Elektrifizierung zur Dekarbonisierung der Industrie

Es ist eine schwierige Aufgabe, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Wachstum, sozialem Fortschritt und Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen. Sie ist aber notwendig!

Obgleich die Frist zur Verhinderung der verheerenden Folgen des Klimawandels abläuft, steigt die Nachfrage nach genau den Materialien, Gütern und Dienstleistungen, die für den größten Teil der heutigen CO2-Emissionen verantwortlich sind, weiterhin an. Daher geht Vattenfall branchen- und unternehmensübergreifende Partnerschaften ein, um zur Erreichung der Klimaziele beizutragen. In Schweden haben wir bereits damit begonnen, aber wir wollen auf all unseren Märkten Partnerschaften aufbauen.

Gesamtzusammenhang

Wir leben heute länger und sind gesünder und wohlhabender als jemals zuvor, und die Weltbevölkerung wächst in einem bisher nie gesehenen Tempo. Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um 83 Millionen Menschen. Es wird erwartet, dass wir im Jahr 2050 die Zehn-Milliarden-Marke erreichen werden.

In der Zwischenzeit werden die Menschen weiter in die Städte ziehen: im Laufe der nächsten 30 Jahre werden voraussichtlich 68 Prozent der Menschen in städtischen Ballungszentren leben. Aus diesem Grund wird die Gewinnung und Produktion von Werkstoffen kontinuierlich fortgesetzt werden müssen, um mehr Wohngebäude, Bahnstrecken für unsere Züge und Batterien für unsere Elektrofahrzeuge und Mobiltelefone zu bauen und herzustellen. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen die Verkehrsinfrastruktur nutzen, und immer mehr Güter werden zu den Verbrauchern in aller Welt transportiert werden.

Es ist einleuchtend, dass eine größere Bevölkerung auch mehr konsumieren wird. Die Herausforderung, die Klimaauswirkungen der Energieerzeugung zu begrenzen, bleibt jedoch weiterhin bestehen. Weniger offensichtlich, aber mindestens genauso wichtig, ist der „Fußabdruck“ der heutigen Gesellschaft: Beton, Stahl und Kunststoff. Die Herstellung dieser Materialien ist sehr kohlenstoffintensiv und setzt jedes Jahr große Mengen an CO2 in die Atmosphäre frei. Und es ist kein Rückgang der Nachfrage festzustellen.

In den letzten 30 Jahren hat sich die jährliche Zementproduktion vervierfacht, was bedeutet, dass sie von einer Milliarde Tonnen auf über vier Milliarden Tonnen angestiegen ist. Im vergangenen Jahrzehnt stieg die weltweite Nachfrage nach Stahl um 40 Prozent an, wobei 95 Prozent davon allein auf China entfallen. Und ungeachtet der weltweiten Debatte über Plastik hat sich die Nachfrage bisher alle 20 Jahre verdoppelt: die globale Produktion stieg von 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 322 Millionen Tonnen im Jahr 2015 an.

Industriemaschinen

Wir schließen Partnerschaften mit unterschiedlichen Bereichen und Branchen, um die Klimaziele zu erreichen.

Zwingende Notwendigkeit zur Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr

Die Industrie ist heute zusammen mit dem Verkehr für den größten Anteil der weltweiten Emissionen verantwortlich. Ein Drittel des globalen Energieverbrauchs ist dem Transportwesen zuzuordnen; im Jahr 2016 verursachte der Transportsektor 27 Prozent der Treibhausgasemissionen der EU. In Schweden standen 2016 die einheimischen Transport- und Industriesektoren jeweils für 32 Prozent, die Landwirtschaft für 13 Prozent und die Strom- und Wärmeerzeugung für 9 Prozent der Emissionen. Sieben Prozent der gegenwärtigen globalen Kohlenstoffemissionen sind der Stahlerzeugung zuzurechnen, acht Prozent der Betonindustrie. In Schweden stehen die Eisen- und Stahlerzeugung für 36 Prozent der Emissionen, der Mineraliensektor (einschließlich die Zementproduktion) für 19 Prozent, Raffinerien für 16 Prozent und die Zellstoff- und Papierindustrie für 9 Prozent.

Elektrifizierung als Mittel zur Dekarbonisierung von Industrie und Transportsektor

Vattenfall verfolgt das Ziel, allen Kunden klimafreundliche Energie anzubieten und innerhalb des Zeitrahmens von einer Generation die Möglichkeit eines Lebens frei von fossilen Brennstoffen zu schaffen. Damit dies gelingen kann, arbeiten wir mit anderen Sektoren und Geschäftsbereichen zusammen, in denen die Elektrifizierung dazu dienen kann, die CO2-Emissionen zur reduzieren und die Klimaziele, darunter das Pariser Abkommen, zu erreichen.

Partnerschaften mit der Industrie stellen eine effektive Möglichkeit dar, neue Lösungen zu entwickeln, um die Effizienz zu steigern und internationale Klimaabkommen durch die Eliminierung einiger der wichtigsten Ursachen von CO2-Emissionen zu erfüllen und somit die Klimaziele zu erreichen. Elektrifizierung und fossilfreier Wasserstoff sind die Schlüssel zum Erfolg.

Gegenwärtige Industriepartnerschaften von Vattenfall zur Reduzierung der CO2-Emissionen

Die derzeitigen Partnerschaften von Vattenfall mit dem schwedischen Bergwerksunternehmen und Eisenerzproduzenten LKAB, dem Stahlerzeuger im Segment hochfester Stahl SSAB, dem Raffinerie- und Kraftstoffunternehmen Preem und dem Zementhersteller Cementa, der zur Heidelberg Cement Group gehört, sind potenziell in der Lage, die schwedischen CO2-Emissionen um 30 Prozent zu verringern. Vattenfall sucht aktiv nach weiteren Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, auch auf weiteren Märkten außerhalb von Schweden.

Weitere Informationen

Stahlproduktion SSAB

HYBRIT ist das neue Joint Venture der Firmen Vattenfall, LKAB und SSAB.

Mitarbeiter Preem Raffinerie

Ein wichtiger Schritt hin zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit Wasserstoff.

Cementa Zementfabrik Degerhamn

Eine elektrifizierte Zementproduktion auf Grundlage fossilfreien Stroms.