Schutz der Biodiversität

Alle Formen der Energieerzeugung haben Auswirkungen auf die Biodiversität.

Die Fischtreppe in Geesthacht

Fischtreppen ermöglichen Fischen die Wanderung an Kraftwerken vorbei.

Von der Nutzung der Land- und Wasserressourcen am stärksten betroffen sind die Naturlandschaften und ihre Bewohner. Kraftwerke und Energieinfrastrukturen können auch Barrieren schaffen, die die natürlichen Wandermuster der Tiere stören oder verändern. Da das mannigfaltige Produktportfolio von Vattenfall eine Vielzahl potenzieller Auswirkungen birgt, benötigen wir je nach Art der Auswirkung, örtlichen Bedingungen, Genehmigungsauflagen usw. unterschiedliche Ansätze. Für uns stellt der Schutz der Natur und der Biodiversität einen Hauptschwerpunktbereich dar und er wird auch in unserer Umweltrichtlinie betont.


Habitat- und Artenschutz

Zu unserem Ansatz zum Biodiversitätsmanagement gehört, dass bereits in den frühen Projekt- und Anlagenplanungsphasen Biodiversitätsaspekte bedacht werden, der Biodiversität bei den Genehmigungsverfahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird und unsere Maßnahmen offen kommuniziert werden, um die Transparenz zu steigern und die Erwartungen der öffentlichen Stakeholder zu erfüllen. Die Notwendigkeit, die Artenvielfalt und die Natur zu schützen, ist ein Hauptanliegen von Vattenfall und wir sind stets bemüht, negative Auswirkungen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Für Auswirkungen, die sich nicht vollständig vermeiden lassen, werden in Gesprächen mit den Behörden und sonstigen Stakeholdern (z. B. lokalen Gemeinden) im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Kompensationsmaßnahmen berücksichtigt.


Die Biotop-Methode – entwickelt von Vattenfall

Neben der frühzeitigen Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten bei Beurteilungen der Umweltbelastung und Genehmigungsverfahren, berechnen wir im Rahmen unserer Lebenszyklusanalysen auch die Auswirkungen auf die Biodiversität. Da die Biodiversität normalerweise nicht Teil einer Standard-Lebenszyklusanalyse ist, haben wir zusammen mit externen Ökologieexperten eine eigene Methode entwickelt.

Die Biotop-Methode zeigt auf, wie die Größe der verschiedenen natürlichen Lebensräume durch unsere Geschäftstätigkeiten verändert und beeinflusst wird. Sie ermöglicht einen Vergleich zwischen den ökologischen Auswirkungen und den geplanten Vorteilen. Im Rahmen unserer kontinuierlichen Lebenszyklusanalysen beurteilen und vergleichen wir dann anhand dieser Informationen die unterschiedlichen Aktivitäten, die innerhalb unserer Geschäftstätigkeiten vorgesehen sind. Die Methode basiert auf der Identifizierung und Klassifizierung der natürlichen Lebensräume in Schweden, teils gestützt auf die Liste der bedrohten und seltenen Tier- und Pflanzenarten des schwedischen Arteninformationszentrums – ArtDatabanken.

Biotop-Methode

Eine Methode zur Berechnung der Auswirkungen von Land- und Wassernutzung.

Biodiversitätsforschung – ein Schlüssel zur Verbesserung unserer Leistung

Vattenfall betreibt aktiv Biodiversitätsforschung, hauptsächlich in den Bereichen Wind- und Wasserkraft und mit dem Ziel, das Wissen auszubauen und so unsere Geschäftstätigkeiten besser und mit möglichst geringen Auswirkungen ausüben zu können. Wir beteiligen uns an zahlreichen Projekten zum Wissensaufbau, die über mehrere Jahre hinweg laufen. Zudem führen wir ein eigenes Forschungs- & Entwicklungsprogramm im Wasserkraftbereich durch, aber unsere wachsenden Geschäfte im Bereich Windkraft gehen auch mit umfassenderen Aktivitäten und Verpflichtungen in neuen Bereichen der Biodiversitätsforschung einher. Hier einige Beispiele verschiedener Forschungsprojekte, an denen wir mitwirken:

Teilnahme am DEPONS-Projekt, in dessen Rahmen ein faktengestütztes Modellierungstool entwickelt werden soll, um die Auswirkungen der Rammschallbelastung beim Bau von Windparks auf die Schweinswalpopulation in der Nordsee zu beurteilen.
Wir leiten das EOWDC-Projekt (European Offshore Wind Deployment Centre), ein wissenschaftliches Forschungsprogramm, um die Umweltbelastung der Offshore-Windanlage in der Bucht von Aberdeen zu ermitteln. Dieses bahnbrechende Forschungsprogramm liefert faszinierende Einblicke in das Leben der Großen Tümmler, Lachse, Meerforellen und Seevögel sowie der Gemeinden rund um den Windpark. Die breite Palette an ausgewählten Projekten basiert auf der Teilnahme von Vattenfall am EOWDC-Projekt in der Bucht von Aberdeen.

