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Förderung der Biodiversität

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2020 zum Superjahr der Biodiversität erklärt. Auch die EU wird bald im Rahmen ihres „Green Deal“ eine Biodiversitätsstrategie vorlegen. In diesem Zusammenhang teilen wir unsere Erfahrungen auf dem Gebiet der Biodiversität in einem Ideenkatalog für Initiativen im Bereich Naturschutz und zur Förderung der Biodiversität.

Die Natur und die Ökosysteme sind von fundamentaler Bedeutung für das menschliche Leben auf der Erde. Rund 75 Prozent der Landflächen auf der Erde wurden durch menschliche Aktivitäten erheblich verändert. Dies setzt die Ökosysteme unter extremen Druck und hat zur Folge, dass die verschiedenen Arten immer weniger Land zur Verfügung haben. Von 7,8 Millionen Arten sind eine Million vom Aussterben bedroht.

Eine positive Kraft für die Biodiversität

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Helle Herk-Hansen, Vice President of Environment

„Die Biodiversität ist eines der wichtigsten Arbeitsfelder bei der Erweiterung der Kapazitäten der erneuerbaren Energien im Energiesystem, und um sicherzustellen, dass unsere Geschäftstätigkeit die geringstmöglichen Auswirkungen auf die Natur hat“, sagt Helle Herk-Hansen, Vice President of Environment. „Wir haben mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Quantifizierung der Auswirkungen auf die Biodiversität. In unseren Überlandleitungskorridoren haben wir bereits aussagekräftige Biodiversitätsmessungen laufen, und auch an den Wind- und Solarparks sowie in den Flüssen, an denen wir Wasserkraft betreiben. Wir haben umfassende Erfahrungen, wissen aber auch, dass es zunehmend dringlicher wird, die Anstrengungen zu intensivieren, um den rapiden Verlust an Arten und Ökosystemen aufzuhalten. Wir glauben, dass es immer noch ein unausgeschöpftes Potenzial zur Verbesserung der Lage für die Arten und ihre Lebensräume gibt, und es könnten an allen unseren Standorten Biodiversitätsmaßnahmen unterschiedlichster Art umgesetzt werden. Dieser neue Katalog an Ideen zur Verbesserung der Biodiversität an den Anlagen ist ein Schritt in diese Richtung. Mit Unterstützung des Beratungsunternehmens Ecogain haben wir gute Beispiele für Biodiversitätsmaßnahmen gesammelt. Diese dienen uns als Inspiration zur eigenen Umsetzung, können aber auch von anderen Unternehmen, oder zum Beispiel Gartenbesitzern eingesetzt werden. Sie können auch genauso gut auf Hausdächern oder in Blumenkästen auf dem Balkon zum Einsatz kommen.“

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Sehen Sie hier den vollständigen Ideenkatalog (PDF in Englisch) Foto: Susan Enetjärn, Ecogain. 

Ein umfassender Ideenkatalog

„Wir haben uns das Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren fünf Pilotprojekte zur Förderung der Biodiversität durchzuführen und bis 2025 in allen unseren Bürostandorten Biodiversitätsressourcen zu etablieren. Mit diesem Katalog können wir uns Inspiration holen, um unsere Biodiversitätsziele zu erfüllen, was Teil unserer Strategie für klimafreundlichere Bürostandorte zur Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks ist“, erklärt Helge Rugor, VP Real Estate & Facility Management.

Der Katalog enthält Ratschläge gemäß den Grundsätzen der Biodiversität, beispielsweise eine Aufforderung zur Nutzung einheimischer Pflanzen, zur Vermeidung invasiver Arten, zur Nutzung lokaler Wasserquellen, zur Pflanzung von blühenden und fruchttragenden Baumsorten und Büschen, zur Minimierung harter Oberflächen, und zum Abwärtsrichten der Außenbeleuchtung, um zu verhindern, dass Bäume angeleuchtet werden, in denen sich ansonsten Vögel, Fledermäuse und Insekten zum Schlafen niederlassen würden. Er enthält aber auch konkrete Tipps dazu, wie sich Lebensräume wie Wiesen, Teiche, Wasserläufe, offene Sandflächen, bewaldete Weiden, Gemeinschaftsgärten, grüne Wände und begrünte Dächer erschaffen lassen.

