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Geschichte der Berliner Energieversorgung

Heute feiert die Berliner Energieversorgung ihr 135-jähriges Jubiläum. Die Elektrifizierung Berlins begann 1884 mit der Gründung der "Städtischen Elektricitäts-Werke" Actiengesellschaft zu Berlin, dem ersten Vorgängerunternehmen der heutigen Vattenfall GmbH. Wir gehen auf eine Reise durch das Erbe der Elektropolis und betrachten die ersten Schritte.

Berlin hatte als Großstadt immer auch die Funktion einer Wirtschaftsmetropole. In den letzten zwei Jahrzehnten des 19. und den ersten des 20. Jahrhunderts war die Stadt an der Spree geprägt durch die technische Entwicklung und den Aufstieg der Elektroenergie und der Elektrizitätswirtschaft.

Emil_Rathenau2.jpgVon der Zukunft der Elektrizität überzeugt, baute Emil Rathenau (1838 - 1915) in Berlin die erste öffentliche Stromversorgung Deutschlands auf. Am 8. Mai 1884 wurde die Actiengesellschaft "Städtische Elektricitäts-Werke" gegründet. Ein Jahr zuvor hatte Rathenau die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elekticität (DEG) zur Auswertung der Patente Thomas Alva Edisons und zur Erprobung des elektrischen Glühlichts in Deutschland geschaffen. Das Bild zeigt Emil Rathenau 1880 im Alter von 42 Jahren.

Die Jahre 1884 bis 1899 – Vom Gleichstrom zum Drehstrom

Es zeigte sich schon bald, dass der Gleichstrom den steigenden Bedürfnissen nicht mehr gewachsen war.

Der spätere Chefkonstrukteur der AEG, Michael von Dolivo-Dobrowolsky, hatte ab 1894 das Großkraftwerk Oberspree projektiert.

KWOberspree_außen&innen.jpg

Es produzierte erstmalig den noch heute gebräuchlichen Drehstrom mit einer Spannung von 6.000 Volt. 1897 ging es mit einer Anfangsleistung von 4,9 MW in Betrieb.

1899 erwarb es die Stadt Berlin. Gleichzeitig entwickelte der Ingenieur einen Drehstrommotor und war an der Schaffung weitreichender Kabelnetze für die neue Energieart beteiligt. 

Ab 1899 – Kraftwerk Moabit wird gebaut

Die Stadt Berlin projektierte und baute mit dem Kraftwerk Moabit ihr zweites Drehstromkraftwerk im Norden der Stadt. Dieses ging schon 1900 mit einer Kapazität von 7,2 MW in Betrieb.

Hochspannungs-Centrale Moabit, um 1900

Ab etwa 1899 erfolgte zur Senkung des Brennstoffbedarfs der Übergang zum Heißdampfprozess. Dessen technische Parameter galten bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg im gesamten deutschen Kraftwerksbau.

Zwei Pioniere der Elektrizitätswirtschaft treffen sich in Berlin: Der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison und Emil Rathenau, der Gründer der Deutschen Edison-Gesellschaft und deren Tochterunternehmen, der Aktiengesellschaft "Städtische Elektricitäts-Werke", der späteren Bewag. 1911 stellten sich Rathenau und Edison dem Fotografen beim Rundgang durch das Kraftwerk Moabit.

Ab 1900 wurden schrittweise Wander- oder Kettenroste zur Erhöhung der Kesselleistung entwickelt und eingeführt. Die Rostflächen konnten erheblich vergrößert werden. Die schwere Muskelarbeit zur Kesselbeschickung entfiel. Nachfolgend ergab sich die Notwendigkeit, mechanische Förderanlagen zum Kohlentransport bis an die Kessel heran und zum Ascheabtransport zu schaffen. Die Kohlenförderbahnen wurden hoch über die Kessel geführt. Sie entluden automatisch in Bunker, die über den Kesseln angeordnete waren.

Die Jahre 1902 bis 1905 –AEG-Dampfturbinen erhöhen den Anspruch

Ab 1902 begannen in den beiden Berliner Kraftwerken die ersten Versuche mit Dampfturbinen, die von der AEG mit den Professoren Riedler und Stumpf entwickelt worden waren. Um 1904/05 standen funktionssichere AEG-Dampfturbinen zur Verfügung. Ihre Leistungsfähigkeit betrug anfänglich mehr als das Doppelte der Leistung der Dampfmaschinen (ca. 5,6 MW je Turbine) und steigerte sich rasch weiter. Der Platzbedarf dagegen verringerte sich auf ein Viertel.

Die Jahre von 1907 bis 1913 – Kraftwerk Rummelsburg entsteht

Das neu errichtete Kraftwerk Rummelsburg wurde ausschließlich mit Turbinen von insgesamt 13,5 MW ausgestattet. In städtischen Kraftwerken kamen von nun an bei Neubestückungen nur noch Dampfturbinen zum Einsatz. Im Jahr 1913 gab es in den Berliner Kraftwerken 16 Turbinen mit Generatoren von insgesamt 110 MW Kapazität.

Das Jahr 1918 – Neue 110-kV-Leitung versorgt Berlin

Einen wesentlichen technischen Fortschritt stellte der kurzfristige Bau einer 132 Kilometer langen 100-kV-Doppel-Freileitung zum Bezug von Fernstrom aus dem Bitterfelder Braunkohlerevier dar. Die Freileitung erreichte Berlin 1918 am Kraftwerk Rummelsburg, übertrug anfänglich 40.000 kW und erhöhte damit die Versorgungssicherheit für Berlin bedeutend.

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