Vattenfall finanziert Umweltforschung, um das Wissen über die potenziellen Auswirkungen von Windparks auf die Tierwelt zu vergrößern. Ein Beispiel hierfür ist die Studie der Steinadler in Nordschweden. In dieser Studie wurden Adler über mehrere Jahre hinweg mithilfe von GPS beobachtet, um ihre Aktivität besser zu verstehen sowie die Verträglichkeitsprüfung und Standortwahl von Windparks in den Brutgebieten der Steinadler zu verbessern.

Biodiversitätsforschung

Hier erfahren Sie mehr über die Biodiversitätsprojekte, an denen sich Vattenfall beteiligt.

Offshore-Windparks werden im Rahmen der Biodiversitätsforschung auch untersucht

Biodiversitätsprojekte

Bei unserer Arbeit begegnen wir zahlreichen Biodiversitätsproblemen und suchen stets nach Möglichkeiten, bei all unseren Projekten die Herausforderungen in Sachen Biodiversität zu meistern. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele erfolgreicher Projekte, die wir in Hinblick auf Naturschutz und Biodiversität bereits durchgeführt haben:

Naturschutzgebiete

In unseren freiwillig eingerichteten Naturschutzgebieten schützen wir seltene und gefährdete Arten. Bei freiwillig eingerichteten Naturschutzgebieten handelt es sich um Gebiete von sehr hohem und manchmal einzigartigem Wert. Mit dieser freiwilligen Initiative bewahren und verwalten wir die Artenvielfalt, steigern gleichzeitig aber auch die Wertschöpfung und informieren die Öffentlichkeit über den Wert der verschiedenen Standorte. 2017 haben wir unser jüngstes Naturschutzgebiet Kungsådran Älvkarleby entlang des Flusses Västra Dalälven eingerichtet. Daneben gibt drei weitere geschützte Gebiete im Norden Schwedens entlang des Flusses Luleälven.

Stadtgärten

Durch die Einrichtung von Stadtgärten rund um seine Wärmekraftwerke trägt Vattenfall zum Erhalt eines „grünen Berlins“ bei. In diesen Gärten kann jeder nach Herzenslust pflanzen oder entspannen. Stadtgärten schaffen eine Oase inmitten der Stadt und fördern das Nachhaltigkeitsdenken in der Gesellschaft. In Berlin haben wir in unseren eingezäunten Umspannwerken außerdem Platz für Bienenvölker geschaffen und helfen so, gegen den weitverbreiteten Rückgang der Bienenpopulationen anzukämpfen.

Fischtreppen

An verschiedenen Wasserkraftwerken, z. B. Stornorrforsen (Fluss Umeälven), Hietamankoski und Leuhunkoski (Fluss Kymmene), bauen wir Fischtreppen und erhöhen so die Passagemöglichkeiten für Wanderfische wie Lachs und Meerforelle. In Finnland renaturieren wir außerdem die Wasserläufe für den Saimaa-Lachs, einem wichtigen Fisch für das finnische Naturerbe. Ziel des Projekts ist es, den natürlichen Lebenszyklus für den Saimaa-Lachs im Fluss Koita in der Region Nordkarelien wiederherzustellen.

Offene Flächen

Durch die wiederkehrenden Freischneidearbeiten unterhalb der Stromleitungen können offene, wiesenähnliche Flächen geschaffen und bewahrt werden, die zahlreichen bedrohten Arten als wichtiger Lebensraum dienen. So wurde beispielsweise in unseren Freileitungstrassen bereits der seltene Skabiosen-Scheckenfalter gesichtet (dieser gilt laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion [IUCN] als gefährdet). Infolge landschaftlicher und klimatischer Veränderungen erlebte die Population des Skabiosen-Scheckenfalters im Laufe der letzten Jahrzehnte einen rapiden Rückgang und gilt mittlerweile als gefährdet. 2018 kartografierten wir alle Freileitungstrassen im GIS, um wichtige Brennpunkte in Sachen Biodiversität zu identifizieren, an denen geregelte Freischneidearbeiten stattfinden sollen. In Lidingö in den Provinz Stockholm nehmen wir an einem Pilotprojekt teil, bei dem wir eine neue Möglichkeit testen, die Freileitungstrassen frei zu halten. Dabei kommen Ziegen statt Maschinen zum Einsatz und das wiederum hat auch positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

Teiche

Wenn Svensk Kärnbränslehantering AB, SKB, das Kernbrennstofflager in Forsmark baut, muss ein Teich, in dem zumindest früher bekanntlich Kleine Wasserfrösche lebten, befüllt werden. Der Kleine Wasserfrosch steht auf der Landesliste der gefährdeten Arten und Maßnahmen zum Schutz der Frösche sind gesetzlich vorgeschrieben. Also machte sich SKB daran, neue Lebensräume in Form von Teichen für die Frösche zu schaffen und sechs neue Teiche anzulegen. Obendrauf wird außerdem ein Froschhotel gebaut. Dieses Hotel soll zwei Meter über Grund stehen und die Tiere im Winter vor Frost schützen.

