Onshore

Fragen und Antworten

Wir nehmen die Bedenken der Anwohner sehr ernst. Hier die Antworten auf die zehn häufigsten Fragen, die uns immer wieder gestellt werden.

Onshore Windrad auf einem Berg

„Ist Windkraft gesundheitsschädlich?“

Die zehn häufigsten Fragen

F:

Vattenfall kenne ich vor allem als eines der führenden europäischen Energieunternehmen, das Kraftwerke betreibt. Wie passt da die Windenergie dazu?

A:

Unsere Welt braucht dringend alternative und schadstoffärmere Lösungen für die Versorgung von Unternehmen, Städten und Häusern mit Strom und Wärme. Ein Wandel ist notwendig. Wir haben uns dazu verpflichtet, dies anzustoßen und kontinuierlich voranzutreiben. Das geht nicht von heute auf morgen, aber Vattenfall hat ein Ziel: „Binnen einer Generation“ wollen wir vollständig frei von fossilen Energieträgern sein und unsere Kunden dabei unterstützen, ihr Leben zunehmend klimafreundlicher zu gestalten. Die Windkraft auf See und an Land ist fester Bestandteil der Strategie, mit der wir die fossilen Kraftwerke ersetzen. Mittlerweise gehen [95 %] der Neuinvestitionen in unser erneuerbares Geschäftsfeld.

F:

Wie werden Standorte für die Windenergie ausgewählt?

A:

Der Auswahlprozess für geeignete Windparkflächen ist in den Landesplanungsgesetzen der Bundesländer geregelt. Die Windeignungsflächen werden so ausgewählt, dass die Beeinträchtigungen für Mensch und Natur minimal sind. Nur in diesen Gebieten dürfen Entwickler einen Windpark planen. Zentrales Kriterium für die Effizienz eines Windstandortes ist die Windhöffigkeit, also das Windvorkommen. Darüber geben Daten vom Wetterdienst und speziell durchgeführte Messungen Auskunft. Bei dieser Detailplanung und auch im anschließenden Genehmigungsverfahren müssen eine Vielzahl verschiedener Gutachten durchgeführt werden. Sie stellen sicher, dass der Schutz von Menschen, Tieren und Natur gewährleistet ist.

F:

Ist Windkraft gesundheitsschädlich?

A:

In aller Kürze: Nein. Die staatlichen Vorgaben für die akzeptable Wahrnehmung von Schall, Schatten, und (nächtlichem) Licht orientieren sich an der Gesundheit der Anwohner und müssen in Genehmigungsverfahren im Detail nachgewiesen werden. Ein Thema, das in den vergangenen Jahren viele Menschen verunsichert hat, ist der so genannte Infraschall, also sehr langwellige und für den Menschen nicht bewusst wahrnehmbare Geräusche. Inzwischen wurde in einer ganzen Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen gezeigt, dass es auch hier keine gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Windenergieanlagen gibt.

F:

Welche Lösungen gibt es, den überschüssigen Strom in windstarken Zeiten sinnvoll zu nutzen?

A:

Um die Stromerzeugung aus regenerativen Energien mit dem Bedarf besser auszubalancieren, gibt es verschiedene Ansätze. Der Ausbau der Übertragungsnetze von Nord nach Süd, ist nur ein Teil der Lösung. Mit dem Ausbau von Speichern hat auch für uns die nächste Phase der Energiewende begonnen. Vattenfall betreibt Pumpspeicherkraftwerke und setzt zunehmend auch Batteriespeicher an Windparks ein. Auch Elektroautos sollen künftig mit Windstrom, der nachts im Überschuss produziert wird, geladen werden. Hier werden immer mehr Einzelmaßnahmen ein zunehmend vernetztes Speichersystem bilden.

F:

Wie verändert ein konkreter Windpark die Landschaft?

