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Solarenergie vom Dach des Kohlekreislagers in Moorburg

Eine Solaranlage auf dem Kuppeldach eines Kohlekreislagers – weltweit einzigartig: Aus Hamburg-Moorburg kommt nun auch Solarstrom – mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Kohlekreislagers.

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„Die bauliche Situation ist einzigartig“, sagt Stefan Veltrup, Projektleiter für PV@Moorburg, „aber auch eine Herausforderung. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Kuppeldach des Kohlekreislagers zu installieren, hatte noch niemand gemacht. Der Arbeitsbereich für die Installateure ist dort oben sehr eingeschränkt – die Dachneigung beträgt bis zu 47 Grad. Um sicher arbeiten zu können, gehörten zwei ausgebildete Höhenkletterer stets mit zum Arbeitsteam, die jeden Morgen als erste die Sicherungsseile auf der 55 Meter hohen Kuppel für die Kollegen vorbereitet haben.“ 

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Das Heizkraftwerk Moorburg trägt mit seiner Leistung von 1.654 Megawatt wesentlich zur Stromversorgung von Hamburg bei und beliefert zudem einen benachbarten Industriekunden mit Prozessdampf. Die Nennleistung der PV-Anlage von 750 kWp erscheint im Vergleich dazu wenig.

Dennoch ist es für Claus Wattendrup, Vice President Solar & Batteries, ein guter Standort für eine Solaranlage: „Wenn wir uns fragen, was wir selbst tun können, um unsere eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren – was liegt da näher, als auch unsere eigenen Flächen für die Erzeugung von Sonnenenergie zu nutzen? Also haben wir alle in Frage kommenden Flächen angeschaut und geprüft. Am Ende haben wir drei Standorte in den Niederlanden ausgewählt – sowie das Dach des Kohlekreislagers in Moorburg. Wir setzen damit unsere CO2-Roadmap um und zeigen, dass wir es ernst meinen mit unserem Ziel, innerhalb einer Generation Strom ohne fossile Brennstoffe zu erzeugen. Und wir sind stolz darauf, dass wir die Ersten sind, die eine PV-Anlage auf einem Kohlekreislager, also einem Kuppeldach, installieren“, schwärmt Wattendrup.

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Gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen den Business Units

Markus Weissermel, kaufmännischer Geschäftsführer des Heizkraftwerks Moorburg, beschreibt Projekt und Zusammenarbeit so: „Klar ist, eine Solaranlage auf dem Dach macht über Nacht noch lange kein fossilfreies Kraftwerk. Aber wir als BU Heat leisten gerne unseren Beitrag zum Ausbau des Solarenergie-Portfolios von Vattenfall und freuen uns über diese regenerative Erweiterung an unserem Standort. Als die Zusammenarbeit mit der BU Solar & Batteries vor etwa anderthalb Jahren begann, hat uns die Idee begeistert. Also haben wir unsere Flächen zur Verfügung gestellt. Wir mussten auch einige knifflige technische Fragen lösen - zum Beispiel war das Thema Blitzschutz eine schwierige Frage. Auch in der Zusammenarbeit mit den Kollegen der BU Solar & Batteries haben wir viel voneinander gelernt. Wir sind stolz auf unser Vorzeigeprojekt, mit dem wir zeigen können, welche Möglichkeiten man am Standort Moorburg umsetzen kann.“

So viel Sonnenenergie kommt vom Dach

Die Leistung der Anlage auf einem Kuppeldach beträgt 750 KWp. Damit erreicht die Anlage hinsichtlich ihrer Förderfähigkeit durch das Erneuerbare Energien-Gesetz die optimale Größe. Die Einspeisung des erzeugten Stroms erfolgt direkt in das vor Ort vorhandene 10 kV-Netz. Im nächsten Jahr soll die vorhandene PV-Anlage durch Installation weiterer Module auf dem Dach des zweiten Kohlekreislagers auf die doppelte Leistung von insgesamt 1.500 kWp erweitert werden.

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Effiziente Nutzung von Infrastruktur

Eine Solaranlage in bestehende Infrastruktur einzubinden, bedeutet eine effiziente Nutzung von Ressourcen. An den drei Kraftwerksstandorten in den Niederlanden - Velsen, Eemshaven und Hemweg - beträgt die Solarkapazität insgesamt 10 Megawatt. Darüber hinaus ist 2019 Baubeginn für 40 Megawatt am Windpark Haringvliet. Am Windpark Cynog in Wales ist seit 2016 die erste Anlage dieser Art in Betrieb.   

 


Daten & Fakten

  • Anzahl der Solarpaneele: 2.448
  • Nennleistung: 750 kWp je Kohlekreislager
  • Ertrag pro Jahr: 700 MWh – 200 bis 250 Einfamilienhaushalte könnten damit versorgt werden
  • Ertrag für die gesamte Laufzeit: ca. 18 GWh
  • Potenzial für CO2-Einsparung: rund 10.000 Tonnen (über die gesamte Laufzeit)

 

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