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Bleilochtalsperre zum ersten Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Thüringen ernannt

Am 16. September 2016 wird die Bleilochtalsperre bei Schleiz als erstes Thüringer Bauwerk in die Reihe der Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunstaufgenommen. Die Auszeichnung wird von der Bundesingenieurkammer und der Ingenieurkammer Thüringen in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, verliehen. Mit einem Stauvolumen von 212,9 Mio. m³ Wasser ist die Bleilochtalsperre die größte Talsperre in Deutschland. Die Bauvorbereitungen für die Talsperre begannen ab 1925, ihre Fertigstellung erfolgte im Jahr 1932. Die Bleilochtalsperre ist die erste Stufe der nahezu 80 km langen, fünffach gestuften Saalekaskade.

Anlässlich der Titelverleihung sagt Dipl.-Ing. Elmar Dräger, Präsident der Ingenieurkammer Thüringen: „Die Bleilochtalsperre ist ein beeindruckendes Ingenieurbauwerk, das seit seiner Fertigstellung im Jahr 1932 einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, zur Trink- und Brauchwassergewinnung und zur Stromerzeugung leistet. Der Bau der Talsperre war eine technische Meisterleistung, die wesentlich zur Weiterentwicklung des Talsperrenbaus beigetragen hat.“

Die zwischen 1926 und 1932 erbaute Staumauer war die erste in Deutschland, die aus Gussbeton ohne Blocksteineinlagen gebaut wurde. In jahrelangen Voruntersuchungen wurde von den planenden Ingenieuren die geeignete Betonmischung für die Talsperre entwickelt. Beim Bau wurde der Beton auf einer zweigeschossigen Betonierbrücke hergestellt und über bis zu 40 Meter lange Fallrohre und sog. Gießflieger verteilt. Das Betoniersystem war mit einer maximalen Tagesleistung von 1.514 m³ Beton für damalige Verhältnisse äußerst leistungsfähig.

Peter Apel, Geschäftsführer der Vattenfall Wasserkraft GmbH & Co KG, sagt: „Wir freuen uns und sind sehr stolz, dass die Talsperre Bleiloch heute die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst erhält. Denn welches Attribut würde besser zu dieser Anlage passen als dieses? Die Talsperre ist in der Tat eine historische Ingenieurleistung und erfüllt bereits seit mehr als 80 Jahren zuverlässig ihren Dienst zum Nutzen für die Umwelt und für die Menschen in der Region.

Das zur Bleilochtalsperre gehörige Pumpspeicherwerk Bleiloch ist ebenfalls seit 1932 in Betrieb (siehe auch angehängtes Datenblatt). Es erzeugt heutzutage eine jährliche Strommenge, die rechnerisch dem Jahresbedarf von rund 15.000 deutschen Haushalten entspricht. Seit seiner Inbetriebnahme hat das PSW Bleiloch insgesamt rund 6,5 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Lutz Wiese, lutz.wiese@vattenfall.de
Vattenfall GmbH, Pressesprecher Telefon: +49 30 8182 2332

Caroline Illhardt, c.illhardt@ikth.de
Ingenieurkammer Thüringen
Telefon: +49 361/2 28 73-34, Fax: +49 361/2 28 73-50 

Aus Anlass der Titelverleihung gibt die Bundesingenieurkammer ein Buch über die Bleilochtalsperre heraus. Das reich bebilderte, 100 Seiten umfassende Werk (ISBN 978-3-941867-21-5) wurde von Prof. Helmut Martin verfasst und erscheint als Band 19 der Schriftenreihe  Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Es und kann bei der Bundesingenieurkammer (www.bingk.de/order-hw) oder über den Buchhandel bestellt werden. 

Daten und Fakten des Pumpspeicherwerks Bleiloch

Inbetriebnahme des Pumpspeichers

1932

Gesamtleistung

80 MW

Erzeugte Strommenge

6,5 TWh seit Inbetriebsetzung

Nennleistung Turbinenbetrieb

2 x 40 MW

Nennleistung Pumpbetrieb

2 x 36 MW

Art des Oberbeckens

Talsperre / Stausee

Stauraum

212,90 Mio. m3

Höhe der Staumauer

65 m

Kronenlänge

208 m

Oberer Betriebsstau

410 m ü. NN

Unterer Betriebsstau

398,00 m ü NN

Arbeitsvermögen

460 Megawattstunden (MWh)

Gesamtstauraum des Unterbeckens

6,5 Mio m³

Art der Maschinensätze

Pumpspeichersatz (horizontale Bauart)

Anzahl

2

Turbine

F 16

Bauart

Francis

Turbinen-Nenndurchfluss

45 m³/s

Pumpen-Nenndurchfluss

25 m³/s

Generatortyp

Motor-Generator

Art

Synchronmaschine

Leistung

50 MVA

Spannung

10,5 kV

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