Die Diskussion zum Klimawandel

Gespräche über den Klimawandel und ihr Einfluss auf das menschliche Verhalten. Eine Studie von Vattenfall.

Der Klimawandel ist ein Thema, das in sämtlichen Medien, wie in Tageszeitungen, im Fernsehen oder im Radio, in den von uns genutzten sozialen Netzwerken sowie in Gesprächen, die wir mit den Menschen um uns herum führen, präsent ist. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass diese Diskussionen auch unser Verhalten, unseren Konsum und unsere Entscheidungen, wie wir unser tägliches Leben organisieren, zunehmend beeinflussen. Wir halten es für wichtig, ein tieferes Verständnis darüber zu erlangen, welche Auswirkungen der Diskurs über den Klimawandel auf uns hat. Daher haben wir beschlossen, die Wechselwirkung zwischen Diskurs und Verhalten genauer zu analysieren.

Dafür haben wir zwei Umfragen mit über 14.000 Teilnehmern in unseren sieben Kernmärkten durchgeführt. Eine erste Basiserhebung wurde im Dezember 2019 durchgeführt, gefolgt von einer zweiten Befragung im Juni 2020. Wir haben uns damit beschäftigt, wie der Klimawandel in den Medien und in den sozialen Netzwerken diskutiert wird. Die gesammelten Daten haben es uns zum Einen ermöglicht, zu untersuchen, welchen Einfluss die Gespräche über den Klimawandel auf uns haben. Zum Anderen liefert die zweite Erhebung Aufschluss darüber, wie sich die Ansichten zu den wichtigsten Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel in den letzten sechs Monaten entwickelt haben.

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Einblicke in die zunehmende Klima-Angst

Dr. Renee Lertzman, Expertin für Klimawandelpsychologie und unsere externe Beraterin, teilt ihre Gedanken zur zunehmenden Klima-Angst mit.

 

Wie geht es den Menschen mit dem Klimawandel?

Um uns ein reales Bild von der Wahrnehmung des Klimawandels zu verschaffen, haben wir untersucht, inwiefern die Menschen den Klimawandel als ein dringliches Problem empfinden und in welchem Maße er sie beunruhigt.

Icon Herz

Der Klimawandel bleibt die größte Sorge

Bei unserer ersten Umfrage hielt rund jeder Dritte (32%) den Klimawandel für das vordringlichste globale Problem unserer Zeit. Wir können feststellen, dass dies sechs Monate später mit nur einem leichten Rückgang (28%) stabil geblieben ist.

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Klima32
Krieg23
Nahrung-/Wassermangel15

Der Klimawandel wird nicht nur von vielen als ein wichtiges Thema gesehen, sondern vom größten Teil der Befragten in unserer Studie als das vordringlichste Problem unserer Zeit betrachtet, vor allen anderen globalen Themen wie Kriegen und Konflikten, Epidemien und Nahrungsmangel / Wassermangel für einige Personen.

                                                                                                         

Klima-Angst – ein echtes Problem             

In unserer ersten Umfrage haben sich 68% der Menschen als „ziemlich“ oder „sehr besorgt“ über den Klimawandel beschrieben - sechs Monate später zeigt sich, dass diese Zahl unverändert geblieben ist (69%).

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Quite46
A great deal22

Debatten über die „Klima-Angst“, die erstmalig 2017 durch ein US-Institut als „chronische Angst vor dem Weltuntergang“ definiert wurde, bekräftigen das. Studien und Berichte zeigen einen sprunghaften Anstieg der Klima-Angst in der westlichen Welt.

 

Ein Anliegen aller Generationen

Der Klimawandel ist bei weitem kein Thema, das nur junge Menschen bewegt.

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Unsere ursprüngliche Untersuchung ergab, dass 64% der 55- bis 64-Jährigen sich Sorgen über die Bedrohung durch den Klimawandel machen, verglichen mit 74% der 16- bis 24-Jährigen. Obwohl in der jüngsten Altersgruppe etwas ausgeprägter, war der Klimawandel eindeutig ein gemeinsames Anliegen aller Generationen. Wir sehen das gleiche Muster sechs Monate später noch ausgeprägter, wobei der Anteil der Betroffenen bei den bis 55-bis 64-Jährigen 69% und 72% bei den 16-bis 24-Jährigen beträgt.

 

Große Akteure als treibende Kraft für Veränderung erwünscht

Die Befragten sehen im Klimawandel eine Herausforderung, für deren Bewältigung Wirtschaft und Politik am besten aufgestellt sind. 

