Europas größte Fischtreppe

Über 2 Millionen Tiere nutzten die Aufstiegshilfe, die am 1. August 2010 in Betrieb genommen wurde.

Die Fischtreppe ist ein Erfolgsmodell

Auf der Fachkonferenz Fish Passage im Juni 2015 in Groningen erhielt Europas größte Fischtreppe, die in jeder Hinsicht an den Bedürfnissen der Fische ausgerichtet ist, eine Anerkennung als "Herausragendes Projekt in Fischereiwesen & Ökohydrologie".

Die Fischtreppe in Geesthacht

Die Fischtreppe in Geesthacht


Artenvielfalt

Glasaale

Der Glasaal ist nur einer von rund 50 Arten, die die Fischtreppe nutzen.

Nachweislich sind hier etwa 50 Arten unterwegs. Mit dabei sind Lachs und Wels sowie die Meerforelle. Aber auch Exoten wie der Streifenbarsch, Sternhausen und der Sibirische Stör haben inzwischen die Anlage passiert. Der schwerste und längste Fisch war ein 28 Kilo schwerer Wels mit einer Länge von 1,61 Meter.

Das Wander- und Aufstiegsverhalten der Fische wurde mit der Half Duplex Transponder-Technologie ermittelt, mit der jährlich rund 10.000 Fische erfasst wurden.

Fischtreppen-Fakten

2 Millionen

Tiere seit 2010

50

Fischarten

10.000

Fische jährlich erfasst

Schutz für Elbe und Fische

Im Fluss orientieren sich Fische an der Hauptströmung, gegen die sie stetig anschwimmen. Dank der neuen Fischaufstiegsanlage am Nordufer der Elbe können Wanderfische elbaufwärts zu ihren Laichgebieten ziehen, und das völlig barrierefrei. Darüber hinaus verbessert die Anlage die gewässerökologische Anbindung der oberen und mittleren Elbe an Tideelbe und Nordsee.


Wie funktioniert eine Fischtreppe?

Das Projekt ist in Technik und Ausmaß einzigartig. Die Anlage mit einer Gesamtlänge von 550 Metern besteht aus 49 einzelnen Becken, die jeweils links und rechts für die Fische durch zwei senkrechte Schlitze passierbar sind. Die Schlitze sind jeweils 1,20 Meter breit. Jedes der 49 Becken ist 16 Meter breit, 9 Meter lang und rund 1,75 Meter tief.

Diese Dimensionen reichen aus, damit auch größere Fische, wie zum Beispiel ausgewachsene Störe mit bis zu 3 Metern Länge, die Staustufe Geesthacht problemlos passieren können. Form und Länge der Fischtreppe sind den Uferbedingungen der Elbe angepasst. Der Doppelschlitzpass in Geesthacht ist zwar weltweit erfolgreich im Einsatz, Sonderformen wie der verschlungene Verlauf waren jedoch bislang unbekannt.

Seehund Emma nutzt die Fischtreppe

Seehund Emma nutzt die Fischtreppe


Erfolgreicher Modellversuch

In einem aufwändigen Modellversuch simulierten Wissenschaftler der Technischen Hochschule Karlsruhe die Funktionsweise der Anlage. Dies war erforderlich, weil der Fischaufstieg in Geesthacht aufgrund seiner räumlichen Dimension und der Tiden eine besondere Herausforderung darstellt.

Das Ergebnis:
Für die Fische war der Höhenunterschied von jeweils zehn Zentimetern von Becken zu Becken gut zu bewältigen. Und die Vielzahl der aufgestiegenen Fische und Arten hat gezeigt, dass die Staustufe in Geesthacht problemlos überwunden werden kann.

 

Besichtigungstermine

Europas größte Fischtreppe ist jederzeit einen Ausflug wert. Sehen Sie selbst, wie wir dort den Fortbestand verschiedener Elbpopulationen sichern.

Besichtigungstermine für die Fischtreppe Geesthacht

Unsere Projektpartner

Besonderheiten

Fischtreppe Kessler Grundel

Im März 2017 wurde im Doppelschlitzpass erstmalig eine Kessler-Grundel mit einer Länge von 13,5 cm und einem Gewicht von 30 g nachgewiesen. Hierbei handelt es sich um eine nicht heimische, aus dem Schwarzen Meer stammende Art, die sich seit einigen Jahren in Deutschland ausbreitet.

Fischtreppe sibirischer Stoer

Im Juni 2017 wurde ein Sibirischer Stör mit einer Länge von 130 cm am Doppelschlitzpass registriert. Es handelt sich hierbei um den drittgrößten Sibirischen Stör seit Beginn des Monitorings am Wehr Geesthacht.

Fischtreppe Wolgazander

Im April 2017 wurde im Doppelschlitzpass erstmalig ein Wolgazander nachgewiesen und zwar ein Exemplar mit einer Länge von 34 cm und einem Gewicht von 331 g. Hierbei handelt es sich um eine im Einzugsgebiet von Wolga, Ural und Donau heimische Art, die sich seit einigen Jahren im Elbsystem ausbreitet.

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