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Die neue Fernwärmeleitung Hamburg-Altona

Die insgesamt 3,5 Kilometer lange Leitung verbindet das Zentrum von Altona mit dem neuen Heizwerk Haferweg.

Leitungsverlauf
Verlauf Fernwärmeleitung Altona

Wenn es kalt wird, wie in diesen Tagen, ist es ganz einfach: Regler auf und schon wird die Wohnung warm. Bei Heizungen, die mit Fernwärme beliefert werden, passiert jedoch vorher eine ganze Menge. Ein Netz von Fernwärmeleitungen unter der Stadt liefert heißes Wasser und bringt so die Wärme direkt in die Wohnung – und wieder zurück ins System. In der wachsenden Stadt Hamburg muss auch das Fernwärmenetz Schritt halten.

Hamburg wächst und braucht (Fern-)Wärme

Die neue Verteilungsleitung verbindet das Zentrum von Altona mit dem neuen, Erdgas-betriebenen Heizwerk im Haferweg. Das Heizwerk Haferweg wird ergänzend zum Heizkraftwerk Wedel die Fernwärmeversorgung für den Hamburger Westen absichern. Außerdem kann noch zusätzlich Wärme zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem Ausbau des Fernwärmenetzes können zukünftig weitere 28.500 Wohneinheiten mit umweltschonender Wärme versorgt werden - ein wichtiger Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz und ein wichtiger Baustein für eine stetig wachsende Stadt.

Verlegung von Fernwärmeleitungen bedeuten Straßensperrungen

Dirk Lassen-Petersen, Manager Technical Planning bei der Vattenfall Wärme Hamburg, erläutert: „Wenn wir für die Verlegung von zwei großen Fernwärmerohren – Vor- und Rücklauf – Straßen aufmachen müssen, ist das leider immer mit Straßensperrungen und Umwegen für die Hamburger verbunden. Besondere Herausforderungen waren für uns zum Beispiel die Querungen der Julius-Leber-Straße und der stark befahrenen Max-Brauer-Allee. Diese beiden Bereiche haben wir aber hauptsächlich in den Sommerferien durchgeführt, um die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten.“

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Abschluss der Unterquerung der Eisenbahnbrücke Harkortstraße

„Zweiter Knackpunkt war die Unterquerung der Eisenbahnbrücke in der Harkortstraße. Hier mussten wir in Baugruben, die bis zu fünf Meter tief waren, die vorhandenen Abwasserleitungen kreuzen und gleichzeitig mit den großen Baumaschinen unter der Gewölbebrücke arbeiten. 

Bei der Unterquerung einer große Abwasserleitung in der Plöner Straße – in einer bis zu sechs Meter tiefen, offenen Baugrube - war leider über der Abwasserleitung nicht genügend Platz für die Fernwärmeleitung. Das war etwas überraschend – aber mit solchen Situationen muss man rechnen in einer Stadt wie Hamburg, in der seit mehr als 100 Jahren Versorgungsleitungen unter der Erde verlegt wurden.“

Logistik im dicht besiedelten Quartier Hamburg-Altona

Auch in weiterer Hinsicht war die Baustellenlogistik eine Herausforderung. Dirk Lassen-Petersen erinnert sich: „Zeitweise haben wir an fünf bis sechs Baustellen gleichzeitig gearbeitet, um die ersten beiden Bauabschnitte zwischen Haferweg und Haubachstraße innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten fertig zu stellen und so eine größere Anzahl Fernwärmekunden sicher versorgen zu können.“

Technische_Klärung_vor_Ort_in_der_Gerichtstraße
Technische Klärung vor Ort in der Gerichtstraße

“Das war ziemlich sportlich, aber am Ende haben wir es geschafft. Und dann fanden wir zum Beispiel in der Harkortstraße starke Bodenkontaminationen durch ölhaltige Altlasten vor. Diese mussten mit erheblichem Aufwand ausgebaut und entsorgt werden.“

Verteilungsleitung Altona: Erfolg liegt in der Planung

Bereits in der Planungsphase werden alle relevanten Entscheidungen getroffen. Dirk Lassen-Petersen rückblickend: „Zuerst berücksichtigen wir neben technischen Eckdaten auch die möglichen Anbindungspunkte an das bestehende Fernwärmenetz. Es muss ein Trassenverlauf gefunden werden, der technisch und wirtschaftlich realisiert werden kann, der den Verkehrsfluss aufrecht erhält und dabei auch die Belange von Umwelt und Anliegern berücksichtigt. Das heißt, wir müssen unsere Planungen mit dem zuständigen Bezirk in Hamburg abstimmen und mit Projekten in der Nähe koordinieren. Leitungen und Kabel, die bereits in den Straßen verlegt sind, müssen berücksichtigt werden – ebenso wie Buslinien, Haltestellen, Geh- und Fahrradwege sowie Verkehrszeichen. Besonders wichtig ist es, Rettungswege und Grundstückszufahrten aufrechtzuerhalten.“

„Mit dem mit der Behörde abgestimmten Verkehrszeichenplan konnten wir dann in jeder Bauphase sicherstellen, dass die Anwohner jederzeit in ihre Hauseingänge bzw. Garagenzufahrten gelangen konnten; so haben wir die Beeinträchtigungen für die Anwohner und den Straßenverkehr sehr gering gehalten.“


Verteilungsleitung Altona

  • Gesamtlänge der Leitung: rund 3,5 km
  • Dauer der Bauarbeiten: 2015 – 2018
  • Einbindung in den Inbetriebsetzungsprozess des Heizwerks Haferweg ab 2016
  • Die Leitung kann bis zu 100 Megawatt bzw. 1.075 m3/h umweltschonende Fernwärme transportieren.
  • Insgesamt können so zusätzliche 28.500 Wohneinheiten mit Wärme versorgt werden.
  • Die Leitung besteht aus einem Kunststoffmantel-Rohrverbundsystem und wurde im Wesentlichen unterirdisch verlegt. Der Mantelrohr-durchmesser beträgt 710 mm im Vorlauf und 800 mm im Rücklauf.
  • Die Wärmedämmung der erdverlegten Rohre erfolgt durch PUR-Schaum mit einer Dicke von 100 mm. Hierdurch beträgt der Wärmeverlust nur ca. 1 °C.
  • Die Fernwärmeleitung wurde für einen Druck von 20 bar und einer maximalen Temperatur von 140 °C ausgelegt.

Fernwärmenetz Hamburg 

  • Das Fernwärmenetz ist mehr als 820 Kilometer lang.
  • Vattenfall betreut rund 11.000 Übergabestationen bei Kunden
  • Größe der Rohrleitungen: von DN (Diameter Nominal) 32 bis DN 800 Millimeter
  • Der Druck in den Rohren beläuft sich auf maximal 20 bar.
  • Temperatur zum Kunden: Raumheizung 90 bis 133 °C
  • Temperatur vom Kunden: Rücklauf 50 °C
  • Versorgte Wohneinheiten: rund 480.000

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Experte Dirk Lassen-Petersen

Beim Fernwärmenetz bin ich verantwortlich für die technische Planung. Seit 1993 arbeite ich im Unternehmen als Maschinenbau-Ingenieur und war so unter anderem beteiligt an Umbaumaßnahmen von Wärmeumformwerken und Pumpstationen oder der Errichtung von Dampfturbinen und eines Wärmespeichers. Seit über 10 Jahren betreue ich überwiegend größere Leitungsbauprojekte.

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