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61 % der Befragten gaben an, dass große Unternehmen am ehesten in der Lage sind, den Klimawandel durch Veränderungen in ihren eigenen Betrieben zu verlangsamen. 42 % sehen die Politik in einer wichtigen Rolle, indem sie klimafreundliche politische Rahmenbedingungen schafft. 32 % sind der Ansicht, dass Energieunternehmen den größten Einfluss ausüben können, indem sie grüne Energie liefern. Demgegenüber gehen nur 26 % der Befragten davon aus, dass Individuen am ehesten dazu fähig sind, den Klimawandel zu verlangsamen.

 

Wie wird über den Klimawandel geredet?

In unserer Untersuchung der öffentlichen Meinung über den Klimawandel haben wir uns auf die Frage konzentriert, wie dieser in den Medien diskutiert wird und wie sich die Menschen an dieses Thema erinnern.

Icon Sprechblase

Negative Entwicklungen stehen im Vordergrund

Als Teil unseres ursprünglichen Berichts haben wir festgestellt, dass es drei Arten von Medienberichterstattung gibt: Negative Geschichten sachlicher Natur, negative Geschichten emotionaler Natur und Geschichten über positive Entwicklungen.

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Emotional23
Sachlich38

Berichte über den Klimawandel sind meist negativ (61 %). Wir haben die negative Berichterstattung in zwei Teilsegmente unterschieden – sachliche (38 %) und emotionale Berichte (23 %). Rund ein Drittel der Medieninhalte wird als positiv eingestuft (37 %) und behandelt Beispiele für Fortschritte und Verpflichtungen unterschiedlichster Akteure.

 

Wo finden sich die Geschichten über Fortschritte?

79 % der Artikel in den nationalen und internationalen Medien sind negativer Art (eine Kombination aus sachlichen und emotionalen negativen Gruppen).

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Negative nature79

In den nationalen und internationalen Medien dominieren die negativen Konsequenzen des Klimawandels. Geschichten über Fortschritte kommen in den lokalen Nachrichten und der Fachpresse häufiger vor. Für das generelle Stimmungsbild ist dies sehr signifikant, da nationale und internationale Medien eine deutlich breitere Leserschaft haben und einen größeren Einfluss auf die Meinungsbildung ausüben.

 

Die Wahrnehmung dieser Berichte ist sogar noch geringer

Unsere Daten zeigten auch, dass sich nur 12% an Nachrichten über positive Entwicklungen erinnern.

Icon Auge 12%

Die Studie hat festgestellt, dass die Erinnerungen der Menschen an Berichte über den Klimawandel noch negativer erscheinen als die Berichterstattung selbst. Über ein Drittel (37 %) der Berichterstattung ist positiv, aber nur etwa jeder zehnte Befragte (12 %) erinnert sich an eine positive Berichterstattung.

 

Gleiche Trends in den sozialen Medien

In ähnlicher Weise haben wir gesehen, dass die Diskussion in den sozialen Medien überwiegend negativ ist und dies im Einklang mit der Art und Weise steht, wie sich die Menschen daran erinnern.

Icon Tablet

Die Analyse ergab, dass negative Diskussionen die positiven Diskussionen in den sozialen Medien im Verhältnis von knapp 3:1 übertreffen. Auch erinnern sich nur wenige in den sozialen Medien  (13 %) an positive Inhalte. Die sozialen Medien tragen zum Kreislauf der negativen Geschichten bei.

 

 

Wie beeinflusst all das unser Verhalten?

Abschließend wurde auch der Einfluss der Klimawandel-Diskussion auf die Emotionen und das Verhalten untersucht.

Icon Mensch

Die Diskussion weckt Gefühle in uns

Die starke Präsenz negativer Berichterstattung und Diskussionen in den sozialen Medien verstärkt Gefühle von Verärgerung, Sorge und Machtlosigkeit.

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40% der Befragten in unserer ursprünglichen Umfrage gaben an, dass der Klimawandel sie „in Sorge darüber versetzt, was mit unserem Planeten passieren könnte”. Sechs Monate später war diese Zahl unverändert (41%), was darauf hindeutet, dass dieses Angstgefühl eines großen Teils der Menschen eine anhaltende Emotion in Verbindung mit dem Klimawandel ist. Dies steht neben einem breiteren Spektrum von Emotionen, einschließlich der Wut über die mangelnden Anstrengungen den Klimawandel aufzuhalten (35% im Dezember 2019 und 33% im Juni 2020) und dem Gefühl, „machtlos zu sein, um den Klimawandel aufzuhalten“ (27% sowohl im Dezember 2019 als auch im Juni 2020). Diese Ergebnisse weisen auf eine komplexe emotionale Reaktion auf das Thema und das Gespräch darüber hin.

