Mehrheit hält fossiles Energiesystem langfristig für nicht wettbewerbsfähig

Knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind der Ansicht, dass eine auf fossilen Brennstoffen basierende Wirtschaft langfristig nicht konkurrenzfähig ist. Das geht aus dem aktuellen Energiebarometer von Vattenfall unter bundesweit 1.000 Personen hervor, die von Statista repräsentativ befragt wurden. Demnach stimmen 65 Prozent der Aussage zu, dass ein fossiles Energiesystem langfristig nicht wettbewerbsfähig ist, 35 Prozent teilen dies nicht.

„Fossile Brennstoffe wie Erdöl, LNG oder Steinkohle sind in Deutschland und Europa deutlich teurer als in anderen Erdteilen, weil sie importiert werden müssen“, betont der Deutschlandchef von Vattenfall, Robert Zurawski. „Daher bin ich überzeugt: Nur ein dekarbonisiertes Deutschland und Europa wird langfristig wettbewerbsfähig sein – und zudem auch unabhängiger und resilienter“.

Laut der KfW gibt Deutschland seit 2008 durchschnittlich rund 81 Milliarden Euro pro Jahr für den Import fossiler Brennstoffe aus[1]. „Wenn wir es schaffen, stattdessen mehr Geld in Erneuerbare, Netze und Speicher zu investieren, liefert uns das nicht nur einmalig Energie, sondern Unabhängigkeit, langfristig günstigere Preise sowie eine hohe Verfügbarkeit von Energie und eine Infrastruktur für viele Jahre“, sagt Zurawski.

Konkret geben zudem 78 Prozent der Befragten an, dass es für Deutschland wichtig oder sehr wichtig sei, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Lediglich 22 Prozent halten dies für weniger oder nicht wichtig. „Viele Menschen spüren: Weniger Energiewende kann sich Deutschland langfristig nicht leisten“, so Zurawski. „Deshalb brauchen wir weiterhin einen konsequenten und schnellen Ausbau von Wind- und Solarenergie, flexiblen Speichern und Netzen sowie mehr Flexibilität auch auf der Nachfrageseite“. 

Aus Sicht der Befragten gibt es jedoch eine Reihe von Faktoren, die die Energiewende in Deutschland aktuell ausbremsen. 59 Prozent nennen hohe Kosten für Industrie und Konsumenten, 58 Prozent geben Bürokratie und zu viel Regulierung als Hürden an. Unklare politische Vorgaben bemängeln 49 Prozent, lange Genehmigungsprozesse 46 Prozent. „Auch aus Sicht von Vattenfall sind das konkrete Herausforderungen, an denen die Politik arbeiten muss“, betont Zurawski. „Denn Energiewende-Investoren wie Vattenfall brauchen in erster Linie Planungssicherheit.“ Für 42 Prozent kommt der Ausbau der Stromnetze zu langsam voran. Für 35 Prozent bremst lokaler Widerstand gegen Projekte die Energiewende aus.

Die Frage, ob grüner Strom auch weiterhin vom Staat gefördert werden sollte, beantworten 80 Prozent der Befragten mit ja oder eher ja, lediglich 20 Prozent mit nein oder eher nein. „Unsere Solarparks und Offshore-Windparks bauen wir heute schon größtenteils ohne direkte staatliche Förderungen“, so Zurawski. „Zugleich brauchen wir auch weiterhin einen verlässlichen Investitionsrahmen, um das Ausbautempo für einen Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent am Strommix im Jahr 2030 halten zu können.“

Ein klares Meinungsbild gibt es zudem bei der Stromsteuer: 70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass alle Haushalte von einer Absenkung auf das EU-Mindestmaß profitieren sollten. Laut aktueller Regelung profitieren davon hauptsächlich das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft. „Gerade für klimafreundliche Mobilitäts- und Wärmelösungen wäre eine Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für alle Verbraucher sinnvoll“, betont der Deutschlandchef von Vattenfall. „Günstigere Strompreise würden der Elektromobilität und der Nachfrage nach Wärmepumpen einen deutlichen Anschub geben.“ 

28 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass insbesondere Unternehmen, die in energieeffiziente Technologien investieren, weniger Stromsteuer zahlen sollten. 27 Prozent sprechen sich für eine Entlastung aller Unternehmen bei der Stromsteuer aus. 26 Prozent wünschen sich, dass vor allem Haushalte, die in energieeffiziente Technologien investieren, von einer gesenkten Stromsteuer profitieren sollten.

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