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Die Volatilität der Strommarktpreise nimmt zu

Strategisch kluge Energiebeschaffung gewinnt in Zeiten stark schwankender Preise am Großhandelsmarkt zunehmend an Bedeutung. Klimaziele nehmen dabei ebenso Einfluss wie politische Veränderungen und Gesetze. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, langfristig den Energiebedarf verlässlich zu sichern, jederzeit volle Kontrolle zu haben und das zu bestmöglichen Preisen.  

Mit einmal ausgehandelten Preisen haben Unternehmen zwar Planungssicherheit, profitieren allerdings nicht von den volatilen Marktpreisen. Ein guter Preis ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Die Chance, bestmöglich einzukaufen, erhöht sich mit der Zahl der Einkaufszeitpunkte und dem Kauf in Tranchen, kurz mit professioneller Energiebeschaffung. Wie größere Unternehmen dies für sich nutzen können, erklärt Gunnar Richter, Leiter Produktmanagement B2B, im Interview.  

Portrait von Gunnar Richter, Leiter Produktmanagement B2B bei Vattenfall

Gunnar Richter, Leiter Produktmanagement B2B Vattenfall


1.   Herr Richter, welche Faktoren werden in den nächsten Jahren Einfluss auf den Energiepreis haben? 

Gunnar Richter: Der Preis, mit dem CO2-Emissionen belegt werden sowie der weitere Umbau des Erzeugungssystems hin zu Erneuerbaren werden den größten Einfluss haben. Der Preis ist dann entweder sehr niedrig, weil die Erneuerbaren zum Grenzpreis Null die Nachfrage decken oder sehr hoch, weil die mit stetig steigenden CO2-Kosten belegte Gasproduktion den Preis setzt.   
 
2.   Was bedeutet das für Ihre Kunden? 

Die Volatilität der Strommarktpreise wird weiter zunehmen, so dass der Stromeinkauf an nur einem einzigen Tag größeres Risiko birgt. Eine Verteilung des Einkaufs auf mehrere Tranchen bietet über einen längeren Zeitraum die Chance, einen niedrigeren Preis zu erzielen. Wir nennen das “strukturierte Beschaffung”.  
Unternehmen mit einem Stromverbrauch ab zehn Gigawattstunden sollten diese Art der Beschaffung in Erwägung ziehen. Das können zum Beispiel Handels- oder Hotelketten mit einer größeren Anzahl Filialen und dem Ziel eines minimalen Strompreises sein. Aber auch für größere Immobilienwirtschaftsunternehmen ist das geeignet, da diese für ihre Nebenkostenabrechnung Interesse an einem wenig angreifbaren Durchschnittspreis haben.  
Dazu bieten wir unseren Kunden eine professionelle Markteinschätzung mit Kommentierung der aktuellen Börsenpreise an. Und selbstverständlich erhält der Kunde volle Transparenz über seine Transaktionen. 
 
3.   Beim Energieeinkauf spielt nicht nur der Preis eine Rolle, sondern auch die Nachhaltigkeit. Wie sind die Erwartungen hinsichtlich der Vergrünung? 

Wir erwarten, dass zunehmend Grünstrom höherer Qualität nachgefragt wird. Die Vergrünung wird dann mit Zertifikaten aus neuen Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien möglichst in räumlicher Nähe zum Kunden, erfolgen. Und als weitere Steigerung schließen Grünstromerzeuger und Großverbraucher vermehrt direkt eine langfristige Vereinbarung zum Bezug von ungefördertem Grünstrom, wie beispielsweise jüngst Vattenfall und Bosch zum Solarpark „Kogel-Leizen“. 

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