Wie umweltfreundlich sind E-Fahrzeuge wirklich?

Elektromobilität ist auf breiter Front notwendig, damit auch auf der Straße die Energiewende gelingen kann. Ein oft vorgebrachter Einwand: E-Autos sind nicht umweltfreundlich, da durch die Produktion des Fahrzeugs und insbesondere der Batterie sehr viel CO2 ausgestoßen wird. Wir haben darüber mit Helle Herk-Hansen, der Verantwortlichen für den Bereich Umwelt im Vattenfall Konzern, gesprochen. 

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1. Frau Herk-Hansen, wie ist es mit der Umweltfreundlichkeit von Elektroautos tatsächlich bestellt – insbesondere mit Blick auf die Batterien? 

Helle Herk-Hansen: Die CO2-Bilanz eines Elektroautos wird im Wesentlichen durch drei Faktoren beeinflusst: Die Effizienz in der Produktion, den Rohstoffabbau und natürlich nicht zu vergessen durch die Frage, ob bei der Produktion Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird. Insgesamt kann man sagen: Die Umweltfreundlichkeit in der Produktion steigt kontinuierlich, und zwar über einen vergleichsweise geringen Zeitraum. Studien aus Schweden zeigen, dass die Umweltbelastung durch Batterien im Zeitraum von 2017 bis 2019 um 50 Prozent reduziert werden konnte.  

Aber wir haben auch aussagekräftige Daten aus Deutschland: Beispielsweise von Volkswagen, die einen e-Golf und einen konventionellen Verbrenner miteinander über den gesamten Lebenszyklus hinweg verglichen haben. Das zeigt uns, dass das meiste CO2 bei der Produktion des Fahrzeugs emittiert wird. Hier macht sich im Vergleich zum Verbrenner die Batterieproduktion bemerkbar, denn in der Tat stammt der größte Teil des CO2-Fußabdrucks eines Elektroautos aus der Herstellung seiner Batterien.  

2. Und wie sieht der Fußabdruck über die gesamte Lebensdauer eines Autos aus?  

Der Vergleich e-Golf versus konventioneller Golf zeigt uns, dass das Elektroauto über den gesamten Lebenszeitraum hinweg diesen Nachteil wieder aufholen kann. Werden beide Fahrzeuge – E-Auto und Verbrenner – jeweils 200.000 Kilometer gefahren, dann ist dieser Punkt bei circa 125.000 gefahrenen Kilometern erreicht. Ab diesem Zeitpunkt hat das E-Auto die bessere CO2-Bilanz als der Verbrenner – beim durchschnittlichen EU-Strommix als Ladestrom. Würde das Fahrzeug ausschließlich mit erneuerbarem Strom geladen, würde der Zeitpunkt früher eintreten.  

Die durchschnittliche Laufleistung der Fahrzeuge, die heute produziert werden, liegt bei ungefähr 300.000 Kilometern. Das E-Auto gewinnt also klar.  

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3. Was kann man tun, um die Emissionen gerade in der Batterieherstellung zu senken? 

Wie bereits angesprochen, macht es natürlich einen großen Unterschied, ob bei der Herstellung Strom aus erneuerbaren Quellen verwendet wird oder nicht. Außerdem wird mit der stärkeren Nachfrage nach Elektroautos auch die Batterieproduktion hochgefahren und sie ist deutlich effizienter geworden, was die CO2-Belastung ebenfalls nochmal senkt. Wir haben heute im Durchschnitt einen Ausstoß von rund 100 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde Batteriekapazität. Würde die Batterieproduktion ausnahmslos auf Strom aus erneuerbaren Quellen umgestellt, könnten wir diese Zahl ungefähr halbieren. Das zeigt, was für einen Unterschied es macht, ob Produkte mit fossilfreiem Strom hergestellt werden oder nicht.

Die Batteriefabrik von Northvolt im schwedischen Skellefteå, an der sich Vattenfall auch beteiligt hat, möchte die “grünsten" Batterien der Welt herstellen. Northvolt hat sich das Ziel gesetzt, einen Wert von 20 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde Batteriekapazität zu erreichen.  

Aber auch am anderen Ende können sich noch Einsparmaßnahmen ergeben: Wie wir aus der Grafik sehen, dürfen wir auch das Recycling der Batterien nicht übersehen. Lange Zeit war die Frage der Batterie-Recyclings unklar, aber mittlerweile gibt es darauf spezialisierte Unternehmen, die hohe Recyclingquoten erreichen. Bei der Batterietechnik und bei Elektrofahrzeugen haben wir es definitiv mit einer Technologie zu tun, die sich schnell entwickelt. Ich erwarte, dass wir in wenigen Jahren riesige Technologiesprünge sehen werden, die Elektroautos viel interessanter, unkomplizierter und umweltfreundlicher machen werden. 

Links bzw. Weiterführende Informationen

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