Luftaufnahme vom  Vattenfall Wasserkraftwerk Vittjarv  - mit Staumauer, Stausee und Wald

Erstes Halbjahr 2022: Gasmarkt im Fokus - Energiewende noch dringlicher

Die bereinigten Ergebnisse von Vattenfall im ersten Halbjahr blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. In Europa liegt der Schwerpunkt auf der Sicherung der Gasversorgung für den kommenden Winter. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, muss das Tempo bei der Energiewende hoch bleiben.

Anna Borg, President und CEO von Vattenfall, kommentiert den Zwischenbericht für Januar bis Juni 2022:

„Die Turbulenzen auf dem Strommarkt haben im zweiten Quartal zugenommen. Derzeit stellt sich die große Frage, wie in diesem Winter die Erdgasversorgung für Europa aussehen wird, wobei Rationierungen immer wahrscheinlicher werden. Die Unsicherheit hat die Strompreise auf ein neues Rekordniveau gebracht, obwohl wir uns mitten im Sommer befinden, wo die Preise normalerweise niedriger sind. In Kontinentaleuropa waren die Preise im Durchschnitt drei- bis viermal höher als im entsprechenden Zeitraum 2021. In Schweden haben sich die Durchschnittspreise im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht, wobei die Preisunterschiede zwischen den südlichen und nördlichen Regionen des Landes nach wie vor groß sind. In Südschweden sind die Preise eindeutig an die Entwicklung in Kontinentaleuropa und den Gaspreis gekoppelt, während die Preise in den nördlichen Region im Durchschnitt mit denen von 2021 vergleichbar sind.

Stabile bereinigte Ergebnisse, gedämpft durch Differenzen bei Preisregionen

Der Gewinn sank im Berichtszeitraum um 13,3 Mrd. SEK auf 10,3 Mrd. SEK, was vor allem auf die 2021 erhaltene Entschädigung für die vorzeitige Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke zurückzuführen ist. Das bereinigte Betriebsergebnis blieb im Halbjahr mit 17,6 Mrd. SEK weitgehend unverändert, stieg aber im Quartal um 2,9 Mrd. SEK auf 8,1 Mrd. SEK.

Unser Vertriebsgeschäft läuft gut. Kunden entscheiden sich für Vattenfall, weil wir die Unsicherheiten des Marktes bewältigen und weiterhin Verträge für Strom, Wärme und Gas anbieten können. Auch unser Windgeschäft entwickelt sich gut, wobei neue Kapazitäten von Kriegers Flak in Dänemark einen positiven Beitrag leisten. Die Unterschiede in den Preisregionen wirkten sich jedoch weiterhin negativ auf unser skandinavisches Stromportfolio aus.

Investitionen in das Energiesystem der Zukunft

Im Mai erhielten wir die Baugenehmigung für den Offshore-Windpark im schwedischen Teil von Kriegers Flak. Und nach Quartalsende haben wir einen CfD (Differenzkontrakt) für die erste Phase des Windkraftprojekts Norfolk Zone in Großbritannien erhalten, das nach Inbetriebnahme der größte Windpark der Welt sein wird.

Um die Energiewende langfristig zu sichern, benötigen wir alle Arten von fossilfreien Energiequellen. Kleine modulare Reaktoren (SMRs) bieten das Potenzial, letztlich die Grundlastleistung und Flexibilität des Energiesystems zu erhöhen. Aus diesem Grund haben wir eine Machbarkeitsstudie veranlasst, um das Potenzial für den Bau von kleinen modularen Reaktoren in der Nähe des Kernkraftwerks Ringhals zu bewerten.

In Berlin haben wir eine strategische Überprüfung unseres Wärmegeschäfts eingeleitet. Die Energiewende bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, und wir müssen sowohl auf Projekt- als auch auf Portfolioebene Prioritäten setzen.

Partnerschaften für den Wandel in der Industrie

Ein zentraler Teil der Strategie von Vattenfall besteht darin, auch in anderen Sektoren wesentliche Beiträge zur Energiewende zu leisten. Bei zwei Projekten – in Partnerschaft mit Preem bzw. St1 – untersuchen wir Möglichkeiten, Wasserstoff aus zukünftigen Windparks zu nutzen, um z. B. Kraftstoffe für die Luftfahrt und Schifffahrt zu produzieren. Anfang Juni haben wir gemeinsam mit unseren Partnern LKAB und SSAB die Pilotanlage von HYBRIT zur Speicherung von fossilfreiem Wasserstoff eingeweiht. Eine effiziente und dynamische Speicherung ist ein wichtiges Puzzleteil, wenn Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Industrieemissionen spielen soll.

Nach einem turbulenten ersten Halbjahr ist es wahrscheinlich, dass wir hier in Europa vor einem harten Winter stehen. Bei Vattenfall werden wir unsere Erfahrung und unser Know-how nutzen, um zur Stabilisierung der Situation für unsere Kunden beizutragen und die Energiewende fortzusetzen.“

Anna Borg,
CEO 

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