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Beacons lassen Heizkraftwerke sprechen

Der Begriff „Beacon“ steht für ein Leuchtfeuer, das in der Schifffahrt den Seeleuten den Weg weist. Mittels Bluetooth funktioniert der Gedanke auch in Kraftwerken: Die Beacons, kleine Minisender, schicken ihr Bluetooth-Signal an ein mobiles Gerät und ermöglichen so eine standortbasierte Information. Im Rahmen eines Pilotprojektes wird diese Technologie zurzeit bei Schichtrundgängen in Kraftwerken eingesetzt. 

Während die Digitalisierung vielerorts auf dem Vormarsch ist, werden in anderen Bereichen Tätigkeiten noch analog oder mechanisch ausgeführt. In Kraftwerken zum Beispiel muss eine regelmäßige Sichtprüfung der Anlagenteile erfolgen. Diese ist rechtlich vorgeschrieben und muss dokumentiert werden. Die Rundgänge werden von den Schichtmitarbeitern durchgeführt; bisher dokumentieren sie die ermittelten Anlagenzustände mittels Stift und Papier.

Beacon statt Papier

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Dirk Mackowski nutzt die Bluetooth-Verbindung, um einen der Brenner im Hamburger Heizwerk HafenCity zu überprüfen

 

„Momentan müssen die Kollegen die zu kontrollierenden Anlagen auf einer unübersichtlichen Papierliste suchen und ihre Beobachtungen handschriftlich vermerken. Später werden diese Daten dann händisch in unsere SAP-Systeme übertragen. Mithilfe der Beacons und einer eigens für den Schichtrundgang entworfenen mobilen Anwendung bekommen die Kollegen ausschließlich die Anlagenteile angezeigt, in deren Nähe sie sich befinden. Dies schafft Übersichtlichkeit und der Anlagenzustand kann unmittelbar digital erfasst werden“, erläutert Richard Franke, verantwortlicher Projektleiter für die Beacon-Applikation bei der Wärme Berlin.

Das Beacon-Projekt ist ein Pilotprojekt, mit dem standortbasierte Dienste erprobt werden, die die Bluetooth-Technologie für die Kommunikation mit mobilen Geräten nutzen. Diese Technologie wird bereits im Einzelhandel und im Tourismus eingesetzt, ist jedoch in industriellen Einsatzbereichen noch nicht erprobt. Ein Beacon liefert per Bluetooth-Signal Informationen über seinen Standort an eine App auf einem mobilen Gerät. Diese kann dann automatisch eine Verbindung zu Dokumenten und Informationen herstellen, die für eine bestimmte Aufgabe an einem bestimmten Ort benötigt werden.

Warnung vor potenziellen Gefahrenquellen

„Durch die Bereitstellung von ortsbasierten Informationen können wir einerseits unsere Arbeitsprozesse effizienter gestalten. Andererseits können wir so auch unsere Kollegen direkt am Gefahrenort vor möglichen Risiken und Gefahren warnen, wie zum Beispiel extreme Hitze oder bestimmte Chemikalien – das wäre zukünftig ein großes Plus für die Arbeitssicherheit“, erläutert Richard Franke weiter. Die ersten Pilotprojekte starteten 2017 in Deutschland im Berliner Heizkraftwerk Lichterfelde und im Hamburger Heizwerk HafenCity.

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Ein eingebauter Beacon im Hamburger Heizwerk HafenCity

 

In den Niederlanden wird die Technologie in zwei vollautomatisierten Anlagen, einem Fernkältewerk und einem Wärmespeicher in Amsterdam, getestet. Dort stellt die mobile App Sicherheitsinformationen über die vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen sowie Karten für die Rettungswege aktiv zur Verfügung. Sie liefert auch Sicherheitsinformationen über mögliche Gesundheitsrisiken, wie beispielsweise den Befund von Legionellen im Kühlturm.

Schritte zur Digitalisierung in Kraftwerken

Im  nächsten Schritt im Beacon-Projekt wollen sich die Teammitglieder über ein zukunftsfähiges Technologie-Setup verständigen – sowie über weitere Anwendungen, die im Unternehmen in Zukunft benötigt werden.  

„Dann werden wir mit unseren Anforderungen in den Markt gehen und schauen, ob Unternehmen genau das liefern können, was wir brauchen. Danach können wir das Projekt beschleunigen und diese Lösung hoffentlich auch in anderen Anlagen von Vattenfall realisieren. Bisher ist das Feedback der Kollegen sehr positiv“, sagt Richard Franke.

Das Beacon-Projekt ist eines der Projekte im Rahmen des Digital-Accelerator-Programms. Mit dem Digital Accelerator-Programm werden innerhalb des Unternehmens sieben Initiativen besonders gefördert, die die Digitalisierung im Wärme-Geschäft voranbringen sollen. Die Beacon-Anwendung wurde in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Technologieunternehmen Wingu entwickelt, die den Geschäftsbereich Wärme auch in der Pilotphase unterstützt.

Mehr zum Thema:

Mit Hilfe der Plattform Proximity von wingu können Informationen und Services positionsgenau über eine Lokalisierungs-Technologie, z.B. iBeacon, QR-Code oder NFC-Tags auf ein mobiles Gerät eines Empfängers bereit gestellt werden. Die Einsatzgebiete werden ständig erweitert: Im Einzelhandel und Vertrieb, auf Messen, als Informationsdienst bei der Bahn und in technischen Anlagen.

wingu - proximity platform


 

Experte Richard Franke

2011 habe ich meine Karriere bei Vattenfall als Dualer Student im Fachbereich BWL (Industrie) gestartet. Bei der Wärme Berlin war ich zunächst im Fernwärmenetz als Projektbetreuer tätig. 2017 bin ich in den Kraftwerksbereich gewechselt. Hier beschäftige ich mich mit diversen Kraftwerkstechnologien und der Digitalisierung unserer Arbeit.

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