 

Spielt das Handeln Einzelner eine Rolle?

Eine negative Wahrnehmung kann die eigene Handlungsbereitschaft herabsetzen.

Icon Fragezeichen

Neben Hindernissen, die einer Verhaltensänderung entgegenstehen (Kosten, Praktikabilität usw.), herrscht oft die Überzeugung, dass Einzelaktionen wenig bringen. Diesen Eindruck haben besonders diejenigen, die sich stärker an negative Geschichten erinnern.

 

Fortschritt inspiriert

Wie wir sehen, ist Inspiration durch Vorbilder ein wichtiger Anreiz, um selbst klimafreundlich zu handeln.

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Andere in der Vorreiterrolle zu sehen (Wirtschaft, Politik oder Individuen) inspiriert dazu, auch selbst mehr für das Klima zu tun. Die Studie hat ergeben, dass die Kommunikation von Fortschritten eine optimistische Einstellung stützt.  Gefühle von Ohnmacht sind mit einer wesentlich niedrigeren Handlungsbereitschaft verbunden.

 

Die Notwendigkeit einer ausgewogenen Diskussion

Menschen, die sich von dem inspiriert fühlen, was andere tun, oder sich darüber ärgern, was nicht getan wird, werden eher selbst aktiv.

Icon Waage

Ein negativer Ton muss nicht kontraproduktiv sein – er kann die Dringlichkeit vermitteln und eine emotionale Reaktion sowie konkrete Maßnahmen hervorbringen. Allerdings sehen wir, dass Fortschritte mehr kommuniziert werden müssen, um weiterhin ein klimafreundliches Verhalten zu fördern.

 

Vattenfall: Unser Engagement und der Weg in die Zukunft

Als eines der führenden europäischen Energieunternehmen erkennen wir an, dass wir bei der Bekämpfung des Klimawandels eine große Rolle spielen müssen: Darum setzen wir uns dafür ein, eine Umstellung auf ein Leben ohne fossile Brennstoffe innerhalb einer Generation zu ermöglichen. Dieses Bestreben gilt nicht nur für uns als Unternehmen, sondern wir möchten auch unseren Kunden und Partnern beim vollständigen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern unterstützen.

Bei Vattenfall haben wir einen klaren Plan, die Produktion von fossilen Brennstoffen sukzessive einzustellen. Wir investieren in erneuerbare Energien und entwickeln neue Technologien, um den Übergang voranzutreiben. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern am Ausstieg aus der Stromerzeugung mittels fossiler Brennstoffe, beispielsweise in den Branchen Industrie und Transportwesen. 
 
Wir sind uns dessen bewusst, dass wir nur ein Akteur unter vielen sind - in unserer Branche und in der gesamten Wirtschaft. Unser Ziel bei der Durchführung dieser Studie war es, das umfassendere System zu verstehen, in dem wir tätig sind. Das komplizierte Zusammenspiel von Medien, Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen bildet den Kontext, in dem wir diese Veränderungen vornehmen möchten. 

Wir teilen diesen Bericht, um einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion um den Klimawandel zu leisten. Wir sind uns allerdings auch im Klaren, dass es Andere gibt, die qualifiziertere Aussagen zu diesem Thema treffen können. Deshalb sind wir offen für Ihre Gedanken, Überlegungen und Kommentare zu diesem Thema. Wir sind der Ansicht, nur gemeinsam können wir fortschrittliche Lösungen finden und laden Sie dazu ein, uns auf unserem Weg zu einem fossilfreien Leben zu begleiten. Teilen Sie doch Ihre positiven Fortschritte auf diesem Weg mit uns. Wir glauben, dass wir gemeinsam viel erreichen können.

Gespräche über den Klimawandel

Dr. Renee Lertzman teilt ihre Gedanken über das Gespräch über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf das menschliche Verhalten.

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Weitere Informationen

Schritt für Schritt auf dem Weg zu einem fossilfreien Leben

Spielende Kinder

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Kinder auf einem Berg in Stockholm

Wir wollen innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe ermöglichen.