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Plastikabfall – eine Herausforderung für die Gesellschaft

Weltumwelttag der Vereinten Nationen macht auf weltweite Umweltgefährdung durch Verschmutzung mit Plastikabfall aufmerksam.

Eine Million Plastikflaschen werden jede Minute verkauft, 500 Milliarden Plastiktüten jedes Jahr weltweit verbraucht. Plastik macht 10 Prozent des gesamten Abfalls aus, den wir erzeugen. Daher richten die Vereinten Nationen am Weltumwelttag 2018 den Fokus auf Plastik. 

Mülltonne am Strand voller Plastik

„Plastik ist ein Ölprodukt, das bei seiner Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgibt. Wird Plastik in der Natur zurückgelassen, bleibt es bis zu 500 Jahre erhalten", sagt Helle Herk-Hansen, Head of Environment bei Vattenfall. Laut einer von der Ellen MacArthur Foundation veröffentlichten Studie wird ungefähr ein Drittel des Plastikabfalls nicht gesammelt, sondern verbleibt in die Natur – auf dem Land und im Meer – wo es die Ökosysteme schädigt. 

„Für uns als Energieunternehmen mit dem Ziel eine Energieproduktion ohne fossile Brennstoffe innerhalb einer Generation zu ermöglichen, ist die Vermeidung von Plastikabfall ein wichtiges Thema – intern in unseren Bürogebäuden und Produktionsanlagen, beim Betrieb unserer Müllverbrennungsanlagen und bei unserer Zusammenarbeit mit Zulieferern und lokalen Behörden", sagt Helle Herk-Hansen. „Wir können bei unserer Arbeit nicht vollständig auf Kunststoff verzichten. Aber wir können uns darum bemühen, die Menge zu verringern, ihn gegen bessere Alternativen auszutauschen und sicherzustellen, dass wir von den unvermeidlichen Plastikprodukten so viel wie möglich wiederverwerten."  

Beispiel aus den Niederlanden 

Eine solche Lösung hat zum Beispiel Vattenfalls niederländisches Tochterunternehmen Nuon gefunden, als ein Vertrag mit einem neuen Lieferanten für das Catering der niederländischen Büros abgeschlossen wurde und dabei die Bedingung gestellt wurde, in den Betriebsrestaurants Verpackungsmaterial zu vermeiden, indem nicht mehr alles verpackt wird. Außerdem wurden plastikbeschichtete Kaffee-, Tee- bzw. Wasserbecher in den Büros durch Papierbecher ersetzt, die vollständig wiederverwertet werden können. 

Beispiel aus der Windbranche 

Auch das Windenergiegeschäft von Vattenfall hat wichtige Initiativen ergriffen. Das Team von Dutch NoordzeeWind ersetzte 2017 Wasserflaschen aus Plastik durch wiederverwendbare Flaschen. Dadurch werden jährlich rund 5.000 Einwegplastikflaschen eingespart. Und diese Idee verbreitet sich jetzt in andere Teile der Windenergieorganisation in anderen Ländern. So wurden im März auch am Standort Ramsgate in Großbritannien wiederverwendbare Flaschen ausgegeben. Daraufhin hat sich die Menge der verwendeten Wasserflaschen im letzten Dreimonatszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2017 um 1.200 reduziert. 

Beispiel aus Uppsala 

In Uppsala betreibt Vattenfall eine Müllverbrennungsanlage. Hier wird mit der Gemeinde zusammengearbeitet, um die Menge an Plastik im Abfall zu verringern. Der Plastikabfall, der in dem Fernheizwerk zur Energierückgewinnung verwendet wird, führt derzeit zu Emissionen von 120.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich. Das „Klimaprotokoll von Uppsala" ist eine Initiative der Gemeinde, zu der Unternehmen wie Vattenfall, die Provinzialregierung, die Gesundheitsversorgungsregion Uppsala eingeladen sind, zusammenzuarbeiten, um die anspruchsvollen Klimaziele der Stadt zu erreichen: klimaneutral bis 2030 und klimapositiv bis 2050 zu werden, was einer Senkung der Emissionen um mehr als 100 Prozent im Vergleich zu 1990 bedeutet.

Im Rahmen dieses Klimaprotokolls nimmt Vattenfall an dem Projekt „Klimaeffiziente Plastikbeschaffung" teil. Dieses Projekt richtet den Fokus auf eine Änderung der Beschaffungskriterien, mit der die Lieferanten angehalten werden sollen, ihr Angebot an recyceltem und erneuerbarem Plastik zu vergrößern.

Noch ein Beispiel aus Uppsala 

In der Müllverbrennungsanlage in Uppsala werden jedes Jahr Tonnen gefährlicher Abfälle aus dem Gesundheitswesen, von Zahn- und Tierärzten sowie aus Schönheitskliniken vernichtet und damit Energie gewonnen. Dabei machen Einwegartikel aus Plastik rund 80 bis 90 Prozent des Gewichts aus. Und auch der Behälter, in dem diese gefährlichen Abfälle transportiert werden, zählt dazu, da er nicht wiederverwendet werden kann. Ungefähr 200 Tonnen Plastikcontainer wurden im Jahr 2017 verbrannt, was zirka 640 Tonnen lokaler CO2-Emissionen entspricht.

Ein Fließband in der Müllverbrennungsanlage im schwedischen Uppsala transportiert Behälter mit Plastikmüll

Anders Pettersson, der bei Vattenfall Heat Uppsala mit Brennstoffbeschaffung und Sonderabfallentsorgung befasst ist, hat eine Initiative gestartet, um die Plastikbehälter für gefährliche Abfälle gegen eine Variante auf Biobasis auszutauschen. Diese schwedische Erfindung wird derzeit entwickelt und besteht aus einer Bioverbundmasse, die alle technischen Anforderungen für den Transport gefährlicher Abfälle erfüllt. Der Biobehälter verringert die Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu dem derzeit verwendeten Plastikbehälter um 80 Prozent.

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