Nordlicht: Vattenfall testet zentrale Offshore‑Arbeitsschritte an Land

Vattenfall hat einen wichtigen Vorbereitungsschritt für den Offshore‑Windpark Nordlicht gestartet. Am Standort des Zulieferers CS Wind Offshore in Aalborg (Dänemark) läuft derzeit ein sogenannter Transition‑Piece‑Mock‑up. Dabei werden zentrale Installations‑, Sicherheits‑ und Arbeitsabläufe an Land erprobt, bevor die Arbeiten auf See beginnen. 

Das Transition Piece verbindet den Turm der Windenergieanlage mit dem Fundament am Meeresboden. Die Transition Pieces für Nordlicht I werden von CS Wind Offshore gefertigt, sind rund 23,7 Meter hoch und wiegen etwa 362 Tonnen. Die Installation erfordert komplexe Hebevorgänge, präzise Abläufe und das Zusammenspiel verschiedener Gewerke. Im Rahmen des Mock‑ups werden unter realistischen Bedingungen unter anderem Montage, Verschraubung, Kabeleinzug und-führung sowie Sicherheits‑ und Rettungsprozesse getestet. 

Mit dem geplanten Start der Fundament Offshore‑Bauarbeiten für Nordlicht I im Juli 2026 – und für Nordlicht II etwa ein Jahr später – rückt die Umsetzung auf See näher. Die Monopiles werden von EEW geliefert, sind bis zu 80,5 Meter lang und wiegen jeweils bis zu 1.290 Tonnen. Für Nordlicht I sind insgesamt 68 Monopiles und Transition Pieces vorgesehen. Die Tests an Land dienen dazu, Risiken frühzeitig zu identifizieren, Prozesse abzustimmen und die Offshore‑Bauphase sicher, effizient vorzubereiten. 

„Diese intensive Vorbereitung an Land zeigt, wie wichtig das enge Zusammenspiel unserer Teams und Partner ist. Indem wir Schnittstellen, Abläufe und Sicherheitsaspekte frühzeitig testen, schaffen wir die Grundlage für eine sichere und effiziente Umsetzung von Nordlicht auf See“, sagt Manuel Fischer, EPC Director Nordlicht bei Vattenfall. 

Parallel dazu haben in der deutschen Nordsee bereits die Arbeiten zur sogenannten Scour Protection begonnen, bei denen Steinschüttungen den Meeresboden an den künftigen Fundamentstandorten gegen Erosion sichern. 

Nordlicht ist eines der größten Offshore‑Windprojekte Europas. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Windparks im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird für das Nordlicht‑Cluster eine jährliche Stromerzeugung von rund 6 Terawattstunden (TWh) erwartet. 

Der Nordlicht‑Cluster wird ohne staatliche Subventionen realisiert und steht damit für einen marktorientierten Ausbau erneuerbarer Energien. Mit einer Nettokapazität von mehr als 1,6 Gigawatt (GW) zählt das Projekt zu den leistungsstärksten Offshore‑Vorhaben in Deutschland. 

Als Teil der Nachhaltigkeitsbestrebungen von Vattenfall kommen bei beiden Windparks Turbinentürme zum Einsatz, die teilweise aus emissionsarmem Stahl gefertigt sind, wodurch sich der CO₂‑Fußabdruck insgesamt um rund 16 Prozent verringert. 

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