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Die Zukunft begann vorgestern

Eins ist klar: Elektroautos werden die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ablösen. Dabei ist die Geschichte eigentlich umgekehrt, denn tatsächlich kamen die Stromer zuerst.

Die Städte gehören den Elektroautos. Tausendfach sind sie unterwegs. Benziner sieht man kaum. Was wir uns für die Welt von morgen wünschen, war vor über 100 Jahren schon mal Realität. 1881, also fünf Jahre bevor Carl Benz das erste Auto mit Verbrennungsmotor patentieren ließ, hatte der Franzose Gustave Trouvé der Öffentlichkeit das erste Elektroauto vorgestellt. Es fuhr zwölf Kilometer in der Stunde (km/h).

Bald wurden die E-Autos schneller. 1899 durchbrach ein batteriebetriebener Rennwagen als weltweit erstes Fahrzeug die Geschwindigkeitsmarke von 100 km/h. Von da ab boomte die E-Mobility.

Boom der e-autos

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es allein in den USA über 60.000 batteriebetriebene Autos. Alle Industrienationen produzierten Elektrofahrzeuge. E-Wagen verbreiteten sich mit unglaublichem Tempo.

Bis 1912 waren sie praktisch zum Standard geworden. Feuerwehren, Straßenreinigung, Polizei, Post, Energieunternehmen, Brauereibetriebe, Warenhäuser, Einzelhändler, Beamte und Privatleute – alles war elektrisch unterwegs.

Auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. hatte mehrere Exemplare in seinem Fuhrpark. Er zog sie den „Stinkekarren“, wie er die Benziner nannte, vor. Sie waren leise, fuhren geschmeidig, produzierten keinen Qualm, brauchten kein Benzin, keine Kupplung oder Gangschaltung, der Motor war sofort nach dem Einschalten einsatzbereit und die Fahrzeuge hatten mit einer Batterieladung eine Reichweite von 80 Kilometern. Viele Modelle hatten elektrische Innenbeleuchtung, Scheinwerfer und sogar Fußbodenheizung.

Kein Wunder, dass selbst Henry Ford, der in den USA 1908 das benzingetriebene Model T auf den Markt brachte, für seine Frau Clara lieber ein Elektrofahrzeug wählte.

Elektro stoppt Elektro

Doch ausgerechnet eine andere elektrische Erfindung trug dazu bei, dass der Siegeszug der Elektrowagen endete.

1911 hatte Charles Kettering, ein amerikanischer Erfinder, auf dessen Konto auch der Vorläufer des Marschflugkörpers und die elektrische Registrierkasse gehen, eine elektrische Fahrzeugzündung entwickelt.

Damit konnten Verbrennungsmotoren jetzt ohne Kurbel ebenso komfortabel gestartet werden wie ihre elektrischen Konkurrenten. Zusammen mit der größeren Reichweite und höheren Geschwindigkeit, niedrigen Ölpreisen und einer cleveren Marketingkampagne für die Benziner führte das dazu, dass ab 1920 die Entwicklung von elektrischen Personenwagen drastisch zurückging.

Lediglich bei einigen Nutzfahrzeugen oder bei Golfcaddies und Gabelstaplern konnte sich der elektrische Antrieb halten. Erst mit der Ölkrise in den 1970er-Jahren und dem seitdem wachsenden Umweltbewusstsein wurden Elektroautos auch als Personenwagen wieder interessant.

Seitdem werden sie entsprechend weiterentwickelt. Und vielleicht fragt sich ja der eine oder andere Ingenieur dabei, wo wir wohl stünden, wenn das Elektroauto damals vor über 100 Jahren das Rennen gegen den Benziner gewonnen hätte.

 

Autos waren nicht nur was für große Jungs, wie diese elegante Dame beweist.

 

Es gab sogar eigens auf die weibliche Zielgruppe abgestimmte Modelle, wie dieser schicke Sechssitzer für die „Dame von Welt“.

Nicht nur Elektroautos sind eigentlich ein alter Hut. Auch Ladestationen gab es schon vor über 100 Jahren.

Als Personenwagen hatten Elektrofahrzeuge zwar ab 1920 so gut wie ausgedient, im Nutzfahrzeugbereich waren sie  aber auch später noch im Gebrauch, wie hier 1978 bei der Berliner Bewag.

 

TEXT Johannes Nohl
FOTOS Bewag 

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