Wissensaufbau und Zusammenarbeit ist der Schlüssel

Der Katalog enthält Maßnahmen kleineren Umfangs und lokale Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, die als Ergänzung zu anderen, groß angelegten Initiativen betrachtet werden können, die bei Vattenfall vorangetrieben werden. Zu den von Vattenfall umgesetzten Aktivitäten gehören natürlich auch umfangreichere Aktionen wie der Schutz der Meeressäuger durch den Einsatz von Blasenschleiern im Meer, wenn wir für unsere Offshore-Windparks Fundamente in den Meeresboden treiben, sowie der Bau von Fischtreppen in Flüssen, damit die Fische die Staudämme von Wasserkraftwerken passieren können, das Aussetzen von Fischbrut in Flüssen und in Zusammenhang mit Windparks die Durchführung einer Reihe von Vogelstudien, um eine gesunde Koexistenz von Vögeln und Windparks sicherzustellen. In der F&E-Abteilung wurde eine große Testanlage gebaut, um das Bewegungsmuster von Fischen in der Nähe von Wasserkraftwerken zu studieren, und es sind einige neue Projekte angelaufen, in denen Technologien mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen, zum Beispiel die Gesichtserkennung von wandernden Fischen.

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Blasenschleier beim Offshore-Windpark DanTysk. Foto: Jan Vinther

Die Biodiversitätsforschung ist ein sehr wichtiges Gebiet, weshalb die Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern wie Universitäten und Behörden sichergestellt wird, wann immer das möglich ist. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass die Lösungen eine breite Akzeptanz erfahren und auch anderen Vorteile bieten.

Naturerlebnisse aus erster Hand

Um die Biodiversität zu erhalten, muss das Wissen über die Funktionsweise der Natur und ihre Bedeutung für die Gesellschaft kontinuierlich gestärkt werden. Ein Schlüsselelement dieser Entwicklung ist es, den Menschen zu ermöglichen, die Natur zu erleben, damit sie den von ihr bereitgehaltenen Werten echte Wertschätzung entgegenbringen können.

Helle Herk-Hansen erklärt dazu: „In Schweden hat Vattenfall zum Beispiel in den in unserem Eigentum befindlichen Flächen freiwillig Schutzgebiete ausgewiesen, wo auf der Roten Liste stehende Arten leben, die charakteristisch für die schwedische Natur sind. Für diese Gebiete haben wir zusammen mit den lokalen Behörden und NGOs Bestandsaufnahmen vorbereitet und Schutz- und Erhaltungspläne ausgearbeitet. Eines dieser Gebiete befindet sich in Älvkarleby in der Nähe unserer Forschungs- und Entwicklungsanlage. Das Schutzgebiet wurde vor zwei Jahren eröffnet und ist ein Gebiet, das eine reichhaltige, faszinierende und manchmal ungewöhnliche Flora beherbergt, beispielsweise seltene Orchideen. In diesem Gebiet bemühen wir uns sehr, Besucher über die hohen Werte des Gebietes im Hinblick auf die Biodiversität zu informieren. Wir haben an beiden Enden des Spazierweges durch das Gebiet Informationsschilder aufgestellt, und die Besucher werden mithilfe von Schautafeln darauf hingewiesen, wo man die interessanten Pflanzen genießen kann.“ 

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Schautafeln helfen den Besuchern des Schutzgebietes in Älvkarleby, das Naturerlebnis voll und ganz zu erschließen. Foto: Vattenfall & Bengt Hemström.

In Deutschland hat Vattenfall eine Umweltstiftung ins Leben gerufen, die unter anderem dabei geholfen hat, einen Bach wieder anzulegen und Bäume zu pflanzen, die bestimmte Arten anziehen. Die Gesuche kommen von Externen und die Stiftung hilft bei der Finanzierung. Und in Berlin betreibt Vattenfall auf unternehmenseigenem Gelände zwei sogenannte Stadtgärten, in denen die Lokalbevölkerung Gemüse anbauen oder Blumen ziehen kann sowie die Erzeugnisse kostenlos mit nach Hause nehmen darf.

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Der Stadtgarten von Vattenfall in der Neuen Grünstraße in Berlin. Foto: Vattenfall.  Pflanz was

Fakten:

Biodiversität wird definiert als Vielfalt an Organismen, Arten und Populationen, die genetische Variation innerhalb dieser und die Vielfalt der enthaltenen Gemeinschaften und Ökosysteme.

Haben Sie gewusst, dass eine Eiche 200 Jahre lang wächst, 200 Jahre lang lebt und 200 Jahre lang stirbt? Und dass sie nach weiteren 200 Jahren zu einem Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln, Flechten, Pilzen und anderen Spezies wird?

Haben Sie gewusst, dass das Weltwirtschaftsforum 2019 den Biodiversitätsverlust und Ökosystemkollaps zu den größten globalen Risiken ernannt hat?

Haben Sie gewusst, dass eine Wiese zur Pflege nur einmal im Jahr gemäht werden muss, um Heu zu machen?

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