Dekarbonisierung der Industrie

Cemvision: Zement mit nahezu null Emissionen

Die Zementproduktion gehört zu den kohlenstoffintensivsten industriellen Prozessen, vor allem aufgrund der Kalzinierung von Kalkstein und des Einsatzes fossiler Brennstoffe in Hochtemperaturöfen. Um fossilfreies Bauen im gesamten Energiesystem zu ermöglichen, arbeitet Vattenfall daran, die Einführung neuer Produktionsmethoden zu beschleunigen, die Emissionen bereits an der Quelle reduzieren.

Ein Beispiel dafür ist unsere Zusammenarbeit mit Cemvision, einem Hersteller, der Zement mit nahezu null CO2‑Emissionen entwickelt, indem er die Zementproduktion grundlegend neu denkt.

Emissionen an der Quelle reduzieren

Im Gegensatz zur herkömmlichen Zementproduktion, die auf Primärkalkstein und fossile Brennstoffe angewiesen ist, basiert Cemvisions Verfahren auf recycelten industriellen Nebenprodukten und wird mit fossilfreiem Strom betrieben. Durch den Verzicht auf die Kalzinierung von Kalkstein und den Ersatz fossiler Brennstoffe kann die Technologie – vorbehaltlich weiterer Entwicklung und Validierung – die CO2‑Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Zement um bis zu 95 % senken.

Dieser prozessbasierte Ansatz adressiert die Haupttreiber der zementbedingten Emissionen, anstatt sie nachträglich zu kompensieren. Dadurch kann Zement mit nahezu null CO2‑Emissionen erhebliche Emissionsreduktionen in betonintensiven Anwendungen ermöglichen, sofern technische und regulatorische Rahmenbedingungen dies zulassen.

Von Entwicklung und Tests zur Einführung in der Wertschöpfungskette

Die Zusammenarbeit zwischen Vattenfall und Cemvision treibt die Entwicklung, Testung und Markteinführung parallel voran. Dabei werden frühe Erkenntnisse und Validierungen in eine langfristige kommerzielle Vereinbarung eingebettet.

Dazu gehören Materialqualifizierung und Leistungsprüfungen im Betonlabor von Vattenfall in Älvkarleby, um sicherzustellen, dass der Zement den hohen technischen und langlebigkeitsbezogenen Anforderungen anspruchsvoller Infrastrukturprojekte gerecht wird.

Aufbauend auf dieser Zusammenarbeit wird Cemvisions Zement mit nahezu null CO2‑Emissionen nun im Rahmen einer kommerziellen Vereinbarung in Windkraftprojekten eingeführt, wobei die erste Lieferung für 2028 vorgesehen ist. Ziel ist es zu zeigen, dass Zement mit deutlich geringeren Emissionen im großen Maßstab produziert und in kritischer Infrastruktur eingesetzt werden kann.

Im Laufe der Zeit soll die Initiative über einzelne Projekte hinausgehen, indem auch Lieferanten eingebunden werden, die im Auftrag von Vattenfall Zement und Beton beschaffen – so werden Emissionsreduktionen entlang der gesamten Lieferkette ermöglicht, nicht nur innerhalb von Vattenfalls eigenen Geschäftsbereichen.

Fossilfreies Bauen ermöglichen

Vattenfall ist Mitglied der First Movers Coalition (FMC) und hat sich verpflichtet, bis 2030 mindestens 10 % seiner Zement- und Betonbeschaffungen aus nahezu emissionsfreien Quellen zu beziehen. Die Zusammenarbeit mit Cemvision unterstützt dieses Ziel, indem sie die Weiterentwicklung von innovativen, nahezu emissionsfreien Zementlösungen vom Produktionsansatz bis zur kommerziellen Anwendung vorantreibt.

Durch die Kombination von Cemvisions emissionsarmer Zementtechnologie mit Vattenfalls Energiekompetenz, Testkapazitäten und Rolle als bedeutender Infrastrukturentwickler stellt die Partnerschaft einen wichtigen Schritt hin zu fossilfreiem Bauen und einem nachhaltigeren Energiesystem dar.

Siehe auch

Zwei Personen in Warnkleidung und gelben Helmen in einer der Raffinerien von Preem.

Ein wichtiger Schritt hin zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit Wasserstoff.

Windturbine auf See

St1 und Vattenfall analysieren Möglichkeiten fossilfreier Brennstoffe.

Betankung eines Flugzeugs

Wasserstoffbasierte Lösungen könnten Teil eines dekarbonisierten Luftfahrtsektors sein.