Die Nachfrage nach fossilfreien Produkten und Dienstleistungen steigt

Am Anfang des neuen Jahres hat Vattenfall CEO Anna Borg der Deutschen Presse-Agentur dpa ein Interview gegeben. Im Gespräch mit Wirtschaftsredakteur Matthias Arnold äußert sie sich zur europäischen Marktentwicklung in der Energiebranche, zum deutschen Kohleausstieg und dem Kraftwerk Moorburg oder zum Berliner Stromnetz. Lesen Sie hier die kompletten Statements.

Vattenfall - CEO Anna Borg

Anna Borg, Präsidentin und CEO von Vattenfall

Zum Thema Nachfrage und Marktentwicklung

«Es gibt natürlich einen gewissen regulatorischen Schub hin zu nachhaltigen Lösungen. Wir sehen auch, dass die Kosten für fossilfreie und nachhaltige Technologien sinken. Die Preise für CO2-Emissionen steigen, gleichzeitig steigt die Nachfrage der Kunden nach CO2-freien Lösungen und auch die Bereitschaft, dafür zu zahlen.»

«Wir sollten aber auch nicht annehmen, dass sich alles reibungslos in diese Richtung weiter entwickelt. Es wird Verzögerungen auf diesem Weg geben und die verschiedenen Länder werden unterschiedliche Wege nutzen, ihre nationalen Ziele, die europäischen Ziele und das Paris-Abkommen miteinander zu vereinbaren. Das gestaltet sich von Land zu Land unterschiedlich.»

«Um diese Dinge weiter voran zu treiben, braucht es klare regulatorische Rahmenbedingungen, denn in den meisten Fällen sind langfristige Investitionen notwendig. Auch Nachhaltigkeits-Standards, vorzugsweise auf europäischer Ebene, aber mindestens auf nationaler, werden diese Entwicklung voranbringen.»

«Die Nachfrage nach fossilfreien und nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen nimmt zu. Und insbesondere Großkunden mit eigenen Geschäftskunden sind inzwischen bereit, dafür auch zu bezahlen. Denn auch sie müssen ihr Geschäft dekarbonisieren und in vielen Fällen ist Elektrifizierung dafür die Antwort.»

«Das gilt für viele traditionelle Industrien wie Stahl-, Chemie- oder Zementbranche. Das gilt aber auch für moderne Wirtschaftszweige wie beispielsweise Rechenzentren.»

Über den Kohle-Ausstieg in Deutschland

«Ich denke, dass das Auktions- und Kompensationssystem für Steinkohlekraftwerke den Transformationsprozess sicherlich beschleunigen wird.»

«Die Entscheidung, in Deutschland aus der Kohle auszusteigen, hat uns natürlich dazu bewogen, mit dem Standort Moorburg an der Auktion teilzunehmen.»

«Moorburg ist erst seit 2015 im Betrieb, wobei die Entscheidung für die Investition in das Kraftwerk natürlich sehr viel früher gefallen ist. Hätten wir damals gewusst, was wir heute wissen, hätte es diese Entscheidung so nicht gegeben.»

Die Rolle der Atomkraft in der Zukunft

«Angesichts der erheblichen Kraftwerksleistung, die in Europa nach und nach vom Netz gehen wird, bin ich mir sicher, dass die Kernkraft noch für Jahrzehnte eine wichtige Rolle spielen wird. Aus Vattenfall Sicht planen wir allerdings keine weiteren Investitionen in große Kernkraftwerke. Damit sich solche Großinvestitionen rechnen, müssen sie 40, 50 Jahre am Netz sein. Das ist aus finanzieller Sicht heutzutage einfach zu riskant.»

«Ich glaube, dass die Kernkraft noch für eine sehr lange Zeit ein Teil des weltweiten Energiemixes bleiben wird.»

Berliner Stromnetz – das Land muss eine Entscheidung treffen

«Hinsichtlich der Konzession und unseren Aktivitäten in Berlin gab es einige Unstimmigkeiten zwischen uns und dem Land Berlin. Das und die fehlende Klarheit sind nicht gut fürs Geschäft.»

«Wir haben dem Land Berlin deshalb ein Angebot gemacht und wir warten noch auf die Antwort. Bevor wir weitere Schritte unternehmen können, muss dort eine Entscheidung getroffen werden.»

 

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