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Faszination Paternosteraufzug: Immer unterwegs

Im Heizkraftwerk Klingenberg gibt es zwei Personenaufzüge. Trotz der modernen Anlage nutzen die Mitarbeiter jedoch viel lieber die nostalgische Variante und fahren Paternoster. Was macht diesen Klassiker eigentlich so einzigartig?

Ob Benutzer oder Beobachter, der Paternosteraufzug ist Erlebnis der Extraklasse: Stets lauert der Fahrgast beim Ein- oder Aussteigen auf den passenden Moment. Es geht darum, eine der 20 Kabinen „zu erwischen“, denn die nostalgische Fördereinrichtung ist immer in Bewegung. Paternoster fahren ohne Stopp; Türen haben sie nicht.

Sorgen sie zuweilen auch bei einigen für leichtes Unbehagen, faszinieren Paternosteraufzüge jedoch die meisten Menschen. Vorteil gegenüber anderen Lift-Modellen: Es gibt keine Wartezeiten, zügiges Ein- und Aussteigen ist garantiert, und die Kabinen sind auf- und abwärts stets verfügbar. Das freut diejenigen, die kurze Wege haben und nur wenige Etagen zurücklegen wollen.

Hut ab vor der Energiebilanz

Die Paternosteranlage im Heizkraftwerk Klingenberg ist 365 Tage im Jahr in Bewegung. Dennoch überzeugt ihre beeindruckende Energiebilanz gegenüber dem Nachfolger: Dieser verbraucht sogar im Ruhezustand Strom, beispielsweise zur Beleuchtung der Kabine.

„Außerdem schont jede Tour im nostalgischen Überbleibsel den moderneren Nachbarn: Mindestens 80 Prozent der Fahrten kann der sich dann sparen. Er wird entlastet, geschont und der Wartungsaufwand ist geringer“, weiß EUS-Weber-Mitarbeiter Burkhard Ziesemer, der den Paternosteraufzug regelmäßig prüft.

Experten hegen und pflegen den Aufzug

Aufgrund der besonderen Bewegungsabläufe und speziellen Sicherheitsaspekte bedarf der Paternoster einer intensiven Pflege. „Er bekommt sein Fett weg, damit er gemütlich durch den Schacht rumpeln kann“, schmunzelt Burkhard Ziesemer.

Der Monteur freut sich immer auf seinen Einsatzort in Klingenberg, kennt aber auch die berechtigte Kritik rund um die nostalgische Anlage: „Die Nutzung durch Rollstuhlfahrer ist nahezu unmöglich. Nachteilig ist auch, dass keine Lasten transportiert werden dürfen.“

Dennoch darf der Paternosteraufzug nach wie vor seine Fans im Klingenberger Gebäude in die gewünschte Etage bringen. Nur bei großen Veranstaltungen muss er aus Sicherheitsgründen pausieren.

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Experte Burkhard Ziesemer

Der Paternosteraufzug im Heizkraftwerk Klingenberg gehört zu meinen Lieblingsobjekten. Seit 1977 dreht er seine Runde und seitdem „kennen“ wir uns. Ich habe ihn von Anfang an betreut, gewartet, gepflegt. Mein Arbeitgeber, EUS-Weber, kümmert sich um alle Aufzugsanlagen in Vattenfall-Objekten. Zum Teil stammen wir aus Vattenfalls Vorgängerunternehmen, deshalb fühlen wir uns hier auch überall zu Hause.

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