Wohnhäuser der GESOBAU im Eichhorster Weg
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Jörg Franzen zum klimaneutralen Wärmevertrag für Deutschlands größte Niedrigenergiesiedlung

Seit Januar versorgen die Vattenfall Wärme Berlin und die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU rund 13.500 Wohnungen im Märkischen Viertel mit klimaneutraler Wärme – und zwar zu 100 Prozent und ohne Mehrkosten für die Mieterinnen und Mieter. Bundesweit eine Besonderheit. Die Wärmeversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen ist ein Ergebnis der „Klimapartnerschaft für eine klimaneutrale Zukunft im Märkischen Viertel“ aus dem Jahr 2010. Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU, hat diese Partnerschaft gemeinsam mit Vattenfall und der damaligen Umweltsenatorin Katrin Lompscher auf den Weg gebracht und unterschrieben. Für ihn stand das Ziel schon früh fest: Die größte Einzelbestandsmarke des Unternehmens klimaneutral umzugestalten – lange vor dem bundesweit avisierten Jahr 2050.

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Jörg Franzen, Vorsitzender des Vorstands 
der GESOBAU AG

1. Herr Franzen, was hat für Sie den Ausschlag gegeben, eine Klimapartnerschaft mit der Vattenfall Wärme Berlin einzugehen?

Jörg Franzen: „Wir sehen uns mit unseren Objekten, Bestand wie Neubau, in einer energetischen Vorbildfunktion für die wachsende Hauptstadt. Das Märkische Viertel, das immerhin von mehr als 30.000 Menschen bewohnt wird, ist damit Teil unserer quartiersbezogenen Ansätze zur CO2-Minderung, wie beispielsweise die Möglichkeit, unseren Mieterinnen und Mietern klimafreundliche, CO2-neutrale Wärme anzubieten. Für dieses Angebot ist die Klimapartnerschaft mit Vattenfall ausschlaggebend: Im Mai 2010 haben die GESOBAU und Vattenfall, damals vertreten durch die Fernheizwerk Märkisches Viertel GmbH, den KlimaSchutzPartner-Preis von der IHK verliehen bekommen. Prämiert wurden wir in der Kategorie „Erfolgversprechende innovative Ideen und Partnerschaften“, also Projekte, die sich beispielhaft mit dem Thema Energieeinsparung auseinandersetzten.“

2. Was beinhaltet diese Partnerschaft?

„Bereits im September 2009 haben die GESOBAU und die Vattenfall Europe Wärme AG eine Grundsatzvereinbarung zur Sicherstellung der langfristigen Versorgung des Märkisches Viertels mit Wärme aus regenerativen Energien unterzeichnet. 2011 wurde das dort angesiedelte und mit Erdgas betriebene Fernheizwerk zu einem Heizkraftwerk umgebaut, das durch den Einsatz von Biomasse in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Ökostrom erzeugt und große Teile der Wärmeversorgung für das Quartier liefert. Schon 2008 haben wir damit begonnen, das gesamte Viertel energetisch zu modernisieren und mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Großsiedlung investiert. In 10.000 Haushalten haben wir zudem intelligente Stromzähler eingebaut, mit denen unsere Mieterinnen und Mieter den eigenen Stromverbrauch besser steuern können. Mit Erfolg: Seit Abschluss der Baumaßnahmen 2015 spart das Viertel jährlich rund 39.000 Tonnen CO2 ein. So wurde aus unserem Märkischen Viertel Deutschlands größte Niedrigenergiesiedlung.“

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Wohnhäuser der GESOBAU im Eichhorster Weg

3. Die GESOBAU ist in Berlin Vorreiter in Sachen klimaneutrales Wohnen. Was sind Ihre weiteren Pläne für das Märkische Viertel und die anderen von Ihnen bewirtschafteten Quartiere?

„Die einzigartige Architektur des Märkischen Viertels stellt uns in Bezug auf eine flächendeckende innovative Energieversorgung vor gewisse Herausforderungen – beispielsweise ist solare Strahlungsenergie für das Viertel nicht ohne weiteres möglich. Wir haben in Berlin einen Bestand von rund 42.000 Wohnungen, viele davon in zusammenhängenden Quartieren. Deswegen bauen wir die Zusammenarbeit mit Vattenfall weiter aus. Zudem haben wir Ende 2017 die „Verständigung über die Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Berliner Wohnungswirtschaft und den Berliner Stadtwerken bei der Entwicklung von PV-Mieterstrom“ unterzeichnet. Dass die Versorgung von Haushalten mit Photovoltaikanlagen möglich ist, zeigt unser Projekt in Pankow, in dem wir bzw. unsere Mieterinnen und Mieter seit 2016 Sonnenenergie vom Dach in Strom umwandeln. Außerdem haben wir Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen, die ebenfalls richtungsweisend für zukunftsfähiges Wohnen sind.“

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