Onshore-Windpark am Ufer des Sees Juktan in Schweden

Erste neun Monate 2022: Stabiles Ergebnis in unruhigen Zeiten

Das dritte Quartal war von Turbulenzen auf den Märkten geprägt und es herrschen große Unsicherheiten vor dem kommenden Winter. Die Finanzlage von Vattenfall ist jedoch stark und das bereinigte Ergebnis für den Berichtszeitraum war stabil.

Anna Borg, President und CEO von Vattenfall, kommentiert den Zwischenbericht für Januar bis September 2022:

„Aus Anfragen an unseren Kundensupport und aus der öffentlichen Diskussion wissen wir, dass viele unserer Kunden vor dem kommenden Winter verunsichert sind. Vattenfall beteiligt sich aktiv an Initiativen und Gesprächen, die dazu beitragen können, die Auswirkungen der aktuellen Situation abzumildern. So unterstützen wir unsere Kunden beispielsweise mit Beratungsangeboten zum Thema Energiesparen und verschiedenen Vertragsarten. Der Energieverbrauch in Europa muss kurzfristig gesenkt werden, insbesondere in Spitzenzeiten, da sich ein geringerer Stromverbrauch nicht nur günstig auf die Energierechnungen der Kunden auswirkt, sondern auch zu niedrigeren Marktpreisen für Strom beiträgt.

Große Marktunsicherheit nach dem Sommer

Die Strommarktpreise schwanken nach wie vor stark auf historisch hohem Niveau. Die hohen Preise für Brennstoffe sind weiterhin der Haupttreiber der Strompreise auf dem europäischen Festland. In Deutschland und den Niederlanden waren sie drei- bis viermal höher als im dritten Quartal 2021. In den skandinavischen Ländern, vor allem in Südschweden, wurden die Preise durch die Situation in Mitteleuropa beeinflusst, aber auch ungünstige Wetterbedingungen und Windverhältnisse hatten vor allem im August negative Effekte. Auch wenn die Brennstoff- und Strompreise aktuell etwas zurückgegangen sind, bleibt die Lage angespannt. Die Verzögerung bei der Wiederinbetriebnahme von Ringhals 4 ist in dieser Situation besonders unglücklich. Der Reaktor wird voraussichtlich am 31. Januar 2023 wieder ans Netz gehen.

Stabiles Ergebnis und gute Finanzlage

Der Gewinn sank im Berichtszeitraum um 24,9 Mrd. SEK auf 17,0 Mrd. SEK. Dies ist vor allem auf größere positive Einmaleffekte im Jahr 2021 durch die Veräußerung von Stromnetz Berlin und die Entschädigung für die vorzeitige Stilllegung der Kernkraftwerke in Deutschland zurückzuführen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 1,8 Mrd. SEK auf 23,8 Mrd. SEK, was vor allem auf unser Windgeschäft zurückzuführen ist.

Auch unser Vertriebsgeschäft entwickelte sich gut, da sich die Kunden zunehmend für Vattenfall entschieden, weil wir als integrierter Energieversorger besser in der Lage sind, mit Marktunsicherheiten umzugehen. Die Unterschiede zwischen den Preisregionen wirkten sich jedoch weiterhin negativ auf unser skandinavisches Energieportfolio aus. Mit Blick auf die Zukunft sehen wir erhebliche Unsicherheiten bei den Kosten für Zwischenprodukte und Brennstoffe sowie höhere Kreditrisiken bedingt durch die Marktlage.

Mehrere Marktteilnehmer sind durch erhebliche Abflüsse von Margen im Zusammenhang mit Terminkontrakten in Schwierigkeiten geraten. Vattenfall verzeichnete einen Nettozulauf an Margenausgleichen und unsere Finanzlage ist stark. Um diese starke Finanzlage zu sichern, sind wir derzeit damit beschäftigt, unsere Geschäftsabläufe zu optimieren und präventiv zusätzliche Liquiditätspuffer aufzubauen, um künftige Abflüsse bewältigen zu können.

Weitere Investitionen in neue Energie sind wichtig

Im Laufe des Quartals nutzte Vattenfall seine Option zur Weiterentwicklung des Windparks N-7.2 vor der deutschen Nordseeküste, der voraussichtlich eine Menge an fossilfreiem Strom erzeugen wird, die dem Jahresstromverbrauch von über einer Million Haushalten entspricht. In den Niederlanden sind inzwischen alle Fundamente installiert, und der erste Strom wurde von Hollandse Kust Zuid geliefert, der nach seiner Inbetriebnahme im nächsten Jahr der weltweit größte Windpark sein wird. Bei unserer HYBRIT-Partnerschaft für fossilfreien Stahl ist nun die Pilotanlage für die Wasserstoffspeicherung in Betrieb gegangen und die Testergebnisse zeigen, dass die Qualität von fossilfreiem Eisenschwamm, der über das HYBRIT-Verfahren hergestellt wird, höher ist als die seines fossilen Gegenstücks.

Unsere Gesellschaft braucht sicheren und fossilfreien Strom, der erschwinglich ist. Auch Sektoren wie Verkehr und Industrie müssen elektrifiziert werden, nicht zuletzt um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Daher ist es wichtiger denn je, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen und die notwendigen Schritte für eine dekarbonisierte Zukunft unternehmen. Vattenfall leistet dazu seinen Beitrag, indem wir in alle Arten von fossilfreier Stromerzeugung und Stromnetzen investieren.“

Anna Borg
CEO 

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