A:

Klar ist: Windräder können sich nicht unsichtbar machen. Aber der Einfluss eines Windparks auf die Landschaft ist in jedem Einzelfall unterschiedlich. Um diesen Einfluss abzuschätzen, erstellt Vattenfall Fotomontagen und Simulationen, die die Windenergieanlagen aus verschiedenen Perspektiven in der Landschaft zeigen. So können sich die Anwohner schon vorab ein Bild machen, wie der Windpark die Umgebung verändert. Diese Ansichten erfolgen maßstabsgerecht und werden in der Regel auch von den Genehmigungsbehörden eingefordert.

F:

Wie können Bürger mitentscheiden, wo und wie ein Windpark gebaut wird?

A:

Lange bevor ein konkreter Windpark geplant wird, können sich alle interessierten Bürger an der Regionalplanung der Behörden beteiligen. Denn dort wird festgelegt, wo Windräder langfristig gebaut werden dürfen. Stattfinden sollten dazu öffentliche Gemeinderatssitzungen, Infoveranstaltungen von Gemeinde, Bürgerinitiativen oder Gruppendiskussionen mit Bürgern aus dem Umfeld der möglichen Vorranggebiete. Wenn Vattenfall nach der Auswahl der staatlich bestimmten Vorranggebiete einen konkreten Windpark plant, informieren wir darüber frühzeitig und bieten Dialogveranstaltungen und auch Beteiligungsmöglichkeiten an.

F:

Wie häufig geraten Windenergieanlagen in Brand und warum?

A:

Brandunfälle an Windenergieanlagen sind selten, bei neuen Anlagen kommen sie praktisch gar nicht mehr vor. Wenn ältere Anlagen in Brand geraten, können Blitzschlag, fehlerhafte Elektrik, Funkenflug oder die Überlastung mechanischer Bauteile der Grund sein. Da für jede Windenergieanlage ein umfassendes Brandschutzkonzept vorgelegt werden muss, können kleinere Brände im Maschinenhaus meist sofort gelöscht werden. Wenn das nicht möglich ist, kann die Feuerwehr in Einzelfällen auch entscheiden, die Anlage unter ihrer Kontrolle abbrennen zu lassen. Gerade auf freien Feld ist das zwar spektakulär, aber ungefährlich. In Waldgebieten werden für die Feuerwehr die notwendigen Einsatzräume vorgesehen.

F:

Wie entsteht ein Windpark im Wald?

A:

Insbesondere bewaldete Hügel im Binnenland verfügen wegen ihrer exponierten Lage über besonders gute Windbedingungen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für einen effizienten Betrieb eines Windparks. Die heutigen Windenergieanlagen ragen dabei so weit über die Baumkrone hinaus, dass die Rotorblätter das Leben im Wald nicht stören. Für den Standort der Anlage und Wege werden im Abstimmung mit dem Umweltschutz lediglich zwischen 0,4 und 0,6 Hektar Waldfläche gerodet. Diese Fläche muss vom Betreiber an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden – es darf in der Summe also kein Wald verloren gehen. Grundsätzlich dürfen Windenergieanlagen nur in ökologisch weniger wertvollen Wäldern wie Fichten-Monokulturen gebaut werden. Und wie bei allen Windrädern werden die ökologischen Auswirkungen am Standort im Zuge der Genehmigung im Detail untersucht.

F:

Wie lange läuft eine Windenergieanlage und was passiert danach?

A:

Windenergieanlagen sind auf eine Laufzeit von mindestens zwanzig Jahren ausgelegt. Danach muss der Betreiber die Anlage vollständig – also auch inklusive des Fundaments - zurückbauen. Das Geld für den Rückbau muss schon während der Genehmigung als Sicherheitsleistung eingebracht werden. Alte Windräder lassen sich fast vollständig vom Betonfundament bis zum Turm recyceln. Die Rotorblätter auf Glasfaserbasis werden geschreddert und als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie eingesetzt. Viele Anlagen werden jedoch auch als Gebrauchtmaschinen in andere Länder verkauft.

F:

Wie viel Strom erzeugt eine moderne Windenergieanlage?

