssicherheit insbesondere nach dem Kernenergieausstieg und dem Ende der Kohleverstromung.

Q:

Eine geförderte Sektorenkopplung, um Potenziale beispielsweise für Wärmewende nutzen

A:

Die langfristige Dekarbonisierung braucht Sektorenkopplung. Dafür müssen allerdings die Investitionsbedingungen verbessert werden. Einen ersten wichtigen Schritt geht § 13 Absatz 6a Energiewirtschaftsgesetz mit der Förderung von Power-to-Heat in Norddeutschland. Diese Regelung sollte bundesweit gelten und bei nicht genutztem Fördervolumen für andere Technologien geöffnet werden (zum Beispiel Power-to-Gas).

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Alexander Jung
Alexander Jung
Generalbevollmächtigter Berlin
Andreas Vetter
Andreas Vetter
Leiter Public Affairs

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