Staumauer am Ausgleichsbecken in Eichicht

Hochwasserschutz durch Saalekaskade

Der Hochwasserschutz wird an den Saaletalsperren ganzjährig betrieben. Mit Hilfe der Saaletalsperren kann die Hochwasserwelle aus dem Einzugsgebiet gemindert und anschließend kontrolliert in die freie Saale abgegeben werden. Wie das funktioniert, erklärt Journalist Jens Voigt in einem Beitrag in der Ostthüringer Zeitung.  

Staumauer am Ausgleichsbecken in Eichicht

Saalehochwasser: Die Staumauer am Ausgleichsbecken in Eichicht ist die letzte der Saale-Kaskade. Hier schießt das Saale-Wasser durch die geöffneten Grundablässe. Foto: Klaus Moritz

Der folgende Text ist zuerst in der Ostthüringer Zeitung erschienen:  
 
Hochwasserschutz per Talsperre scheint simpel: Einfach so lange unten weniger rauslassen als oben rein fließt und hoffen, dass nichts über den Damm geht. Aber wie hantiert man mit einem System aus sechs Talsperren, Oberbecken und freiem Flusslauf, 80 Kilometer lang, 19 Quadratkilometer Wasserfläche - nämlich mit der Saalekaskade? 
 
Für die ist Martin Loga zuständig, Leiter des Kraftwerksmanagements der Vattenfall Wasserkraft GmbH. Hochwasserschutz ist Staatssache, weshalb für die Wasserabgabe „unten" , am Ausgleichbecken Eichicht, Loga und seine Leute den Anweisungen aus dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu folgen haben. Dessen Präsident Mario Suckert hatte nach der Starkregen-Nacht Ende Juli 2021 stolz erklärt, dass ohne das kundige Regelregime seiner Behörde das Vierfache der nun eingetroffenen Wassermenge aus der Saale heraus durch Städte wie Rudolstadt oder Jena geschwappt wäre. 
 
Peter Apel, Chef der deutschen Wasserkraftsparte von Vattenfall, hat davon gehört, letztlich sorgen seine Leute im gesamten Kaskadensystem dafür, dass der Pegel Eichicht gut steuerbar bleibt. „Wir haben über etliche Tage nicht der Energieerzeugung, sondern dem Hochwasserschutz Vorrang eingeräumt", betont Apel. "Da lassen wir keine Luft ran.". 
 
Für Martin Loga und seine Leute bedeutet ein drohendes Hochwasser, vor allem in den beiden Großspeichern Bleiloch und Hohenwarte Platz zu schaffen. 35 Millionen Kubikmeter beträgt der vorgeschriebene Hochwasser-Rückhalteraum für beide Stauseen zusammen, das wären etwa zwei Meter Füllmenge bis zur Oberkante. Aber so einfach ist es nur, wenn beide Talsperren uneingeschränkt zur Verfügung stehen und das Hochwasser nur als steigender Pegel bei Blankenstein einläuft, erzählt Martin Loga: „Dann nehmen wir in der Bleiloch auf und geben nach unten weiter, bevor der gewöhnliche Rückhalteraum gefüllt ist."  Die große Mehrzahl der Zulauf-Spitzen lasse sich so abfangen, ohne die Abgabe aus dem Ausgleichbecken Eichicht nennenswert zu erhöhen. Anders liegt der Fall, wenn es zudem über und um die Saalekaskade aus Strömen gießt, dann nährt sich das Hochwasser zusätzlich aus Dutzenden Bächen. „Wie viel Wasser dann sozusagen von der Seite einfließt, liegt für uns in einer Grauzone", bekennt Martin Loga. 
 
Sicherheitshalber werden deshalb im Falle örtlicher Starkniederschläge beide Großsperren unabhängig voneinander aufgefüllt. „Wir geben dann kein zusätzliches Wasser flussabwärts, sondern versuchen, mit den örtlichen Reserven auszukommen", so Martin Loga. Dann werden also auch die kleineren Talsperren wie Burgkhammer, Walsburg und Eichicht bis zum Anschlag gefahren, notfalls unter Einbeziehung der Pumpspeicher-Oberbecken Löhma und Wisenta. 

Mehr zum Thema:

→ Energie aus Wasserkraft 
→ Ein Blick in die Staumauer 
→ Vattenfall vergrößert Hochwasserschutzraum an Saale-Kaskade 
→ Bleilochtalsperre - Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst 

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