A:

Eine moderne Windenergieanlage hat heute oft eine installierte Leistung von rund vier Megawatt. An einem windreichen Standort in Norddeutschland oder auf einem Hügel im Binnenland erzeugt eine solche Anlage etwa 15.000 Megawattstunden pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 5000 Haushalten in Deutschland.

F:

Der Wald ist eine wichtige Sauerstoffquelle unserer Erde. Wieso sollte man daher einzelne Bäume für eine Windkraftanlage „opfern“, ist das nicht kontraproduktiv?

A:

Wälder mit ihrem gesamte Ökosystem binden Kohlenstoff und tragen einen wichtigen Beitrag zur Sauerstoffversorgung bei. Dennoch muss man an der Stelle die in Anspruch genommene Fläche ins Verhältnis setzen. Ein faktenbasiertes Rechenbeispiel soll hier etwas Klarheit schaffen:

Der mdr hat in einem Artikel vom 01.02.2021 Dr. Thomas Grünwald interviewed. Er ist Wissenschaftler am Institut für Hydrogeologie und Meteorologie an der TU Dresden und erforscht den CO2-Austausch zwischen Boden, Pflanzen und Atmosphäre. Mit Hilfe von Messvorrichtungen in den Baumkronen misst Grünwald, wie groß der CO2 Ausstoß des gesamten Ökosystems ist.

Gemäß den Werten von Grünwald bindet das untersuchte sächsische Waldgebiet rund 17 t CO2 pro Hektar und Jahr.

Je nach Baumart und Standort kann die Kohlenstoffbindung variieren. Als Faustformel wird grundsätzlich mit einem Wert von 10 – 13 t CO2 pro ha über alle Altersjahre hinweg angenommen.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat für 2017 ausgerechnet, dass durch die Stromerzeugung aus Windenergie in Deutschland rund 606 Gramm CO2 pro Kilowattstunde eingespart werden. Dieser Wert bezieht sich auf Windräder an Land.

Eine Windenergieanlage im Waidachswald wird voraussichtlich rund 4.500 m² dauerhaft befestigte Fläche in Anspruch nehmen und dabei ca. 15 mio. kWh Strom erzeugen.

Einsparung CO2/a pro WEA:

15 mio. kWh/a * 0,600 kg CO2/kWh = 9.000 t CO2/a

Bindung von CO2/a pro WEA Standort:

13 t CO2/ha * 0,45 ha = 5,85 t CO2/a

9000  / 5,85   = 1.538

Eine WEA spart somit rund 1.500 mal mehr CO2 ein, als der Wald auf gleicher Fläche binden könnte.

F:

Wird in den von Ihnen geplanten Anlagen das umstrittene und klimaschädliche SF6 verwendet?

A:

SF6 ist ein Kühl- und Isoliergas, das im Kontext von Schaltungen und elektrischer Hochspannung zum Einsatz kommt. Es verhindert die Entstehung von Störlichtbögen, die das Material im schlimmsten Fall zerstören können. Neben der Elektrotechnik sind weitere Anwendungsbereiche von SF6 Transformatoren, Röntgenanlagen, militärische Radarsysteme, Medizin und Industrie. In jedem Kraftwerk kommt SF6 zum Einsatz, wobei der verwendete Anteil in Windenergieanalgen im Vergleich zu anderen Kraftwerken deutlich geringer ist.

SF6 ist nicht giftig. Es ist ein Treibhausgas, welches bei Freisetzung in die Atmosphäre zur globalen Klimaerwärmung beiträgt. In der Elektroindustrie wird das Gas vorrangig als Isoliergas in geschlossene Systeme gefüllt, aus denen es nach Ende der Lebensdauer des Produktes beziehungsweise nach Verwendungsende zurückgewonnen werden kann. Anschließend erfolgt die Wiederaufbereitung oder Zerstörung des Gases.

Bei der Verwendung von SF6 in Windkraftanlagen kommt es daher zu keiner Klimabelastung. Offshore, also auf hoher See, verwendet Vattenfall bereits SF6 freie Anlagen, was aufgrund der größeren Dimensionen der Anlagen möglich ist.

