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Dezentrale Wärme: Keller voller Energie-Effizienz

Bauherren stehen bei der Entscheidung für eine Wärmeversorgung beim Neubau von Mehrfamilienhäusern generell vor der Frage, wie sie die hohen Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen können. Mit einer intelligenten Kombination aus BHKW, Kessel und Wärmespeicher sind effiziente Energielösungen möglich. Ein Weg mit Zukunft: In Hamburg wurde inzwischen die 100. dezentrale Anlage eingeweiht. Tendenz: steigend.

In einem Heizungskeller in Hamburg steckt jedoch noch mehr Energie: Hier steht nicht nur eine einfache Heizungsanlage, sondern eine Kombination aus gasbetriebenem Blockheizkraftwerk (BHKW), Kessel, Wärmepumpe, Wärmespeicher und Elektroheizpatronen – eine komplette Ausstattung mit allen Möglichkeiten modernster Heizungstechnologie.  

Hanno Balzer, Leiter Dezentrale Anlagen bei Vattenfall, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, und Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter der Vattenfall GmbH für Hamburg und Norddeutschland (v.l.n.r.)

Innovative Wärmeversorgung im Heizungskeller 

„Das Besondere am Energiekeller in Hamburg-Altona ist das Zusammenspiel dieser einzelnen Teile. Wir haben hier etwas Neues ausprobiert", erklärt Thorsten Müller, der bei der Vattenfall Energy Solutions GmbH für dieses „Kellerprojekt" verantwortlich ist. „Beispielsweise mit der Wärmepumpe. Das ist eine kleine Maschine, die Wärme aus der Umgebungsluft aufnimmt und in nutzbare Wärme für die Heizung umwandelt. Sie ist in diesem Keller raumluftgeregelt, d.h. sie läuft nicht ständig, sondern sie nimmt nur dann Wärme aus der Luft auf, wenn die Abwärme des BHKW die Raumtemperatur steigen lässt. Die Abwärme wird also nicht nach draußen abgeleitet, sondern für die Warmwasserbereitung verwendet."

Alt text Caption= Der Blick in den Energiekeller

Ein Blick in den Energiekeller

Maßgeschneiderte Energielösung

Ein genauer Blick auf die Nutzer dieses Gebäudes machte deutlich, dass die Anforderungen an die Wassertemperatur nicht bei allen gleich waren. Das Gebäude beherbergt neben 28 Wohnungen auch zwei Gewerbebetriebe. Einer der Gewerbekunden betreibt einen Waschsalon und benötigt etwa 70 Grad heißes Wasser. Daher wurden zwei Trinkwasserbehälter mit unterschiedlichen Temperaturniveaus eingebaut. Ein kleinerer liefert besonders heißes Wasser für den Waschsalon, ein größerer versorgt die 28 Wohnungen in dem Gebäude mit etwa 60 Grad heißem Wasser. „Der Waschsalon braucht sein Wasser nicht noch einmal deutlich aufzuheizen. Wir liefern es in der gewünschten Temperatur. Dadurch verringern wir den Energiebedarf des Waschsalons und sparen dem Kunden Kosten im Vergleich zu einer elektrischen Aufheizung", erläutert Thorsten Müller.

Power-to-Heat und intelligente Speicher

Auch die Möglichkeit, Strom in Wärme umzuwandeln, die sogenannte Power-to-Heat-Technologie, findet sich in diesem Keller wieder. Thorsten Müller ist begeistert von dem hier eingebauten OSKAR-Schichtspeicher: „Dieser Speicher ermöglicht die optimale Speicherung und Verteilung von Wärme.“ Effizient ist auch das mit Gas betriebene BHKW. Für eine noch bessere Nutzung des Brennwertes sind seine Rücklauftemperaturen so gering wie nur möglich eingestellt worden.

Hohe Energieeffizienz – Weniger CO2-Emissionen

Thorsten Müller ist mit dem Ergebnis seines Experiments zufrieden. „Die Anlage ist seit November 2016 vollständig in Betrieb. Die bisherigen Datenanalysen zeigen, dass die Anlage sehr effizient arbeitet.“ In dem Energiekeller ist modernste Messtechnik eingebaut worden, um die Wirkungs- und Nutzungsgrade der einzelnen Anlagenteile kontinuierlich überprüfen und mit den gewünschten Ergebnissen vergleichen zu können. „Wir streben einen Nutzungsgrad von über 90 Prozent an. Bereits nach der ersten Optimierung der Einstellungen haben wir einen hohen Gasausnutzungsgrad erreicht. Das ist ein toller Erfolg – nicht zuletzt für die Umwelt. Wir erzeugen die benötigte Wärmemenge mit geringerem Energieeinsatz. Das reduziert die CO2-Emissionen“, stellt der Vattenfall-Fachmann fest.

In Hamburg ist die innovative, dezentrale Wärmeversorgung – die im Übrigen auch langfristig die Wertsteigerung der Immobilie sichert – ein Erfolg: Im Mai 2018 wurde im neuen Bramfeld-Quartier die 100. dezentrale Anlage übergeben. Insgesamt hat der Bereich Dezentrale Anlagen in Berlin und Hamburg bereits über 330 dezentrale Energieerzeugungsanlagen in Betrieb genommen. In Zukunft will Vattenfall das Angebot für dezentrale Wärmeversorgung noch weiter ausbauen.

Weitere Links

Presseinformation: Vattenfall baut dezentrale Versorgung aus (24.05.2018)

Presseinformation: Vattenfall führend bei dezentraler Wärmeversorgung (17.052018)

Presseinformation: Ein Keller voller Energie (30.01.2017)  


 

3 Fragen an Jürgen Bertelsbeck zum dezentralen Versorgungskonzept für Bundeswehr-Standort

News
Pressemitteilung
28.03.2019

Vattenfall baut Geschäft mit dezentralen Energielösungen weiter aus

Christian Feuerherd und Michael Seidler bilden neues Geschäftsführer-Duo in Deutschland

Pressemitteilung

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