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add art – Kunstführungen in der City Nord

Neuland zu betreten, heißt immer auch Mut beweisen. Das tat nicht nur die HEW (Hamburgische Electricitäts-Werke), heute Vattenfall, vor über 45 Jahren mit der Entscheidung, als erstes Unternehmen ein Grundstück in der City Nord zu kaufen. Neuland betrat auch Wolfgang Weiß 2015 im Rahmen der add art.

Seit mehr als 20 Jahren führt der heutige Vattenfall-Pensionär rund 1.000 Architektur-Interessierte jährlich durch das Arne Jacobsen Gebäude, der 1969 fertiggestellten Hauptverwaltung des Unternehmens. Hier kennt er jeden Winkel und unzählige Anekdoten über den berühmten Star-Architekten sowie dieEntstehung dieses zeitlosen Gebäudes, das aus insgesamt vier Scheiben mit einer Länge von 153 Metern besteht und dabei 45 Meter hoch in die City Nord ragt.

Aber darum geht es am 24. und 25. November 2018 bei der add art nur am Rande. Diesmal steht die Kunstsammlung im Vordergrund, die in mehr als 70 Jahren auf über 250 Werke gewachsen ist. „Das ist das Ergebnis unseres Kunstengagements. Vattenfall und vormals die HEW haben über Jahrzehnte künstlerische Projekte unterstützt und ins Leben gerufen, zudem wurden in unregelmäßigen Abständen Arbeiten zeitgenössischer Künstler erworben“, erzählt Weiß.

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Wolfgang Weiß vor „Stadtansichten“ von Konrad Zuse, Foto: Vattenfall

Streben nach ganzheitlicher Perfektion

Die add art bedeutete 2015 für Vattenfall eine Premiere: Es war das erste Mal, dass das Unternehmen Teile seiner Kunstsammlung der Öffentlichkeit vorstellt. Bei dem Event öffnen rund 20 Hamburger Unternehmen und Institutionen ihre Räume und zeigen ihre Kunst. Wolfgang Weiß kennt natürlich diese Bilder, die im ganzen Gebäude verteilt hängen.

Unzählige Male ist er als Mitarbeiter und mit Besuchergruppen an ihnen vorbeigegangen, aber sein Schwerpunkt war bislang immer die Architektur. Vor drei Jahren betrag auch Wolfgang Weiß neues Terrain und genau wie Arne Jacobsen, der für sein Streben nach ganzheitlicher Perfektion bekannt war, ging auch er die Sache an und beschäftigte sich intensiv mit der Vorbereitung.

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Auch das Werk von Klaus Fußmann gehört mit zur Tour, Foto: Vattenfall

Bilder für ein neues Michel-Dach

1991 initiierte die HEW eine besondere Aktion „Künstler für den Michel“, diese sollte die Dach-Restaurierung der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis unterstützen. Sechs renommierte Künstler haben jeder eine Druckgrafik erstellt, die alle einen Michel-Bezug haben. Mit einer Auflage von jeweils 300 Stück konnten die Werke zu einem Festpreis von 500 DM erworben werden, die Erlöse gingen direkt an den Michel.

Einer der bekanntesten Künstler ist Jörg Immendorff, dessen wiederkehrendes Motiv der Affe ist. „Immendorff hebt den Michel in die Höhe und thematisiert das Verhältnis von Stadt, Kultur und Kirche“, fasst Weiß zusammen. Auch Günther Uecker mit seinem Markenzeichen, dem Nagel, hat sich mit einem Michel-Bild verewigt.

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Aus der Michel-Serie: Jörg Immendorff mit „Hamburgblatt“ und seinem wiederkehrenden Affen,
Foto: Vattenfall

Der Erfinder des Computers und die Kunst

Ein weiteres Highlight sind die beiden Gemälde von Konrad Zuse. Der Erfinder des weltweit ersten Computers war auch ein beachteter Künstler. Seine „Stadtansichten“ hängen in einem originalgetreuen Arne Jacobsen Büro.Dieses wird Wolfgang Weiß auf seiner Führung ebenfalls zeigen. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Kunst des 20. Jahrhunderts: ungegenständliche Malereien, Zeichnungen und Druckgrafiken, häufig mit Bezug zur Region. Zu sehen sind unter anderem Serien konkreter Kunst, die auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruhen, abstrakte Aquarelle des Bauhausschülers Kurt Kranz, pastose Landschaftsmalereien von Klaus Fußmann und Max Ackermann als Vertreter der abstrakten Kunst.

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Noch einmal Konrad Zuse mit einem weiteren Bild aus der Sammlung, Foto: Vattenfall

Die Kunst kann kommen

Die Kunst-Route durch das Gebäude macht Wolfgang Weiß nun zum vierten Mal für die add art, die Stichworte auf den Karteikarten hat er längst verinnerlicht: Nun freut er sich darauf, am Wochenende wieder mal eine andere Seite „seines“ Arne Jacobsen Gebäudes zu präsentieren.

Vattenfall öffnet seine Türen für die add art:

Samstag, 24. November um 11 Uhr und 13 Uhr
Sonntag, 25. November um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr

Zugang nur mit Anmeldung möglich. Anmeldung zur Führung

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City Nord Vattenfall, Foto: Vattenfall

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Erfahren Sie mehr über die add art.

Architektur Führungen durch das Vattenfall-Haus von Arne Jacobsen werden an unterschiedlichen Terminen angeboten. Zu den Architekturrundgängen.


 

Experte Wolfgang Weiß

Über 20 Jahre war ich für Vattenfall und davor für die HEW in Hamburg im Bereich Gebäudemanagement tätig. In all den Jahren habe ich hautnah im Arne-Jacobsen-Gebäude alle Umbauten und Änderungen intensiv miterlebt und begleitet. Da das Haus schon immer das Interesse von architekturbegeisterten Menschen geweckt hat und so auch meines, biete ich schon seit zwei Jahrzenten Führungen an. Auch seit dem Beginn meiner Altersteilzeit vor fünf Jahren, setze ich das weiter fort.

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