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Urban Gardening in Berlin

Je mehr Grün aus Städten verschwindet, weil immer mehr Freiflächen zugebaut werden, umso beliebter wird Urban Gardening – das gemeinsame Gärtnern in der Stadt. Seit 2016 legt auch Vattenfall in Berlin auf ungenutzten Firmenflächen Gemeinschaftsgärten zum Pflanzen und Ernten für alle an.

Die Sonne steht hoch über dem kleinen Grundstück in der Neuen Grünstraße im Berliner Bezirk Mitte. Wo einst ein Umspannwerk stand, ist jetzt Freiraum für Urban Gardening. Kinder mit kleinen Gießkännchen laufen emsig umher und bewässern die Pflanzen, die überall in Kübeln, Wannen, Töpfen und großen Holzkästen verteilt stehen. In einer Ecke werden Küchenkräuter gezupft, in einer anderen Ecke pflanzen zwei Teenager gerade Johannisbeeren. Nachbarn sitzen unter einem Sonnenschirm beisammen. Sie haben sich von zu Hause Kaffee mitgebracht und beobachten das bunte gärtnerische Treiben.

Blumen blühen, Bienen summen, Kinder lachen – es klingt und es riecht nach Sommer.

Lässt man die Augen von den Blumen und Stauden etwas höher schweifen, sieht man ringsherum graue Plattenbauten aus DDR-Zeiten, schnell hochgezogene Wohnanlagen aus den Nachwendejahren, teure Apartmentkomplexe für Neubürger und zweckmäßige Budget-Hotels. Und mittendrin, auf dem Gelände eines ehemaligen Umspannwerks, wächst hier seit Frühjahr 2016 eine kleine Gartenoase. Auf 500 Quadratmetern mit über 50 Hochbeeten bietet Vattenfall hier Urban Gardening für alle. So gibt es Willkommensbeete mit exotischem Gemüse, einen Kindergarten und ungewöhnliche Pflanzgefäße wie alte Koffer. Nur eins gibt es nicht: Privatbeete. Die Idee ist, dass im Garten alles gemeinschaftlich bewirtschaftet werden soll.

Ganz ähnlich geht es auch an einem anderen Standort in Berlin Mitte, in der Köpenicker Straße, zu. Hier befindet sich auf einem Gelände vor dem Heizkraftwerk Mitte ein weiterer urbaner Garten von Vattenfall.

Verantwortung für die Stadt

Die Vattenfall Wärme AG als Eigentümer der Grundstücke ließ die Stadtgärten anlegen. Sie sind Teil des Projektes „Pflanz was!“, mit dem das Unternehmen in der ganzen Stadt firmeneigene Brachflächen begrünen und zu urbanen Gärten machen will. Der Name ist Programm: „Pflanz was!“ will Möglichkeiten für die Berlinerinnen und Berliner schaffen, Stadtgrün aktiv und gemeinschaftlich zu gestalten. Nach und nach soll die Garteninitiative auf weitere Berliner Standorte ausgeweitet werden.

Ina Vögele und Sarah Geiger vom Bereich Kommunikation begleiten das Projekt von Anfang an und berichten von durchweg positivem Feedback.

„Alle finden die Initiative super“, sagt Sarah Geiger, „auch wenn anfangs oft die Frage kommt, was ein Energieunternehmen denn mit Urban Gardening zu tun hat.“ Die beiden erklären dann, dass sich Vattenfall als Teil der Stadt sieht, und seine Verantwortung für Nachhaltigkeit und Umweltschonung nicht nur auf die Energieerzeugung beschränkt. Ina Vögele:
„In der Stadt sein eigenes Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen, zeigt ja das Bedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit. Doch für Gärten gibt es immer weniger Platz. Wir als Unternehmen haben freie Flächen, die wir gerne gemeinsam mit den Berlinern gestalten.“

Weitere Gartenprojekte hat ­Vattenfall schon in Planung und kooperiert dabei mit Urban-Gardening-Vereinen, Schulen und Nachbarn.
 

Weitere Gartenprojekte hat ­Vattenfall schon in Planung und kooperiert dabei mit Urban-Gardening-Vereinen, Schulen und Nachbarn.

Gemeinschaftsgärten für alle Berliner 

Vattenfalls Gemeinschaftsgärten in der Köpenicker Straße 60 und der Neuen Grünstraße 13-14 sind  während der Öffnungszeiten für jeden zugänglich. Zu den Öffnungszeiten ist stets ein Betreuer im Garten, der den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Der Besuch der Gärten und das Gärtnern sind kostenfrei. Jeder kann mitmachen – mit und ohne grünen Daumen. Hier gibt es keine personengebundenen Beete und keine Verpflichtungen: Jeder darf überall Gärtnern, wo es gerade notwendig ist und so häufig kommen, wie er möchte. Während der Gartensaison gibt es in den Gärten verschiedene Events und Aktionen, vom Sommerfest bis zu Gartenworkshops mit Tipps und Tricks von Profigärtnern.

Und wer nicht persönlich vorbeikommen kann, kann sich Infos und Anregungen rund ums Gärtnern bei den „Spreegärtnern“ auf youtube holen.  Die sympathischen Berliner Gartenprofis Marc und Thomas zeigen in unterhaltsamen Kurzfilmen aus dem Vattenfall-Garten Tipps und Tricks zu Themen wie Bodenbeschaffenheit, Baumschnitt im eigenen Garten oder Kaffee­satz als Pflanzendünger.
 

Alles, was in dem Garten gepflanzt wird, steht der Gemeinschaft zur Verfügung und am Ende der Gartensaison wird gemeinsam geerntet, verarbeitet und verkostet.

Gemeinschaftsgarten am Heizkraftwerk Mitte

Köpenicker Straße 60, 10179 Berlin

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: von 12–18 Uhr
Montag: Ruhetag

Gemeinschaftsgarten Neue Grünstraße

Neue Grünstraße 13-14, 10179 Berlin

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: von 14–18 Uhr
Samstag und Sonntag: von 12–18 Uhr
Montag: Ruhetag


Experte Silvia Teich

Stadtgrün und Natur sind meine Themen als freie Journalistin. Seit zehn Jahren pflanze und ernte ich in meinem Kleingarten, der mitten in einer Wendeschleife der Straßenbahn in Berlin-Prenzlauer Berg liegt – urbaner geht es kaum. Meine Garten-Tipps gebe ich im Magazin „Aufs Land!“ weiter. Über Kartoffeln und Kürbis aus dem eigenen Beet schreibe ich auch auf meinem Gartenblog www.teichrose.blogger.de

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