Solarparks können die Biodiversität erhöhen

Mit der richtigen Planung und ökologischen Strategie können Solarparks dazu beitragen, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu erhöhen. 

2020 und 2021 wird Vattenfall rund 50 Millionen Euro in Solarenergie und Energiespeicherlösungen investieren. Bei der Entwicklung eines Solarparks werden verschiedene Maßnahmen in das Projekt integriert, die die Ökologie und Biodiversität stärken. „Unser Ziel sind immer Konstruktionen, die mit der Natur im Einklang stehen“, sagt Environment Manager Puck Sanders, der innerhalb des Windbereichs in den Niederlanden tätig ist. Das Solar Development Team berücksichtigt im Hinblick auf die natürlichen Bedingungen drei Elemente: die Auswahl des Standorts, die Konstruktion des Solarparks und die Verfolgung einer ökologischen Strategie.  

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Puck Sanders. Als Environment Manager sorgt er dafür, dass Vattenfall während der Entwicklung von Solarparks mit den betroffenen Stakeholdern spricht und deren Interessen berücksichtigt werden. 

Schritt 1: Auswahl des Standorts

„Vattenfall hält sich an die Richtlinien des ‚Onshore Solar Code of Conduct‘, des Verhaltenskodex für Onshore-Solarenergie, der vom Branchenverband Holland Solar veröffentlicht wurde. Das bedeutet, dass wir keine Projekte innerhalb von Natura 2000, einem EU-weiten Netz von Schutzgebieten, realisieren und immer im Dialog mit der unmittelbaren Umgebung sowie mit anderen Stakeholdern arbeiten, um herauszufinden, wie wir ein Projekt so effektiv wie möglich in die Landschaft integrieren können“, sagt Puck Sanders. Als Environment Manager sorgt er dafür, dass Vattenfall während der Entwicklung von Solarparks mit den betroffenen Stakeholdern spricht und deren Interessen berücksichtigt werden. 

Meistens zieht das Solar Development Team los, um einen geeigneten Standort zu finden, doch es kann auch vorkommen, dass es von Dritten kontaktiert wird, die bereits einen idealen Standort gefunden haben und einen Partner suchen. „Da im Moment überall in den Niederlanden regionale Strategien basierend auf dem Nationalen Klimaabkommen entwickelt werden, begeben sich viele Gemeinden auf die Suche nach potenziellen Standorten für Solarparks. Diese Standorte schauen wir uns dann an, um zu bestimmen, welche technisch und wirtschaftlich am tragfähigsten sind – und wie gut eine Anlage dort in die Landschaft integriert werden könnte“, sagt Puck Sanders.   
 
Letztlich können alle Parteien, die an einem Solarpark-Projekt beteiligt sind, nur gewinnen. Vattenfall liefert grüne Energie, der Eigentümer des Landes, auf dem der Solarpark gebaut wird, erhält Mieteinnahmen und die Anwohner profitieren von verschiedenen Angeboten. „Sie können zum Beispiel Investitionen tätigen, selber grüne Energie kaufen oder wir zahlen einen Betrag in einen Fonds ein, mit dem lokale Nachhaltigkeitsprojekte finanziert werden. Was mir am besten an meiner Arbeit gefällt, ist die gemeinsame Suche nach Win-Win-Situationen für die jeweilige Gemeinde und Vattenfall“, sagt Sanders. 

Schritt 2: Konstruktion des Solarparks 

Nachdem der Standort ausgewählt wurde, beginnen die Ingenieure mit der technischen Planung des Solarparks. Die größte Bedrohung für die Biodiversität besteht in einer Anlage, die zu viel Schatten wirft. So gut wie alle Pflanzen benötigen eine gewisse Menge Sonnenlicht pro Tag. Einige Pflanzen können auch wachsen, wenn sie täglich weniger als drei Stunden Sonnenlicht erhalten oder das Licht durch Bäume oder Blattwerk gestreut wird. „Leider gibt es unter den Solarmodulen nur wenig gestreutes Licht. Werden die Solarmodule aber nach Süden ausgerichtet, ist die Lichtausbeute höher und die Pflanzen unter den Modulen haben mehr Platz zum Wachsen – was der Biodiversität zugutekommt. 

Ein weiterer Vorteil eines solchen Aufbaus ist, dass er genug Sonnenlicht in den Bereich unter den Modulen durchdringen lässt“, sagt Annemarie Schouten, Business Lead Large Scale Solar aus dem Bereich Solar and Batteries.

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Annemarie Schouten, Business Lead Large Scale Solar aus dem Bereich Solar and Batteries.

Für die richtige Installation der Module und um unter anderem eine optimale Entwässerung sicherzustellen, muss alles stimmen: der Neigungswinkel der Module selbst, der Abstand zwischen den einzelnen Reihen und die Höhe der Module. Es empfiehlt sich nicht, ein ganzes Feld mit Solarmodulen zu füllen, da dies das Pflanzenwachstum behindert und so die Biodiversität reduziert. 

Schritt 3: Verfolgen einer ökologischen Strategie 

Da für jeden Standort eine individuelle ökologische Strategie erforderlich ist, arbeitet Vattenfall mit verschiedenen häufig lokalen Partnern zusammen, die Hinweise für eine optimale Konstruktion geben und Maßnahmen für ein erfolgreiches Natur- und Landschaftsmanagement empfehlen. „Jeder Standort ist einzigartig. Deshalb erarbeiten wir gemeinsam mit lokalen Partnern einen Plan, der zu einem ausgewogenen Ökosystem beiträgt“, erklärt Annemarie Schouten. „So treffen wir Entscheidungen beispielsweise auf Grundlage ihrer Empfehlungen für eine gesunde Mischung aus einheimischen Pflanzen und Blumen, die einen positiven Einfluss auf Insekten-, Reptilien-, Vogel- und Kleinsäugerpopulationen haben. Wir verwenden keine Düngemittel oder Chemikalien, wir erlauben Weidetieren die Nutzung des Standorts im Herbst und Winter und wir stellen nach Möglichkeit Bienenhotels und Vogelhäuser auf.“ 

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Mit den Landeigentümern wird ein Übereinkommen geschlossen, dass das Land nach 25 Jahren (der ungefähren Nutzungsdauer von Solarmodulen) wieder für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wird. „In 25 Jahren wird das Land, das ursprünglich von Monokulturen geprägt war, zu einem Ort mit hoher Biodiversität“, so Annemarie Schouten.  

Fakten:

Vattenfall wird 2020 und 2021 rund 500 Millionen SEK (ca. 50 Millionen EUR) in Solarenergie und Batterien investieren. Im Moment baut Vattenfall zwei große Solarparks.

Im niederländischen Haringvliet entsteht ein  Vollhybrid-Kraftwerk, bei dem die Energieträger Sonne (38 MW) und Wind (22 MW) mit einer Batterie (12 MW) kombiniert werden. Der Bau soll im Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein.

Im schwedischen Uppsala wird Vattenfall einen der größten Solarparks des Landes bauen. Dieser soll im September 2020 in Betrieb gehen. 

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bne-Studie zur Biodiversität in Solarparks 

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