Berliner Energiewende ist machbar

Berlin stellt sich nach der Abgeordnetenhauswahl im September politisch neu auf. Delegationen der Linken, der Grünen und der SPD beginnen in diesen Tagen mit Koalitionsverhandlungen. Noch nie haben drei annähernd gleich große Parteien eine Landesregierung gestellt. Die Weichen für die Energiewende in Berlin zu stellen, wird eine der ersten Aufgaben der neuen Landesregierung sein. In einem Interview mit der Berliner Zeitung erklärt Vattenfalls Vorstandsvorsitzender Magnus Hall, wie das Unternehmen die Energiewende in Berlin voranbringen kann und schlägt eine Machbarkeitsstudie über das Ende der Kohlenutzung in Berlin vor.

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Vattenfall Chef Magnus Hall „In Berlin ist der Kohleausstieg bis 2030 möglich“

Vergleichbar mit der Situation der drei zukünftigen Regierungsparteien, die die neue Legislaturperiode als Neustart betrachten, ist die Lage, in der sich Vattenfall in Deutschland befindet. Auch nach dem Verkauf der Braunkohle bleibt Deutschland ein Schlüsselmarkt für Vattenfall. Das Unternehmen ist in Deutschland in allen wichtigen Bereichen der Energieversorgung vertreten. Dazu gehören die Strom- und Wärmeproduktion, der Netzbetrieb, der Handel und Verkauf von Strom und Wärme und nicht zuletzt der starke Ausbau der Windkraft. Und weil dem Unternehmen insbesondere im Zusammenhang mit der anstehenden Vergabe der Stromnetzkonzession immer wieder Abwanderungsgedanken unterstellt wurden, unterstreicht Vattenfalls Vorstandsvorsitzender Magnus Hall in einem Interview mit der Berliner Zeitung: „Wir denken nicht über den Verkauf des Berliner Stromnetzes nach.“

„Vattenfall passt zu Berlin“ 

Magnus Hall ist durchaus bewusst, dass eine rot-rot-grüne Regierungskoalition auch nach dem Verkauf der Braunkohle Vattenfall weiter kritisch gegenüber stehen würde. Er sei aber überzeugt davon, dass Vattenfall auch gegenüber seinen Kritikern deutlich machen könne, dass sich das Unternehmen konsequent in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaneutralität wandelt. „Wir haben gerade das Kapitel Braunkohle abgeschlossen und wir werden in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro in Windkraft investieren. Wir bauen Power to Heat aus und wir bieten unseren Kunden und dem Land Berlin an, es beim Aufbau einer nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien beruhenden Infrastruktur zu unterstützen.“  Vattenfalls aktuelle Strategie passe bestens zu den Klimazielen Berlins, betont Magnus Hall.

„Kohleaussteig bis 2030 möglich“  

Vattenfall hat bereits vor Wochen angekündigt, nach dem Ende der Heizperiode aus der Braunkohle in Klingenberg auszusteigen. Wie in der Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin vereinbart, werden außerdem in den kommende fünf Jahren über eine Milliarde Euro in die Wärmewende investiert. Doch Magnus Hall weiß, dass die neue Landesregierung auch die Erwartungen haben wird, den in der Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“ festgelegten völligen Ausstieg aus dem Kohleeinsatz bis 2030 umzusetzen. „Ich glaube, dass das möglich ist“, sagt Magnus Hall und betont, dass die verlässliche Versorgung einer Metropole mit Strom und Wärme ohne Kohle auch 2030 eine echte Herausforderung ist. Deshalb müsse es eine intensive Debatte mit der Landesregierung darüber geben, wie und mit welchen Maßnahmen dieses Ziel gemeinsam zu erreichen ist. „Ich lade die neue Landesregierung  herzlich ein, sich gemeinsam mit uns auf eine Machbarkeitsstudie über das Ende der Kohleverstromung in Berlin im Jahr 2030 zu verständigen“, sagt Magnus Hall.

Mehr grüne Wärme aus grünem Strom  

Ohnehin geht Magnus Hall davon aus, dass sich die Energieversorgung in 2030 deutlich von der heutigen Situation unterscheidet: Mehr Solaranlagen auf viel mehr Dächern, mehr Strom aus Windkraft und Sonne und vor allem mehr Wärme aus grünem Strom. Das Fernwärmenetz in Berlin biete für diese Technologie ideale Voraussetzungen. Vattenfall arbeite deshalb bereits an Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 120 Megawatt zur Umwandlung von grünem Strom in grüne Wärme, so Magnus Hall.

Mehr zum Thema: 

Vattenfall-Chef Magnus Hall „In Berlin ist der Kohleausstieg bis 2030 möglich“ (ein Link zur Berliner Zeitung)



 

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