Erprobung von „Dancing Rods“ in der Praxis

Vattenfall testet neue, verhaltensbasierte Leitsysteme, um die Fischwanderung an Wasserkraftwerken zu verbessern.

Kurzinformation

  • Stångån (Linköping) und Stämmemad
  • Rapfen, Aal und weitere Fischarten
  • Sicherer Fischdurchgang durch den Einlaufkanal
  • Fortlaufend

Die Lösung wurde bereits zweimal im groß angelegten Labor von Vattenfall für umweltbezogene und hydraulische Experimente im Bereich Wasserkraft (Laxeleratorn) getestet – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Bunte Kunststoffstäbe, in einer Reihe aufgehängt. Foto: Johan Gunséu.

Im ersten Feldversuch wurde im Fluss Stångån in Linköping eine 12 Meter lange Barriere mit 80 sogenannten „Dancing Rods“ installiert. Der Standort ist ideal, da er für seine Fischbestände bekannt ist, darunter Arten wie Rapfen und Aal, aber auch, weil dort bereits ein Fischzähler installiert ist und eine enge Zusammenarbeit mit Tekniska verken besteht, dem Eigentümer des Wasserkraftwerks.

„Dancing Rods“ sind flexible Stäbe, die sich mit der Strömung bewegen. Sie sind als Barriere konzipiert, die Fische sicher zu vorgesehenen Fischdurchlässen am Kraftwerk vorbei leitet. Die Barriere wurde mithilfe von Kameras überwacht, um das Verhalten der Fische zu analysieren und festzustellen, ob sie den Stäben folgen und gezielt eine vorgesehene Öffnung passieren oder ob sie versuchen, direkt zwischen den Stäben hindurch zuschwimmen.

Während der aktuell eingesetzte Prototyp aus Kunststoffschaum besteht, untersucht Vattenfall gemeinsam mit dem Unternehmen Cellufy derzeit biologisch abbaubare Materialalternativen. Ziel ist es, wirksame und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln, die wandernde Fische unterstützen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die fossilfreie Wasserkraftproduktion minimieren.

Im Jahr 2026 ist das Wasserkraftwerk Stångån aufgrund von Reparaturarbeiten außer Betrieb; die Versuche werden daher im Jahr 2027 fortgesetzt. Währenddessen werden die Feldtests 2026 am Wasserkraftwerk Stämmemad im Fluss Viskan weitergeführt. Dort wird eine 15 Meter lange Barriere quer durch den Einlaufkanal des Kraftwerks installiert, um die Fische zu einem kleineren, naturnahen Umgehungsgerinne zu leiten, das einen sicheren Durchgang ermöglicht. Im Laufe des Jahres werden unterschiedliche Typen und Designs getestet – beispielsweise verschiedene Materialien sowie unterschiedliche Abmessungen der Stäbe, um ein besseres Verständnis der Wirksamkeit unter verschiedenen Abfluss- und Witterungsbedingungen zu gewinnen.

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