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Wir sagen Danke – Johannes

Viele unserer Kolleginnen und Kollegen müssen sich derzeit wegen der Corona-Pandemie an ein verändertes Arbeitsumfeld gewöhnen. Ob zu Hause einen Arbeitsplatz einrichten, in ein neues Schichtteam einarbeiten oder sogar temporär eine völlig andere Arbeitsaufgabe übernehmen. Hier kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Wort.

Johannes Fenger ist Ingenieur Assistent im Berliner Heizkraftwerk Mitte und gerade während der Corona-Pandemie fast täglich vor Ort.

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1.    Wie erleben Sie die Auswirkungen von „Corona“ in Ihrem Arbeitsalltag?

Johannes Fenger: Hier bei uns am Standort des Heizkraftwerks (HKW) Mitte ist einiges passiert: Wir versorgen 65.000 Berliner Wohneinheiten mit Wärme – natürlich auch während der Corona-Pandemie. Dafür haben wir im Normalfall ein umfangreiches Team für den Betrieb und die Instandhaltung unserer Anlagen vor Ort.

Im Moment sind allerdings viele Büros leer, da die Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice arbeiten. Unsere Schichtmitarbeiter sehe ich auch nicht mehr. Auf sie achten wir ganz besonders und haben sie deshalb schon mit Beginn der Pandemie von allen anderen Arbeitsgruppen separiert.

Trotzdem müssen wir uns intensiv abstimmen, um das Kraftwerk sicher zu betreiben. Fast jeder Termin findet jetzt digital statt. So haben wir beispielsweise die gesamten Frühabstimmungen auf MS Teams umgestellt. Dadurch schützen wir sowohl unsere Schichtmitarbeiter, aber auch alle anderen, da die Runde recht groß ist. Das Positive daran ist, dass es uns in puncto Digitalisierung einen riesigen Schritt vorangebracht hat.

Außerdem haben wir eine Vielzahl an kleinen Maßnahmen umgesetzt, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern. So wurden Fremdfirmen und Dienstleister bis vor ein paar Wochen von unseren netten Pförtnern nahezu persönlich begrüßt. Nun erhalten sie ihre Erlaubnisscheine, die sie für den Zutritt auf das Gelände benötigen, kontaktlos über eine Art „Fahrkartenschalter“.

Dennoch lässt sich bei uns im Kraftwerk nicht alles digital lösen. Es müssen weiterhin Partnerfirmen für gesetzlich vorgeschriebene Prüfleistungen, Wartungen und Instandhaltungen kommen. Aber auch da gibt es nur kleine Teams mit maximal zwei Leuten, die sich streng an die Hygiene- und Abstandsregel halten.

2.    Mit welchen Maßnahmen, Vorkehrungen oder Ideen meistern Sie die momentane Situation?

Ich spüre die Mehrbelastung schon deutlich. Da ich neben meinem Job noch ein Studium absolviere, ist nach der Arbeit auch noch nicht Schluss. Dann geht es via Video-Konferenzen weiter. Das ist wirklich herausfordernd. Daher nutze ich die Freizeit zum Joggen oder setze mich aufs Rad. Das gibt mir viel Kraft und sorgt dafür, dass ich ausgeglichen bin. Zudem vermeide ich alle zusätzlichen sozialen Kontakte und auch den öffentlichen Nahverkehr. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit – in einem fast autoleeren Berlin macht das sogar richtig Spaß. Und, wie gesagt, auch auf Arbeit habe ich nur mit sehr wenigen Kolleginnen und Kollegen direkten Kontakt – dann immer mit großem Abstand. Privat treffe ich mich nur noch vereinzelt mit Freunden zum Spazierengehen, zum Glück ist das ja nach wie vor erlaubt. Zudem ist das eine schöne neue Erfahrung für mich. Es ist interessant, dass ich das jetzt öfter mache als zuvor.

3.    Was gibt Ihnen Kraft, Hoffnung und Zuversicht?

Da sich mein Alltag durch meine Arbeit im Kraftwerk nicht so stark verändert hat, wie bei einigen anderen, bin ich von einem Koller weit entfernt.
Ich finde, es ist eine ausgezeichnete Zeit, um die kleinen Dinge des Lebens wieder wertschätzen zu lernen. Wir leben in einem reichen Land und viele Menschen vergessen schnell, das ein Spaziergang oder Telefonat mit Freunden viel mehr wert sein kann, als ein neues Mobiltelefon. Diese neue Dankbarkeit für die kleinen alltäglichen Dinge, die ich bei anderen und bei mir selbst wahrnehme, gibt mir viel Zuversicht, dass wir gemeinsam gestärkt aus der Krise gehen.

 

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