Die Firma Siemens Games hat bereits ein alternatives klimaunschädliches Isoliergas entwickelt, welches künftig für Anlagen im Onshore Bereich verfügbar sein wird. Sollten zum Zeitpunkt der Anlagenbeschaffung SF6-freie Anlagen am Markt verfügbar sein, wird Vattenfall diese Anlagen bevorzugt priorisieren.

Quelle: Statistisches Bundesamt (2018): Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe "Schwefelhexafluorid" (SF6) und "Stickstofftrifluorid" (NF3).

F:

Ist der Gestattungsvertrag für die Flächen im Waidachswald schon unterzeichnet?

A:

Ja die Gestattungsverträge mit den betroffenen Kommunen sind unterzeichnet.

F:

Sind die Untersuchungen für die Auswirkungen von Mensch und Umwelt schon abgeschlossen und wenn ja wo kann man diese einsehen?

A:

Wir befinden uns derzeit noch in einem frühen Planungsstadium. Die Untersuchungen beginnen im Q1 2023 und dauern voraussichtlich 1-2 Jahre.

Die für eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) benötigten Gutachten werden zusammen getragen und voraussichtlich im Jahr 2024 der zuständigen Genehmigungsbehörde übergeben. Eine Einsichtnahme wäre bei zuständiger Genehmigungsbehörde zu beantragen.

F:

Können die heutigen Anlagen, einschließlich der Rotorblätter, recycelt werden?

A:

Die Rotorblätter, die derzeit demontiert werden, bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), mit Kunststoffschaum oder Holz als Füllstoff. In der Blattmitte befinden sich Kupferleitungen als Blitzableiter. Die neue Generation an Rotorblättern verwendet zusätzlich kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK).

Das Recycling von Rotorblattmaterialien wird bislang durch eine mechanische Zerkleinerung des gesamten Verbundes und anschließenden Einsatz als Brennstoff und Sandsubstitut in der Zementindustrie verwendet oder eine thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen durchgeführt.

Vattenfall hat sich ehrgeizige Ziele für den Umgang mit Rotorblättern am Ende ihrer Lebensdauer gesetzt. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, ab sofort ausgemusterte Rotorblätter von Windkraftanlagen nicht mehr auf Deponien zu entsorgen. Außerdem will man in den nächsten zehn Jahren aktiv an der Erhöhung der Recyclingquote von Rotorblättern arbeiten.

Vattenfall beabsichtigt, bis 2030 alle demontierten Rotorblätter von Windkraftanlagen zu recyceln, 50 Prozent der Rotorblätter bereits bis 2025. Die Rotorblätter des niederländischen Windparks Irene Vorrink sind die ersten, die dem Recyclingprozess zugeführt und zu Skiern, Wanderstöcken und Baumaterial für Solarparks verarbeitet.

Das bisherige Problem bei  Recycling der Rotorblätter lag in der Schwierigkeit die Verbundmaterialien wieder voneinander zu trennen. Die Firma Siemens Gamesa hat als erster Hersteller recyclebare Rotorblätter entwickelt, welche ab 2024 auch im größeren Stil produziert werden sollen. Bei den neuen Modellen wird ein besonderes Harz verwendet, welches mit Hilfe von Wärmezufuhr und leichter Säure aufgelöst werden kann. Das soll künftig das Trennen und Recyceln der verschiedenen Komponenten im großen Stil ermöglichen. Die einzelnen Komponenten (Kunststoffe, Glasfaser, Holz und Metalle) sollen dann erneut verwertet und für neue Anwendungszwecke eingesetzt werden.

F:

Was passiert nach Betriebsende mit den Anlagen? Werden diese vollständig zurückgebaut? Und wenn ja wer bezahlt den Rückbau der Anlagen im Falle einer Insolvenz des Betreibers?

A:

Die Anlagen werden nach Ablauf der betrieblichen Genehmigung vollständig zurückgebaut. Dazu gehört auch der Rückbau des Fundaments und die Entfernung der verlegten Erdkabel. Vor Inbetriebnahme der Anlage wird eine sog. „Rückbaubürgschaft“ bei einer Bank hinterlegt. Diese wird in regelmäßigen Abständen angepasst. Im Falle einer Insolvenz ist der Rückbau somit finanziell abgesichert.