Schutz der Artenvielfalt

Beim Bau neuer Offshore- wie auch Onshore-Windparks ergreifen wir zahlreiche verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt. So erstreckt sich beispielsweise unser Ray-Windpark in Schottland über verschiedene Habitate, wie sie für eine Hochlandumgebung typisch sind, darunter Nadelwälder, Deckenmoore, Nass- und Trockenheiden, saure Wiesen und Wasserläufe. Hier haben wir während der Bauphase erfolgreich Begrenzungsmaßnahmen für viele verschiedene Arten und Habitate umgesetzt. Diese kommen einem breiten Spektrum verschiedenster Tiere zugute, darunter auch einige seltene oder geschützte Arten wie: Eichhörnchen, Dachse, Otter, Fledermäuse, Reptilien, Dohlenkrebse und zahlreiche Eulen- und Raubvogelarten wie Schleiereule, Zwergfalke, Kornweihe und Habicht.

Umweltstiftung

Über unsere Vattenfall Umweltstiftung in Deutschland unterstützen wir viele verschiedene Umweltprojekte. Bei dieser Stiftung handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, bei der sich Schulen, Vereine und Naturschutzverbände um Fördermittel bewerben können. Die Projekte konzentrieren sich überwiegend auf städtische Gebiete, Umwelterziehung, Wiederherstellung von Wasserläufen und Renaturierung.


Gewässerschutz

Seit vielen Jahren steht der Gewässerschutz bei der Öffentlichkeit, den Regierungen und unserem Unternehmen ganz oben auf der Prioritätenliste. Da sich viele unserer Kraftwerke und Stromnetztransformatoren in der Nähe wichtiger Wasserquellen befinden, müssen wir ein hohes Maß an Bereitschaft zeigen und Präventivmaßnahmen ergreifen.

Wir beeinflussen Wasserquellen sowohl durch unsere Wassernutzung (z. B. Kühlwasser für Kraftwerke) als auch durch Betriebsprozesse, die sich auf das Leben im Wasser und die Wasserqualität auswirken können. So wirken wir beispielsweise aktiv an der Umweltanpassung der Wasserkraft in Schweden mit. Und dies wiederum steht mit der schwedischen Implementierung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Verbindung. Unser Ziel ist es, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Umweltqualitätsnormen gemäß WRRL zu erfüllen. Wir setzen verschiedene Projekte und Maßnahmen um, um die Bedingungen zu verbessern und die Artenvielfalt zu vergrößern. So renaturieren wir beispielsweise Flüsse und bauen Fischtreppen, beteiligen uns aber auch an Spitzenforschungsarbeiten zum Thema Biodiversität. Darüber hinaus arbeiten wir aktiv daran, unseren Wasserverbrauch zu minimieren, z. B. durch geschlossene Kühlkreisläufe in unseren Kraftwerken.

Bodenschutz

Böden sind der Lebensraum und die Existenzgrundlage von Menschen, Tieren, Pflanzen und Organismen. Gleichzeitig übernehmen sie den Großteil der Materialverwitterungs- und Abbauprozesse im Ökosystem. Sie dienen als Filter und Speicher für den Wasser- und Stoffhaushalt, als Lager für mineralische Ressourcen und Energiequellen, als Grundlage für Land- und Forstwirtschaft und auch als Archiv für Natur- und Kulturgeschichte.

Die Landnutzung durch Industriestandorte ist eine der Ursachen für Artenschwund und Artensterben. Beim Bau neuer Anlagen verbrauchen wir weitere Flächen. Unser Ziel ist es, die Flächennutzung zu begrenzen, bestehende Industriestandorte zu nutzen und negative Begleitumstände der Bodenschädigung zu begrenzen. Bodenschädigung tritt ein, wenn der Boden infolge des Neubaus von Gebäuden und Straßen mit harten Materialien bedeckt wird.

Eine weitere Möglichkeit der Bodenschädigung liegt in Verunreinigungen. Die Verhinderung von Bodenverunreinigungen bei unserer Geschäftstätigkeit erfordert die angemessene Gestaltung von Anlagen, in denen Chemikalien und Öl gelagert werden, und den verantwortungsvollen Umgang mit diesen Anlagen. Wenn wir den Betrieb eines Standorts einstellen, werden alle Chemikalien und Öle entfernt und so sicher entsorgt, dass es nicht zu Lecks kommen kann. Der gesamte Standort wird gründlich auf Verunreinigungen untersucht und es werden, falls erforderlich, Abhilfemaßnahmen in Absprache mit den Behörden ergriffen.

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