Vattenfall und Stadt Dresden unterzeichnen Absichtserklärung zur Übertragung des stillgelegten Pumpspeicherwerks Niederwartha

Vertrag zur Nutzung des Stauseebades Cossebaude wird langfristig verlängert

30. Januar 2026

Die Vattenfall Wasserkraft GmbH (VWK) und die Landeshauptstadt Dresden haben ihre Eckpunktevereinbarung aus dem Jahr 2020 zur Nachnutzung des Pumpspeicherwerks (PSW) Niederwartha durch eine Absichtserklärung konkretisiert und sich auf Meilensteine bei dessen Übertragung verständigt. In diesem Zuge wurde nun auch der Vertrag für das Stauseebad Cossebaude zwischen VWK und dem Bäderbetrieb Dresden um zunächst 5 Jahre bis 2030 verlängert. Zudem hat man sich auf eine Verlängerungsoption für weitere 5 Jahre in Abhängigkeit etwaiger Baumaßnahmen am Unterbecken des PSW für die Zeit nach 2030 verständigt. Bisher galt der Vertrag nur für jeweils ein Jahr. Sowohl der Stadt Dresden als auch Vattenfall ist die Bedeutung des Stauseebades Cossebaude für die Dresdner Bevölkerung bewusst. Die Übertragung der Gesamtanlage soll bis etwa 2035 erfolgen und nach Umsetzung der baulichen Maßnahmen vertraglich geregelt werden.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagt hierzu: „Als Landeshauptstadt Dresden setzen wir alles daran, das Stauseebad Cossebaude langfristig als Badestelle im Dresdner Westen zu erhalten. Die nun erzielte Einigung gibt allen Beteiligten für die nächste Jahre Planungssicherheit. Gleichzeitig arbeiten wir weiter darauf hin, für das Pumpspeicherwerk Niederwartha eine trag- und vor allem zukunftsfähige Lösung zu finden.“

Die Absichtserklärung hält unter anderem fest, dass mit der energiewirtschaftlichen Stilllegung auch die wasserwirtschaftliche Stilllegung einher geht. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von VWK und den Ämtern der Stadt wird derzeit an der Umsetzung und Nachnutzungsoptionen gearbeitet. Ober- und Unterbecken werden künftig wasserwirtschaftlich entkoppelt, die noch vorhandenen Triebwasserleitungen am Niederwarthaer Elbhang verlieren ihre Funktion, bleiben aber erhalten. Das den Standort prägende Kraftwerksgebäude bleibt ebenfalls erhalten,. Das Oberbecken in Oberwartha wird mittelfristig und vorbehaltlich der Genehmigung zu einem Hochwasserrückhaltebecken.  

Benjamin Tupaika, Geschäftsführer der Vattenfall Wasserkraft GmbH, kommentiert: „Wir sind seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner für die Landeshauptstadt – dazu stehen wir und gemeinsam mit der Stadt Dresden wollen wir eine gute und tragfähige Lösung für die Zukunft des Standorts erarbeiten. Um unternehmensintern nachhaltige Investitionsentscheidungen treffen und Planungsleistungen beauftragen zu können, ist für uns die Unterstützung der geplanten Maßnahmen durch die Stadt Dresden unabdingbar. Wir werden unsererseits alles dafür tun, den Prozess zur Nutzungsübertragung so schnell wie möglich zu einem guten Ende zu bringen und so Planungssicherheit für alle Beteiligten herzustellen. Die gemeinsame Nachnutzungskonzeption stellt aus unserer Sicht eine große Chance für die Stadt Dresden dar, um den Standort im Sinne ihrer Bürgerinnen und Bürger weiter zu entwickeln.“

Vattenfall hat das Ziel, den Antrag auf Planfeststellung bis Ende 2027 einzureichen, um nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens eine Investitionsentscheidung zu treffen und so die Voraussetzungen für die Nachnutzung zu schaffen. Bis Ende 2035 könnte – nach heutigem Planungsstand – der Umbau umgesetzt sein. In den betroffenen Ortsteilen sollen die Anwohner in Informationsveranstaltungen im ersten Quartal des Jahres 2026 über den jeweiligen Planungs- und Sachstand informiert werden.  

Beide Parteien bekräftigen die Absicht zur Eigentumsübertragung der Gesamtanlage nach der wasserwirtschaftlichen Stilllegung und der Umsetzung der baulichen Maßnahmen. Die Bedingungen des Verkaufs werden zu gegebener Zeit vereinbart.

Vattenfall hatte das fast 100 Jahre alte Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Niederwartha bereits zum 1. April 2024 endgültig energiewirtschaftlich stillgelegt. 2025 wurden Bau- und Reparaturarbeiten an der Pumpenanlage zur Haltung des Wasserpegels im Unterbecken umgesetzt und naturschutzfachliche Kartierungen vorgenommen. Im kommenden Jahr stehen unter anderem umfangreiche Baugrunduntersuchungen im Ober- und Unterbecken an.

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