F:

Aus wie vielen Segmenten besteht der Turm, wie lang ist 1 Segment und wieviel wiegt es? Wie viele Achsen hat das Transportfahrzeug?

A:

Bei Windkraftanlagen mit großen Nabenhöhen, wie sie im Waidachswald geplant sind, wird üblicherweise ein sog. Hybridturm verwendet.

Der Unterteil eines Hybrid-Turms besteht aus Stahlbeton, der obere aus Stahl. Beide Elemente werden mit einem ringförmigen Stahladapter miteinander verbunden. Da der Anlagentyp aktuell noch nicht bestimmt ist, lassen sich hier auch noch keine genaueren Aussagen treffen.

Grundsätzlich sind die Stahlsegmente rund 20-30 m lang und wiegen ca. 50 t. In der Regel werden 2-3 Stahlsegmente auf den knapp 100 m hohen Stahlbetonturm montiert.

Zulässig sind Einzelachslasten von 10 t bzw. 11,50 t auf der Antriebsachse. Je nach Gesamtgewicht des Schwertransports muss die Last auf die entsprechende Anzahl der Achsen verteilt werden.

Die punktuelle Belastung der Wege ist folglich bei Schwerlasttransporten genauso groß wie bei vergleichbaren Fahrzeugen z.B. zum Holztransport.

F:

Was ist der genaue Grund warum die angrenzende Gemeinde mit einem Grenzabstand von 2,5 KM jährlich finanziell beteiligt werden?

A:

Der Gesetzgeber hat im §6 des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) eine Regelung zur Beteiligung umliegender Gemeinden geschaffen. Demnach dürfen den betroffenen Kommunen bis zu 0,2 ct/kWh anteilig ihrer betroffenen Fläche ausbezahlt werden.

Nicht immer befinden sich geeignete Flächen für Windenergie auf kommunalen Flächen. Darüber hinaus sind die Anlagen oftmals auch in den Nachbarkommunen sichtbar. Die finanzielle Beteiligung soll eine breite Akzeptanz auch in den angrenzenden Kommunen schaffen, die möglicherweise gar kein Potenzial für Windenergie aufweisen.

F:

Wo und wie soll der Strom ins Netz eingespeist werden?

A:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Standorte zur Stromeinspeisung. Windparks werden mit einer unterirdisch verlegten Kabeltrasse in der Regel an das nächstgelegene Umspannwerk (UW) angeschlossen. Bei größeren Kapazitäten, wie sie im Waidachswald geplant sind, ist neben der Erweiterung eines bestehenden UW auch die Errichtung eines eigenen UW denkbar.

Da zum jetzigen Zeitpunkt aber noch unklar ist, wie viele Anlagen überhaupt genehmigungsfähig und auch realisierbar sind, steht auch die einzuspeisende Strommenge noch nicht fest.

F:

Wieviele Fahrzeuge werden für die Errichtung einer Anlage benötigt?

A:

Neben der Anlieferung der größeren Bestandteile wie Turm, Gondel, Rotorblätter etc. die sich auf < 50 Fahrzeuge beschränken wird ein Großteil der Anlieferfahrzeuge aus Betonmischern für die Fertigung des Fundaments bestehen. Heutige WEA mit einem Fundamentdurchmesser von rund 26 m benötigen neben dem Bewährungsstahl ca. 800 m³ Beton. Pro Fahrt können rund 8 m³ Beton angeliefert werden. Das bedeutet es sind etwa 100 Fahrten pro WEA nötig und können in enger Abfolge an einem Tag durchgeführt werden. Voraussetzung dafür sind zwei lieferfähige Betonwerke in erreichbarer Nähe der Baustelle.

F:

Wie lange dauert es bis sich ein WEA energetisch amortisiert?

