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Wärmeleitwarte: Grüne Welle für Fernwärme

Die Berliner Fernwärme wird von der Wärmeleitwarte in Prenzlauer Berg gesteuert. Nur wenige haben die Gelegenheit, einen Blick in die Leitwarte zu werfen. Deshalb übernehmen wir das heute einmal für Sie.

In dem ovalen Raum der Berliner Wärmeleitwarte herrscht konzentrierte Stille. Mehrere Mitarbeiter kontrollieren ein Dutzend Computerbildschirme und einen großes, leuchtendes Display, das das Berliner Fernwärmenetz abbildet. Der zehn Meter breite Netzplan erinnert an eine Verkehrsleitzentrale. So falsch ist der Vergleich nicht. Nur dass es keine Fahrzeuge sind, die sich über die Trassen bewegen, sondern einige Millionen Liter Fernwärmewasser.

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Die Wärmewarte, wo das Herz der Berliner Fernwärmeversorgung schlägt, Foto: Vattenfall

Die Rohre sind so etwas wie die Stadtautobahnen, die Pumpstationen fungieren als Kreuzungen. Manchmal gibt es auch Umleitungen, Sackgassen oder Unfälle. Zum Beispiel weil ein Bagger bei Bauarbeiten ein Rohr beschädigt hat. Dadurch kommt es zu einem Druckabfall, der sofort auf dem Netzplan angezeigt wird. Dann zoomen sich die Kollegen der Wärmeleitwarte durch ihre Karte, bis sie die Stelle gefunden haben und regeln die Umleitung. Der „Fernwärmeverkehr“ nimmt dann einen anderen Weg. Meistens fließt er ruhig und ohne Probleme, wie bei einer gut getakteten, grünen Welle.

Fernwärme: Spitze auch in Spitzenzeiten

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Über riesige Monitorwände wird der Fernwärmeverlauf genauestens verfolgt und kontrolliert. Foto: Vattenfall

Mit mehr als 100 Grad schießt das Fernwärmewasser aus den Berliner Heizkraftwerken in die Rohre. Die Wandkarte in der Wärmeleitwarte zeigt an, wie viel gerade aus welcher Anlage kommt: 6.300 Kubikmeter pro Stunde vom Kraftwerk Klingenberg, 7.200 aus dem Heizkraftwerk Mitte, 4.300 aus dem Heizkraftwerk Reuter West und so weiter. Bei großer Kälte wird der Druck erhöht, damit mehr Wärme in die Gebäude strömen kann. Besonders hoch schießt der Verbrauch vor allem zu Wochenbeginn im Winter, wenn die Büros überall möglichst schnell wieder warm werden sollen.

Für das Team der Wärmezentrale gehören solche Spitzenzeiten zum Alltag und führen keineswegs zu erhöhtem Puls. Die Mitarbeiter sind stolz darauf, die umweltfreundliche Fernwärme zu mehr als einer Millionen Berliner Haushalte zu leiten.

Zahlen und Fakten zur Berliner Fernwärme: 

  • Wärmeversorgte Wohneinheiten: rund 1,2 Millionen
  • Anzahl der Heizkraftwerke: 11
  • Anzahl der Blockheizkraftwerke: 86
  • Länge der Rohrleitungen: 1.940 Kilometer
  • Anzahl der Netzstationen: 75
  • Wachstum pro Jahr (durchschnittlich):
    – Länge der Rohrleitungen 20 bis 25 Kilometer
    – Zuwachs versorgter Wohnungen 20.000

 

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Experte Alf Geßner

Ich wurde in Berlin geboren und bin hier aufgewachsen. Nach dem Abitur habe ich Maschinenbau studiert. Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen und bin während dieser Zeit „der Wärme“ immer treu geblieben. Ob Betrieb, Technik oder Vertrieb – in allen Bereichen habe ich schon gewirkt. Derzeit bin ich für den Ausbau der Fernwärmeverteilung und den Betrieb der Fernwärmeanlagen in Berlin verantwortlich. Eines meiner spannendsten Projekte derzeit besteht darin, mit der Wärmeleitwarte den Einsatz der Kraftwerke und das Fernwärmenetz zu steuern. Für die Zukunft haben wir geplant, das Fernwärmenetz smart zu gestalten.

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