HYBRIT erhält Unterstützung aus dem EU-Innovationsfonds

Das HYBRIT-Projekt erhält einen Förderbetrag über 143 Mio. EUR aus dem EU-Innovationsfonds für die industrielle und kommerzielle Demonstration einer vollständigen Wertschöpfungskette für die Eisen- und Stahlerzeugung auf Wasserstoffbasis vom Bergwerk bis zum fossilfreien Stahl.

Die HYBRIT-Initiative, die von Vattenfall, SSAB und LKAB umgesetzt wird, ist das einzige Eisen- und Stahlprojekt, das im Rahmen der ersten Ausschreibung für große Projekte durch den Innovationsfonds unterstützt wird. Die Vereinbarung über die Gewährung einer Finanzhilfe in Höhe von 143 Mio. EUR ist am 1. April in der schwedischen Hauptstadt Stockholm von den Beteiligten unterzeichnet worden. 

Jan Moström, Martin Lindqvist, Åsa Bäcklin, Frans Timmermans und Anders Regnell befinden sich im Stahlwerk

V. l.: Jan Moström (CEO LKAB), Martin Lindqvist (CEO SSAB), Åsa Bäcklin (HYBRIT), Frans Timmermans (Vizepräsident der Europäischen Kommission) und Anders Regnell (Senior Vice President Strategic Development bei Vattenfall und Vorsitzender von HYBRIT).

Der EU-Innovationsfonds ist eines der weltweit größten Förderprogramme zur Demonstration innovativer CO2-armer Technologien, die zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen. Insgesamt investiert die Europäische Union mehr als 1,1 Mrd. Euro in sieben Projekte, die einen Beitrag zur Dekarbonisierung von wichtigen europäischen Industrie- und den Energiesektoren leisten. Sie decken Industriezweige wie die Chemie-, Stahl-, Zement- und Raffinerieindustrie sowie die Strom- und Wärmeerzeugung ab.

„Das Hybrit-Projekt ebnet den Weg für einen grundlegenden Wandel in der globalen Stahlindustrie“, erklärt Frans Timmermans, der Vizepräsident der Europäischen Kommission, der auch für den Europäischen Green Deal verantwortlich ist. „Es zeigt auch, wie schnell der grüne Wandel erfolgen kann: Vor einigen Jahren hätte die Möglichkeit, emissionsfreien Stahl herzustellen, wie Science Fiction geklungen. Jetzt kommt tatsächlich grüner Stahl auf den Markt. Die über den Innovationsfonds gewährte Unterstützung zeugt von der Bedeutung und dem Potenzial dieser Technologie, und die Europäische Kommission ist überzeugt, dass dieses hochmoderne Projekt die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union insgesamt stärken wird. Dem grünen Stahl gehört die Zukunft, und diese Zukunft hat bereits begonnen.“

Die Förderung von HYBRIT soll dazu dienen, die Entwicklung hin zur Eliminierung der Emissionen aus der Eisen- und Stahlproduktion im Prozess weiter voranzutreiben. Dabei wird fossilfreier Wasserstoff zur direkten Reduzierung des Eisenerzes verwendet.

Beabsichtigt ist, dass das Projekt die technische und kommerzielle Realisierbarkeit der HYBRIT-Wertschöpfungskette unter Beweis stellen wird.
Geplant sind:

  1. eine Demonstration des direkten Wasserstoffreduktionsprozesses einschließlich der fossilfreien Wasserstoffproduktion in Gällivare (Schweden),

  2. eine Demonstration des elektrischen Schmelzens von direkt reduziertem Eisen auf Wasserstoffbasis und

  3. eine Demonstration der fossilfreien DR-Pellets-Produktion für den Wasserstoffreduktionsprozess.

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung und das Vertrauen in HYBRIT und sind stolz darauf, die weltweit erste vollständig fossilfreie Wertschöpfungskette für die Eisen- und Stahlproduktion im industriellen Maßstab zu schaffen“, erklärt Andreas Regnell, Senior Vice President Strategic Development bei Vattenfall und Vorsitzender von HYBRIT. „Vattenfall ist entschlossen, innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu erreichen, und die HYBRIT-Technologie ist ein entscheidendes Element, um dieses Ziel zu erreichen.“

Die HYBRIT-Technologie, ein wichtiger Schritt in Richtung einer fossilfreien Stahlerzeugung, ist eine Schlüsselinitiative zur Erreichung der EU-Klimaziele. Das Projekt erhielt Unterstützung aus dem EU-Innovationsfonds für das Potenzial, die klimagerechte Umstellung der schwedischen Industrie zu beschleunigen und an der Minderung des Klimawandels mitzuwirken.

Über HYBRIT

  • Das HYBRIT Demonstrationsprojekt wird kohlebasierte Hochöfen durch direkte wasserstoffbasierte Reduktionstechnologie ersetzen. Die HYBRIT-Initiative wird eine komplette industrielle Wertschöpfungskette für die fossilfreie Eisen- und Stahlerzeugung auf Wasserstoffbasis demonstrieren.

  • Das Projekt wird jährlich etwa 1,35 Millionen Tonnen wasserstoffreduziertes Eisen (Eisenschwamm) produzieren, das für die Herstellung von Rohstahl verwendet wird, was etwa 25 % der gesamten schwedischen Produktion entspricht. Dadurch werden die Treibhausgasemissionen gemäß den Berechnungen des Innovationsfonds in den ersten 10 Betriebsjahren um 14,3 Millionen Tonnen CO2 reduziert.

  • In Gällivare wird eine neue Anlage für die erste, auf Wasserstoff basierende Direktreduktion mit 500 MW fossilfreier Elektrolyse errichtet. Darüber hinaus wird SSAB seine Hochöfen durch einen Elektroofen in Oxelösund ersetzen.

  • Darüber hinaus wird HYBRIT die Machbarkeit von Technologien zeigen, die erforderlich sind, um wasserstoffreduziertes Eisen zu Rohstahl zu schmelzen. Das Projekt wird somit den Weg zu einer vollständigen Energiewende bei der erzbasierten Stahlerzeugung ebnen, da die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien zunimmt.

  • Das HYBRIT-Demonstrationsprojekt wird mit insgesamt 143 Mio. Euro aus dem EU-Innovationsfonds gefördert. Der Zuschuss besteht aus 108 Mio. Euro (Hybrit Development AB) für die Demonstration des Wasserstoff-Direktreduktionsprozesses einschließlich einer fossilfreien Wasserstoffproduktion in Gällivare, weiteren 30 Mio. Euro (SSAB) für die Demonstration des elektrischen Schmelzens von wasserstoffbasiertem direkt reduziertem Eisen in Oxelösund und schließlich 5 Mio. Euro (LKAB) für die Demonstration der fossilfreien DR-Pellets-Produktion für den Wasserstoffreduktionsprozess.

  • SSAB, LKAB und Vattenfall unternehmen gemeinsam einzigartige Anstrengungen, um die schwedische Eisen- und Stahlindustrie grundlegend zu verändern. Unter dem Namen HYBRIT arbeiten wir gemeinsam an einer fossilfreien Zukunft.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Heidi Stenström, Pressesprecherin, Vattenfall
Anders Lindberg, Group Media Relations Manager, LKAB
Hanna Hoikkala, Pressesprecherin, SSAB

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