A:

Die  energetische Amortisationszeit (EPBT: Enery Payback Time) beschreibt die Zeit, die vergeht, bis ein Kraftwerk genauso viel Energie erzeugt hat, wie zu dessen Produktion, Transport, Errichtung, Betrieb einschließlich Rückbau benötigt wurde.

Nach Aussage  des Umweltbundesamtes (Stand 2021) hat sich die Ökobilanz moderner Windenergieanlagen noch einmal deutlich verändert. Die Ökobilanz von Windenergieanlagen wird kontinuierlich besser, weil neuere Anlagentypen effizienter sind. Die Bandbreite ist relativ groß: Bei Standorten mit viel Wind fällt die Bilanz der Windräder deutlich besser aus als an windschwächeren Orten im Binnenland. Aber unter dem Strich sind alle Anlagen laut der Studie sehr effizient bei der Energieausbeute. Die sogenannte "Energy Payback Time", also die energetische Amortisationszeit der Windräder, liegt in jedem Fall unter einem Jahr. Die besten Anlagen haben schon nach zweieinhalb Monaten die Energie wieder eingespielt, die schlechtesten brauchen dazu elf Monate.

F:

Windparks können doch gar nicht rentabel sein, da sie ständig abgeschaltet werden müssen, wenn zu viel Strom im Netz ist oder?

A:

Erneuerbare Energien werden laut Regelung des EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz) vorrangig ins Stromnetz eingespeist. Anhand meteorologischer Daten kann vor tatsächlicher Einspeisung präzise ermittelt werden, wann und wieviel Strom produziert wird. Eine plötzliche unerwartete Überlastung der Stromnetze aufgrund fluktuierender Einspeisung wird daher als sehr gering  eingestuft. Bei zu viel Strom im Netz können Windenergieanlagen gezielt abgeschaltet werden.

Nach offiziellen Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) beträgt jedoch die tatsächliche Abregelung durch Einspeisemanagement-Maßnahmen in Verteilernetzen in Baden-Württemberg und weiteren südlichen Bundesländern < 1% im Gesamtjahr 2020 und 2021.

F:

Haben Windkraftanlagen Einfluss auf Qualität und Menge des Grundwassers?

A:

Damit Windräder stabil im Boden stehen, werden sie durch Fundamente befestigt. Diese Flächen sind dann versiegelt, das heißt laut einer Beschreibung des Umweltbundesamts, der Boden wird luft- und wasserdicht abgedeckt. Zuwegungen, Kranstellflächen etc. hingegen werden geschottert und sind wasserdurchlässig.

Auch beim Fundament ist die benötigt Fläche abhängig vom Anlagentyp. Bei modernen Windenergieanlagen kann bei einem Durchmesser zwischen 22-28 m eine versiegelte Fläche von rund 500 m² angesetzt werden. Die Versiegelung ist aufgrund der weiträumig verteilten Anlagenstandorte gut verteilt und nicht an einer Stelle gebündelt. Um die Windräder herum ist also genügend Fläche vorhanden durch die das Wasser versickern kann.

Beispielrechnung:

Plangebiet Waidachswald ca. 1310 ha Fläche.

22 WEA mit je 500 m² entsprechen 1,1 ha versiegelte Flächen durch Fundamente

1,1 ha / 1310 ha = 0,084 % Flächenversiegelung.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hält den Effekt für “verschwindend gering”. Betrachtet man die Gesamtfläche, auf die sich der Niederschlag verteilt, habe die durch ein Windrad versiegelte Fläche keinen negativen Einfluss auf die Neubildung des Grundwassers. “Das Wasser findet seinen Weg”.

Downloads

Detaillierte Informationen können Sie unseren Broschüren entnehmen.

Weitere Informationen

Windpark Onshore Windräder auf einem Feld

Ihr Partner in der Windenergie für Entwicklung & Bau, Kooperationen und Repowering.

Ein Auerhahn

Bei der Windparkentwicklung hat Naturschutz für uns eine hohe Priorität.

Läufer neben einer Windenergieanlage

Wir bieten mit einem Repowering-Angebot eine interessante Option.